ILOILO – Bei der neunten Ausgabe des Umweltpreises Gawad Bayani ng Kalikasan stehen nach einem Bericht des Daily Guardian vom 16. Oktober unter anderem der katholische Bischof Gerardo Alminaza, die Organisation Jalaur River for the People Movement (JRPM) und die im April getötete Journalistin RJ Nichole Ledesma im Mittelpunkt. – klajoo.com – Der Preis würdigt Menschen und Organisationen, die sich für Umweltschutz, natürliche Ressourcen und die Rechte betroffener Gemeinschaften einsetzen.
Die JRPM engagiert sich auf Panay für die Rechte der indigenen Tumandok-Gemeinschaften und gegen Auswirkungen des Jalaur River Multipurpose Project, häufig als Jalaur-Mega-Damm bezeichnet. Die Organisation fordert auch die Aufklärung des Todes von neun Tumandok-Führungspersonen während staatlicher Sicherheitsoperationen am 30. Dezember 2020. Vorwürfe über Korruption, Vertreibung oder die Militarisierung betroffener Gemeinden stammen aus dem Umfeld von Aktivisten und müssen von amtlich festgestellten Sachverhalten unterschieden werden.
Bischof Alminaza von der Diözese San Carlos auf Negros Occidental engagiert sich seit Jahren in Debatten über die Energieversorgung und den Bergbau auf Negros. Zu seinen Anliegen gehören die Ablehnung neuer Kohle- und Flüssigerdgasprojekte, der Ausstieg aus fossilen Energieträgern und die Unterstützung lokaler Gemeinschaften, die wirtschaftliche oder ökologische Schäden durch Großprojekte befürchten. Umwelt- und Klimaschutz werden hier ausdrücklich mit sozialen Fragen verbunden.
Die Journalistin Ledesma arbeitete nach dem Regionalbericht für unabhängige Medieninitiativen auf Negros und dokumentierte unter anderem die Folgen von Infrastruktur- und Energievorhaben für landwirtschaftliche Flächen. Sie sowie 18 weitere Menschen starben im April bei einem Militäreinsatz in Toboso auf Negros Occidental. Die näheren Umstände ihres Todes und mögliche Verantwortlichkeiten sind Gegenstand kontroverser Darstellungen; aus der Nominierung darf keine ungeprüfte Feststellung zu einem individuellen Tatgeschehen abgeleitet werden.
Die offizielle Veranstalterseite beschreibt Gawad Bayani ng Kalikasan als zweijährliche Preis- und Vortragsreihe. Sie nennt Auswahlkriterien für Einzelpersonen und Organisationen sowie eine mehrstufige Prüfung der Nominierungen. Die derzeit dort abrufbaren Informationen stammen allerdings noch aus einer früheren Phase des Wettbewerbs und nennen einen zunächst für Ende August vorgesehenen Verleihungstermin. Eine aktuelle, vollständige offizielle Liste der Nominierten beziehungsweise Preisträger war dort nicht eindeutig nachvollziehbar.
Damit bleibt auch offen, in welcher Kategorie und in welcher Form die im April verstorbene Journalistin berücksichtigt werden soll. Der Regionalbericht bezeichnet sie als nominiert, während die allgemeinen Veranstalterregeln in erster Linie lebende Umweltverteidiger ansprechen. Für die Bewertung ist deshalb zwischen der öffentlich berichteten Nominierung, einer offiziellen Auswahlentscheidung und einer tatsächlichen Preisverleihung zu unterscheiden.
Über die Auszeichnung hinaus machen die drei Beispiele ein gemeinsames Problem sichtbar: Konflikte um Energie, Rohstoffe und Infrastruktur werden auf den Philippinen häufig auch zu Auseinandersetzungen über Landrechte, Beteiligung von Gemeinden und Sicherheit von Umweltverteidigern. Gerade diese längerfristigen Fragen geben der Nachricht ihren Wert. – RM
Quellen:
- Daily Guardian – Slain journalist, Negros bishop among environmental award nominees, 16.10.2026
- Gawad Bayani ng Kalikasan – Nominations, offizielle Teilnahme- und Auswahlregeln, Stand Oktober 2026
- Gawad Bayani ng Kalikasan – About the Gawad Bayani ng Kalikasan Award







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