MANILA/BRÜSSEL – Die laufenden Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen den Philippinen und der Europäischen Union betreffen nicht nur Waren, Zölle und Investitionen. – klajoo.com – Die philippinische Professional Regulation Commission (PRC) beteiligt sich inzwischen ausdrücklich an den Gesprächen über berufliche Dienstleistungen, die Mobilität von Fachkräften und mögliche Regeln zur gegenseitigen Anerkennung beruflicher Qualifikationen.
Die PRC war nach eigenen Angaben an der sechsten Verhandlungsrunde im Mai in Manila und an weiteren Gesprächen Ende Juni und Anfang Juli in Brüssel beteiligt. Dabei brachte sie technische und regulatorische Positionen zu Professional Services, zur Bewegung natürlicher Personen und zu möglichen Mutual Recognition Arrangements ein. Solche Vereinbarungen können festlegen, unter welchen Voraussetzungen berufliche Qualifikationen der jeweils anderen Seite anerkannt werden.
Für philippinische Fachkräfte wäre das grundsätzlich bedeutender als ein reines Handelskapitel. Anerkennungsverfahren sind insbesondere in regulierten Berufen ein praktisches Hindernis bei der Arbeitsaufnahme im Ausland. Dazu zählen je nach EU-Staat beispielsweise Gesundheitsberufe, technische Berufe oder andere Tätigkeiten, für die eine gesetzlich vorgeschriebene Qualifikation und Zulassung erforderlich ist.
Daraus folgt jedoch noch keine automatische EU-weite Anerkennung philippinischer Abschlüsse. Die Verhandlungen laufen weiter, und der endgültige Vertragstext steht nicht fest. Nach den derzeitigen EU-Regeln müssen Personen mit Qualifikationen aus einem Drittstaat für einen regulierten Beruf grundsätzlich die Anerkennung im jeweiligen Zielland beantragen und dessen nationale Verfahren erfüllen. Das gilt etwa auch für Deutschland, solange kein spezieller Rechtsrahmen etwas anderes vorsieht.
Ein künftiges Freihandelsabkommen könnte solche Verfahren vereinfachen, transparenter machen oder für bestimmte Berufsgruppen gegenseitige Anerkennungsmechanismen ermöglichen. Wie weit die EU und die Philippinen dabei gehen, ist jedoch offen. Auch Sprachkenntnisse, Berufserfahrung, Sicherheitsanforderungen und nationale Berufsregeln können neben dem eigentlichen Abschluss weiterhin eine Rolle spielen.
Die Verhandlungen sind deshalb vor allem ein Signal, dass Arbeitsmobilität und Berufsqualifikationen inzwischen ausdrücklich Teil des wirtschaftlichen Gesamtpakets sind. Für die große Zahl philippinischer Fachkräfte, die in Europa arbeiten möchten, wird entscheidend sein, ob aus den Verhandlungskapiteln später konkrete, einfachere Anerkennungswege entstehen und für welche Berufe sie gelten. – RM
Quellen:
- Professional Regulation Commission – PRC Advances Professional Mobility Through Participation in the Philippines-European Union Free Trade Agreement Negotiations
- European Commission – EU-Philippines agreement: Documents
- European Commission – Information for third country nationals: recognition of professional qualifications







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