OCCIDENTAL MINDORO – Der bevorstehende trockene Abschnitt des El-Niño-Klimaphänomens könnte die wenigen noch verbliebenen Tamaraws auf Mindoro zusätzlich gefährden. Das Department of Environment and Natural Resources (DENR) kündigte am 16. Oktober intensivere Beobachtung und den Schutz wichtiger Wasser- und Nahrungsquellen an. – klajoo.com – Im Mittelpunkt stehen unter anderem natürliche Wasserstellen und schlammige Suhlen, die die Tiere zur Abkühlung benötigen.
Der Tamaraw (Bubalus mindorensis) ist eine kleine, ausschließlich auf Mindoro vorkommende Wildrinderart. Er unterscheidet sich von den größeren, domestizierten Wasserbüffeln, die auf vielen philippinischen Feldern eingesetzt werden. Die Art gilt als vom Aussterben bedroht; bereits der Verlust einzelner Lebensräume kann für einen kleinen Bestand schwerwiegende Folgen haben.
Nach einer im Oktober veröffentlichten Auswertung wurden bei der Bestandserhebung im Mounts Iglit-Baco Natural Park im April 2026 insgesamt 425 Tamaraws gezählt. Im Jahr zuvor waren es 380. Diese Zahlen beziehen sich auf das erfasste Schutzgebiet und nicht auf eine vollständige, zweifelsfreie Zählung sämtlicher freilebender Tiere der Insel. Der gemeldete Anstieg ist erfreulich, beseitigt die Gefährdung aber nicht.
Wenn über längere Zeit wenig Regen fällt, können Schlammlöcher austrocknen, in denen die Tiere ihre Körpertemperatur regulieren. Gleichzeitig leidet die Vegetation, die ihnen als Nahrung dient. In ohnehin zerschnittenen und verkleinerten Lebensräumen müssen Wildtiere dann größere Strecken zurücklegen oder auf wenige verbleibende Wasserstellen ausweichen. Dort können Konkurrenz und andere Risiken zunehmen.
Das DENR setzt nach eigenen Angaben auf regelmäßige Kontrollen, Schutz der Lebensräume und die Zusammenarbeit mit umliegenden Gemeinden. Die Maßnahmen betreffen damit nicht nur die Tiere selbst. Auch der Zustand von Wäldern und Wassereinzugsgebieten entscheidet darüber, ob natürliche Quellen in trockenen Monaten erhalten bleiben.
Eine zweite Bedrohung ist seit Langem bekannt: Umwandlung von Wald und Grasland in landwirtschaftliche Flächen, Infrastrukturprojekte, die Zerschneidung geeigneter Gebiete und Wilderei. Die Mindoro Biodiversity Conservation Foundation betonte Ende September, dass die Art wegen ihres kleinen Bestands und ihrer begrenzten Fortpflanzungskapazität besonders empfindlich auf solche Veränderungen reagiert.
Entscheidend ist deshalb, wie sich die tatsächlichen Niederschläge und Wasserstände im Tamaraw-Gebiet in den kommenden Monaten entwickeln. Eine El-Niño-Prognose ist noch kein Beweis für eine bereits eingetretene flächendeckende Dürre. Frühzeitige Schutzmaßnahmen können jedoch verhindern, dass klimatische Belastung und bestehender Lebensraumverlust gleichzeitig auf die letzten Bestände wirken. – RM
Quellen:
- Philippine Information Agency – DENR steps up measures to secure Tamaraw’s food, water sources in Mindoro, 16.10.2026
- Philippine Information Agency – Mindoro Tamaraws rise to 425, but habitat loss remains major threat, 02.10.2026
- Philippine Information Agency – Occidental Mindoro town partners with DENR to champion Tamaraw conservation, 12.10.2026







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