MANILA – Neue Unterlagen des Department of Public Works and Highways (DPWH) werfen weitere Fragen zu Infrastrukturprojekten in Taguig auf. – klajoo.com – Senator Panfilo Lacson verweist auf Abrechnungsunterlagen eines Projekts, dessen georeferenzierte Fotos Koordinaten in Leyte anzeigen sollen – rund 600 Kilometer vom angegebenen Projektstandort in Taguig entfernt.
Lacson forderte Public Works Secretary Vince Dizon deshalb öffentlich zu einer Erklärung auf. Nach seiner Darstellung stammen die auffälligen Daten nicht aus einer externen Recherche, sondern aus Unterlagen und Prüfungen des DPWH selbst. Als Auftragnehmer des betreffenden Projekts nannte er St. Timothy Construction, ein Unternehmen, das mit dem Firmenumfeld von Sarah Discaya in Verbindung gebracht wird.
Der Vorgang fällt in einen größeren Datenabgleich zu Taguig. Nach Angaben Lacsons untersuchte das DPWH 15.523 Abrechnungsbilder aus den Jahren 2017 bis 2025 mit einem automatisierten Verfahren auf auffällige Ähnlichkeiten. Dabei seien 1.079 Bildpaare als stark ähnlich markiert worden. Betroffen seien 180 verschiedene Verträge. Solche Treffer sind zunächst Prüfhinweise: Ähnliche oder wiederverwendete Fotos können auf fehlerhafte Dokumentation hinweisen, beweisen aber für sich allein weder ein nicht existierendes Projekt noch einen Betrug.
Genau hier liegt der entscheidende Unterschied. Dizon hatte bei einer Senatsanhörung erklärt, die laufende Untersuchung habe bislang kein Geisterprojekt in Taguig bestätigt. DPWH-Unterstaatssekretär Ricardo Bernabe III sprach von 107 überprüften Projekten mit nachweisbarem Arbeitsfortschritt. Lacson hält dem entgegen, dass interne Inspektionsberichte einzelne als abgeschlossen gemeldete Bauwerke vor Ort nicht hätten bestätigen können.
Die Koordinaten in Leyte wirken auf den ersten Blick besonders schwerwiegend. Doch auch hier ist Vorsicht nötig. Bei der landesweiten Untersuchung von Hochwasserschutzprojekten hatte es bereits Fälle gegeben, in denen falsche Koordinaten reale Projekte an falschen Orten erscheinen ließen. Dokumentations- und Mappingfehler können deshalb eine plausible alternative Erklärung sein. Umgekehrt würde ein solcher Fehler bei Abrechnungsunterlagen selbst ein erhebliches Kontrollproblem darstellen, wenn er unbemerkt zur Auszahlung von Rechnungen beiträgt.
Entscheidend ist daher nicht die Frage, ob ein einzelner falscher Geotag bereits ein Geisterprojekt beweist. Relevant ist die gesamte Beweiskette: Existiert das Bauwerk am vertraglich festgelegten Standort? Entsprechen Umfang und Qualität dem Auftrag? Gehören die eingereichten Fotos tatsächlich zu diesem Projekt und zum angegebenen Baufortschritt? Und stimmen Rechnungen, Abnahmen und Zahlungen mit dem nachweisbaren Bauzustand überein?
Der aktuelle Fall ist damit vor allem ein Test für die Qualität der DPWH-eigenen Kontrolle. Wenn dieselben Systeme, die Zahlungen und Fertigstellung dokumentieren sollen, widersprüchliche Standortdaten oder wiederverwendete Bilder enthalten, reicht eine bloße Bestätigung, dass irgendwo ein Bauwerk steht, für eine vollständige Aufklärung nicht aus. Umgekehrt sollte ein Projekt erst dann als Geisterprojekt bezeichnet werden, wenn die zuständigen Ermittlungen tatsächlich belegen, dass das abgerechnete Bauwerk nicht existiert oder nicht in der abgerechneten Form ausgeführt wurde. – RM
Quellen:
- GMA News: Lacson questions DPWH Sec. Dizon over Taguig project geotagged in Leyte
- GMA News: Lacson says Dizon contradicted DPWH engineers on Taguig projects
- GMA News: No ghost projects in Taguig, DPWH chief Vince Dizon tells Alan Cayetano
- Senate of the Philippines ECLIPS: Mapping errors mistakenly brand real flood control projects as ghosts







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