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Manila

Pastillas-Korruptionsverfahren: Zeuge belastet frühere Führung des Bureau of Immigration

MANILA – Im Verfahren zum sogenannten Pastillas-Korruptionssystem an philippinischen Einreisekontrollen hat ein Beamter des Bureau of Immigration (BI) neue Einzelheiten über die mutmaßliche Organisation geschildert. – klajoo.com – Allison Chiong sagte am 21. Oktober 2026 als Zeuge der Anklage vor der siebten Kammer des Antikorruptionsgerichts Sandiganbayan aus. Nach seiner Darstellung hätten hochrangige BI-Verantwortliche Namen chinesischer Passagiere für eine bevorzugte und nicht ordnungsgemäß kontrollierte Einreise weitergegeben.

Das Verfahren richtet sich nach Angaben von GMA gegen den früheren stellvertretenden BI-Kommissar Marc Mariñas und zahlreiche weitere Beschuldigte. Gegenstand sind sechs Anklagepunkte wegen mutmaßlichen Missbrauchs öffentlicher Funktionen. Die Vorwürfe betreffen ein System, bei dem Reisende gegen Geldzahlungen die normalen Kontrollen umgangen haben sollen. Der Name „Pastillas“ leitet sich von einer philippinischen Süßigkeit ab, in deren Form Bargeld zur verdeckten Weitergabe verpackt worden sein soll.

Die neue Aussage betrifft nicht nur einzelne Grenzbeamte, sondern die mögliche Rolle leitender Mitarbeiter bei der Auswahl und Abfertigung von Reisenden. Damit berührt der Prozess auch Fragen der internen Dienstaufsicht: Wer konnte Listen weitergeben, wer hatte Zugriff auf die jeweiligen Vorgänge und wie wurden Unregelmäßigkeiten dokumentiert? Solche organisatorischen Fragen sind für die Aufarbeitung mindestens so bedeutsam wie die Höhe möglicher Einzelzahlungen.

Nach dem öffentlichen Bericht soll die Reiseagentur Empire International Travel and Tours und eine dort tätige Person namens Liya Wu eine Rolle im beschriebenen Ablauf gespielt haben. Auch hierbei handelt es sich um Inhalte der Anklage beziehungsweise einer Zeugenaussage. Die betroffenen Personen gelten bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung nicht als schuldig.

Der Pastillas-Komplex ist bereits seit Jahren bekannt. Neu ist die gerichtliche Aussage zu den konkreten Abläufen und Verantwortungswegen. Entscheidend wird sein, inwieweit die Anklage sie durch Unterlagen, weitere Zeugen und überprüfbare Vorgänge stützen kann. Für Besucher und ausländische Einwohner der Philippinen zeigt der Fall grundsätzlich, weshalb Einreiseentscheidungen nachvollziehbar dokumentiert und nicht von persönlichen Vermittlern abhängig sein sollten. – RM

Quellen:

  • GMA News – Witness: Immigration officials named Chinese passengers cleared under pastillas scam, 21.10.2026
  • Department of Justice – Offizielle Ermittlungs- und Strafverfolgungsinformationen

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