ILOILO – Eine neue Auswertung der National Momentum Survey zeigt, wie umstritten die Finanzierung von Stromverlusten im philippinischen Verteilnetz ist. – klajoo.com – Unter den befragten Erwachsenen in den Visayas bevorzugen 54 Prozent, dass diese Kosten künftig aus staatlichen Steuereinnahmen getragen werden. Weitere 31 Prozent wollen die Stromunternehmen aus ihren Gewinnen dafür aufkommen lassen. Nur 10,6 Prozent sprechen sich dafür aus, die Kosten weiterhin unmittelbar auf der Stromrechnung auszuweisen. Die übrigen Befragten waren unentschieden.
Die Ergebnisse wurden am 17. Oktober veröffentlicht, die persönliche Befragung fand jedoch bereits vom 18. bis 23. August 2026 statt. Befragt wurden landesweit 1.487 Erwachsene. Die angegebene statistische Fehlermarge beträgt auf nationaler Ebene etwa 2,5 Prozentpunkte, für die regionalen Daten der Visayas rund 5,8 Prozentpunkte. Kleine Unterschiede zwischen einzelnen Antwortgruppen sollten deshalb nicht überinterpretiert werden.
Der Hintergrund ist ein Posten auf vielen philippinischen Stromrechnungen: System Loss. Damit wird Elektrizität bezeichnet, die in das Verteilnetz eingespeist, beim Kunden aber nicht als abgerechneter Verbrauch ankommt. Ein Teil geht zwangsläufig durch elektrische Widerstände in Leitungen und Transformatoren verloren. Hinzu kommen vermeidbare Verluste etwa durch illegale Anschlüsse, Manipulationen an Zählern oder Fehler in der Messung und Abrechnung.
Nach dem geltenden Regelungsrahmen dürfen Stromverteiler bestimmte anerkannte Netzverluste bis zu regulatorisch festgelegten Obergrenzen auf die Kunden umlegen. Verluste oberhalb dieser Grenzen müssen die Versorger selbst tragen. Die Energy Regulatory Commission (ERC) legt dabei die einschlägigen Grenzen und Abrechnungsregeln fest.
Das Ergebnis der Umfrage ist kein Beleg dafür, dass eine Steuerfinanzierung günstiger wäre. Wenn der Staat die Kosten übernimmt, zahlen letztlich Steuerzahler; ihre Belastung verteilt sich dann lediglich anders als über die Rechnung des Stromkunden. Auch ein Verbot der Umlage würde die physikalischen Netzverluste nicht verschwinden lassen. Sinnvolle Reformen müssen deshalb die Finanzierung und die tatsächliche Verringerung vermeidbarer Verluste getrennt behandeln.
Präsident Ferdinand Marcos hatte sich im Juli dafür ausgesprochen, Netzverlustentgelte und darauf erhobene Steuern aus Stromrechnungen zu entfernen. Im September wurden zudem Änderungen an der Darstellung bestimmter Rechnungsposten vorgenommen. Diese Abrechnungsanpassungen bedeuten aber nicht, dass jeder Netzverlustaufschlag schon gesetzlich abgeschafft wurde. Über weitere Gesetzesvorhaben wird noch beraten.
Für die Visayas ist der Fall besonders relevant, weil dort neben den Preisen auch Netzengpässe und eine empfindliche Stromversorgung wiederholt Thema waren. Die Umfrage misst allerdings nur die bevorzugte Verteilung der Kosten. Ob Verbraucher bereit wären, dafür an anderer Stelle höhere Steuern oder geringere staatliche Leistungen in Kauf zu nehmen, lässt sich daraus nicht ableiten. – RM
Quellen:
- Daily Guardian – 54% of Visayas survey respondents want government to cover system losses, 17.10.2026
- Philippine Electric Power Industry Reform Act – Republic Act No. 9136, gesetzlicher Rahmen
- PeraPulse – Nearly Half of Filipinos Favor Government Coverage of System Loss Charges, 15.10.2026







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