MANILA – Die Philippine Economic Zone Authority (PEZA) meldet bereits vor Jahresende einen Rekordwert an genehmigten Investitionen. – klajoo.com – Von Januar bis Oktober 2026 bewilligte die Behörde Projekte mit einem Gesamtvolumen von 309,629 Milliarden Peso (rund 4,35 Milliarden Euro). Das sind 76,56 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das ursprüngliche Ziel von 300 Milliarden Peso wurde damit übertroffen.
Hinter der Summe stehen nach PEZA-Angaben 240 neue und erweiterte Projekte. Die Behörde verbindet sie mit erwarteten jährlichen Exporten im Wert von 9,124 Milliarden US-Dollar und mit 38.815 möglichen direkten Arbeitsplätzen. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer Investitionsgenehmigung und einer bereits aufgebauten Produktion: Nicht jeder bewilligte Standort ist gebaut, nicht jedes zugesagte Kapital wurde überwiesen und nicht jede prognostizierte Stelle ist besetzt.
Der starke Anstieg bei diesen Zusagen trifft auf ein wirtschaftlich schwieriges Umfeld. Die amtliche Inflationsrate erhöhte sich im September auf 7,2 Prozent nach 6,1 Prozent im August. Am 22. Oktober hob die Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP) ihren Leitzins um einen halben Prozentpunkt auf 5,50 Prozent an. Die Zentralbank will damit verhindern, dass höhere Energie-, Transport- und Lebensmittelpreise eine länger anhaltende Inflationsspirale auslösen. Höhere Zinsen können allerdings gleichzeitig Kredite für Unternehmensinvestitionen und Bauvorhaben verteuern.
Auch der Arbeitsmarkt vermittelt kein einheitlich positives Bild. Im August 2026 waren nach Angaben der Philippine Statistics Authority (PSA) rund 49,79 Millionen Menschen beschäftigt, etwa 310.000 weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Arbeitslosen lag bei 2,77 Millionen und damit über dem Vorjahreswert von 2,03 Millionen. Gegenüber Juli verbesserte sich die Beschäftigungslage dagegen. Je nach Vergleichszeitraum fällt die Bewertung also unterschiedlich aus.
Hinzu kommen die schwachen Baugenehmigungen, über die klajoo bereits berichtete. Diese betreffen einen anderen Ausschnitt der Wirtschaft als die exportorientierten PEZA-Zonen. Eine Ausweitung von Genehmigungen für Fabriken, Dienstleistungen oder Logistik kann gleichzeitig mit einem Rückgang im allgemeinen Wohnungsbau auftreten. Auch unterschiedliche Vorlaufzeiten verzerren unmittelbare Vergleiche.
Für eine belastbare Einschätzung sollten deshalb künftig genehmigte PEZA-Projekte, tatsächlich fließende Direktinvestitionen, Produktionsstarts und Beschäftigungszahlen getrennt verfolgt werden. Das Genehmigungsplus ist ein positives Signal für bestimmte Wirtschaftsbereiche, aber noch kein Nachweis einer allgemeinen konjunkturellen Erholung. – RM
Quellen:
- Philippine Economic Zone Authority – PEZA Surpasses 2026 Investment Target with ?309.6 Billion Approvals, 22.10.2026
- Bangko Sentral ng Pilipinas – Monetary Board raises Target RRP Rate by 50 basis points, 22.10.2026
- Philippine Statistics Authority – Summary Inflation Report Consumer Price Index (2018=100): September 2026, 06.10.2026
- Philippine Statistics Authority – Unemployment Rate Declined to 5.3 Percent in August 2026, 07.10.2026







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