MANILA – Der philippinische Ombudsman hat im Zusammenhang mit dem Pharmally-Beschaffungsskandal aus der COVID-19-Pandemie eine neue Beschwerde wegen des Verdachts schwerer Korruption gegen 46 Personen eingereicht. – klajoo.com – Das am Freitag (16. Oktober) von Ombudsman Jesus Crispin Remulla bekannt gegebene Verfahren betrifft mutmaßlich unregelmäßige staatliche Käufe von medizinischer Schutzausrüstung und Coronavirus-Testmaterial. Das Volumen der Beschwerde wird mit rund elf Milliarden Peso (etwa 156 Millionen Euro) angegeben.
Der zugrunde liegende philippinische Straftatbestand ist in Republic Act No. 7080 geregelt. Gemeint ist die systematische Anhäufung unrechtmäßig erlangter Vermögenswerte durch einen Amtsträger – allein oder mit Beteiligten – im Umfang von mindestens 50 Millionen Peso aufgrund einer Serie oder Kombination rechtswidriger Handlungen.
Zu den Betroffenen zählen nach den veröffentlichten Ermittlungsangaben Verantwortliche der Pharmally Pharmaceutical Corporation, Lloyd Christopher Lao, ein früherer Leiter des staatlichen Beschaffungsdienstes Procurement Service des Department of Budget and Management (PS-DBM), sowie der Geschäftsmann Michael Yang. Yang war während der Präsidentschaft von Rodrigo Duterte als dessen Wirtschaftsberater bekannt geworden.
Der Pharmally-Komplex beschäftigt die Philippinen seit Jahren. Im Mittelpunkt standen außergewöhnlich umfangreiche staatliche Bestellungen während der Pandemie, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Lieferunternehmens und die Frage, ob Vergabe und Abwicklung den gesetzlichen Anforderungen entsprachen. Dass einzelne beteiligte Personen zuvor Kontakte zu Mitgliedern der Regierung unterhielten, belegt für sich genommen noch keine strafbare Begünstigung.
Remulla erklärte, 23 der 46 von der neuen Beschwerde betroffenen Personen seien unter ihren bisher bekannten Adressen nicht erreichbar gewesen. Das erschwere die Zustellung und die Arbeit der Ermittler. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass gegen alle Betroffenen Haftbefehle vorliegen oder sie rechtlich als flüchtig gelten.
Wichtig ist die Trennung verschiedener Verfahren: Bereits zuvor gab es strafrechtliche Ermittlungen und Gerichtsverfahren wegen anderer Pharmally-Beschaffungen. Unter anderem war ein Verfahren über Käufe im Umfang von rund 4,1 Milliarden Peso aus dem Jahr 2025 bekannt. Der jetzt genannte Betrag von elf Milliarden Peso darf deshalb nicht ohne Prüfung zu früheren Verfahrenssummen addiert werden.
Bei der neuen Beschwerde wegen schwerer Korruption handelt es sich zunächst um einen von der Ermittlungsbehörde erhobenen Vorwurf. Ob die Voraussetzungen für eine förmliche gerichtliche Anklage vorliegen und welche individuellen Tatbeiträge nachgewiesen werden können, bleibt zu prüfen. Für die weitere Aufarbeitung des Skandals wird entscheidend sein, ob das Verfahren die Verantwortlichkeiten bei Vergabe, Zahlung und Kontrolle der Pandemieaufträge konkret klären kann. – RM
Quellen:
- GMA News – Ombudsman files P11-B plunder complaint vs. Pharmally execs, others over pandemic purchases, 16.10.2026
- The Philippine Star – P11 billion plunder complaint filed in Pharmally case, 17.10.2026
- Office of the Ombudsman – Republic Act No. 7080, § 2







Add Comment