MANILA/CEBU – Der Ausbau des Stromnetzes allein wird die wiederkehrenden Versorgungsengpässe in den Visayas nach Einschätzung der National Grid Corporation of the Philippines (NGCP) nicht beseitigen. – klajoo.com – Entscheidend sei, dass neben ausreichender Übertragungskapazität auch genügend tatsächlich verfügbare Kraftwerksleistung bereitstehe.
NGCP-Sprecherin Cynthia Alabanza widersprach damit Darstellungen, nach denen die Stromprobleme in Cebu und anderen Teilen der Visayas vor allem auf Engpässe im Übertragungsnetz zurückzuführen seien. “Transmission cannot create supply”, erklärte sie gegenüber Philippine Star. Zusätzliche Leitungen könnten vorhandenen Strom besser verteilen, aber keine fehlende Erzeugungsleistung ersetzen.
Der Unterschied zwischen installierter und verlässlich verfügbarer Leistung ist für die aktuelle Lage entscheidend. Kraftwerke können zwar nominell zum System gehören, aber wegen ungeplanter Ausfälle, Wartung oder gedrosselter Leistung zeitweise keinen oder nur eingeschränkt Strom liefern. Hinzu kommen Schwankungen bei wetterabhängiger erneuerbarer Erzeugung. Nach Angaben von NGCP wurden in den Visayas seit Jahresbeginn bereits 41 rote und 105 gelbe Netzalarme registriert. Im September gab es demnach bis zum 16. September nur an einem Tag keinen roten Alarm.
klajoo hatte am 16. September bereits über die aktuelle rote und gelbe Alarmstufe berichtet. Damals standen einer erwarteten Spitzenlast von 2.538 Megawatt nur 2.536 Megawatt verfügbare Kapazität gegenüber. Zahlreiche Kraftwerke waren vollständig ausgefallen oder arbeiteten mit reduzierter Leistung; zugleich waren die Stromimporte aus Mindanao begrenzt.
Die neue NGCP-Einordnung verschiebt deshalb den Blick vom einzelnen Netzalarm auf die Struktur des Problems. Die Visayas benötigen nicht nur neue Leitungen und Interkonnektoren, sondern genügend gesicherte Erzeugungsleistung, Speicher und Reserven, die auch bei mehreren gleichzeitigen Kraftwerksausfällen verfügbar bleiben.
NGCP fordert eine stärker abgestimmte Planung von Erzeugung, Übertragung und Verteilung. Welche Kraftwerke wo und zu welchem Zeitpunkt benötigt werden, lasse sich nicht getrennt von Netzausbau, Nachfrageentwicklung, Stilllegungen und Reserveanforderungen planen. Damit bestätigt der Netzbetreiber einen Punkt, der sich aus den bisherigen Alarmmeldungen bereits abzeichnete: Die wiederkehrenden Ausfälle sind nicht auf eine einzige technische Schwachstelle zurückzuführen.
Für Verbraucher ist diese Unterscheidung praktisch wichtig. Neue Leitungen können lokale Überlastungen und Transportengpässe entschärfen. Bleiben jedoch große Kraftwerksblöcke gleichzeitig außer Betrieb, fehlt dem Netz weiterhin die Energie, die über diese Leitungen verteilt werden könnte. Die Zuverlässigkeit der Stromversorgung hängt daher davon ab, ob Investitionen in Erzeugung, Speicher und Netz tatsächlich gemeinsam und rechtzeitig umgesetzt werden. – RM
Quellen:
- PhilStar – Transmission alone won’t fix Visayas power crunch’
- Klajoo – NGCP: Visayas-Stromnetz unter gelber und roter Alarmstufe am 16. September 2026
- DOE – Maps Long-Term Power Security Plan for Panay







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