MANILA – Fast drei von vier befragten Erwachsenen auf den Philippinen bevorzugen in der Auseinandersetzung mit China im West Philippine Sea einen diplomatischen Ansatz gegenüber einer demonstrativen Machtdarstellung. – klajoo.com – Das geht aus einer am 20. Oktober veröffentlichten Auswertung des National Momentum Survey vom August 2026 hervor. 73,3 Prozent stimmten dem entsprechenden Ansatz zu, 19,1 Prozent lehnten ihn ab; 7,5 Prozent waren unentschlossen oder verweigerten eine Antwort.
Die Befragung wurde vom 18. bis 23. August unter 1.487 Erwachsenen persönlich durchgeführt. Die angegebene landesweite Fehlermarge beträgt ±2,5 Prozentpunkte bei einem Vertrauensniveau von 95 Prozent. Es handelt sich um eine Momentaufnahme aus dem August; die heftige Auseinandersetzung um Äußerungen des chinesischen Botschafters im Oktober war bei der Befragung noch nicht eingetreten.
Besonders ausgeprägt war die Zustimmung zu Diplomatie in Metro Manila mit 86,9 Prozent. Unter Befragten der Generation Z waren es 79 Prozent. In Mindanao lag der entsprechende Anteil bei 62,8 Prozent und damit ebenfalls über der Hälfte. Die Umfrageergebnisse zeigen also unterschiedliche Intensitäten, aber keine einfache Trennlinie zwischen „für“ und „gegen“ Diplomatie.
Die Einschätzung der bisherigen Regierungspolitik fällt deutlich geteilter aus: 45,2 Prozent bewerteten den Umgang der Marcos-Regierung mit den Spannungen als wirksam, 45,0 Prozent sahen dies anders. Die Differenz von 0,2 Prozentpunkten liegt weit unterhalb der statistischen Fehlermarge und lässt sich nicht als belastbarer Vorsprung einer Position interpretieren.
Gleichzeitig sagten 56,8 Prozent, die Philippinen seien zum Schutz gegenüber China zu stark von anderen Staaten abhängig; 33,7 Prozent widersprachen. Bevorzugung von Diplomatie und Skepsis gegenüber Abhängigkeit von Verbündeten schließen sich nicht aus: Befragte können politische Gespräche befürworten und zugleich eine stärkere eigenständige Handlungsfähigkeit wünschen.
Die Zahlen erlauben keinen Schluss darauf, wie sich die öffentliche Meinung nach den Ereignissen im Oktober verändert hat. Für die West-Philippine-Sea-Debatte liefern sie jedoch einen nützlichen Ausgangspunkt: Eine klare Präferenz für diplomatische Mittel besteht neben einer fast vollständig gespaltenen Bewertung der Regierung und verbreiteten Fragen nach der eigenen Sicherheitsfähigkeit. – RM
Quellen:
- Momentum Research – The National Momentum Survey (August 2026), Originaldaten und Methodik
- Daily Guardian – Filipinos split on West PHL Sea response, favor diplomacy, 21.10.2026
- The Philippine Star – Filipinos split on Marcos admin’s handling of China dispute — survey, 20.10.2026







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