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Cebu will vom Spiele-Outsourcing zur eigenen IP – ICon zeigt, wo den Philippinen noch Wertschöpfung fehlt

CEBU CITY – Hinter der Imaginators Convention 2026 in Cebu steckt eine größere wirtschaftliche Frage als eine zweitägige Veranstaltung für Gaming, Animation und Cosplay. Branchenvertreter fordern, dass die Philippinen ihre Rolle als Dienstleister für ausländische Spieleunternehmen stärker um eigene Studios, eigene Spiele und eigenes geistiges Eigentum erweitern. – klajoo.com – Ria Lu, Präsidentin der Game Developers Association of the Philippines (GDAP), verwies bei der Veranstaltung darauf, dass die Philippinen zwar über gut ausgebildete Entwickler, Kreative und einen großen heimischen Markt verfügen, ein erheblicher Teil der Wertschöpfung aber weiterhin außerhalb des Landes entsteht.

Nach ihrer Darstellung gaben Filipinos 2025 rund zwei Milliarden US-Dollar für Spiele aus; nur ein kleiner Teil davon fließe an philippinische Unternehmen.

Outsourcing schafft Arbeit – eigene Produkte schaffen zusätzlich Vermögen

Die philippinische Spielebranche ist seit Jahren eng mit Business Process Outsourcing und ausgelagerter Entwicklungsarbeit verbunden. Das kann hochwertige Arbeitsplätze schaffen und bringt internationales Know-how ins Land. Der wirtschaftliche Nachteil entsteht dort, wo philippinische Teams zwar an erfolgreichen Produkten mitarbeiten, Markenrechte, Lizenzen und langfristige Erlöse aber bei ausländischen Auftraggebern verbleiben.

Genau hier setzt die Forderung nach eigener Intellectual Property (IP) an. Gemeint sind nicht nur Urheberrechte im engen Sinn, sondern wirtschaftlich verwertbare eigene Spiele, Figuren, Marken, Software und Spielwelten. Wer diese Rechte kontrolliert, kann Einnahmen aus Verkauf, Lizenzen, Fortsetzungen, Merchandising oder internationaler Vermarktung über viele Jahre im Unternehmen halten.

Cebu baut gleichzeitig an der Talentpipeline

Das Cebu Institute of Technology – University (CIT-U) nutzt die Imaginators Convention als Verbindung zwischen Ausbildung und Branche. Studierende aus Informatik, Multimedia, Animation, Kommunikation und verwandten Fächern sollen früher mit Entwicklern und Unternehmen in Kontakt kommen. Parallel baut die Universität mit dem Wildcats Animation Lab eigene Ausbildungskapazitäten für praxisnahe Animation und digitale Produktion aus.

Damit entsteht in Cebu ein Ansatz, der für die Philippinen strukturell interessant ist: Ausbildung, lokale Entwicklergemeinschaft, Veranstaltungen und Unternehmensgründungen werden nicht ausschließlich auf Metro Manila konzentriert. Gerade für Central Visayas könnte sich daraus ein eigenständiges Cluster der Kreativ- und Digitalwirtschaft entwickeln.

Der schwierige Teil beginnt nach der Ausbildung

Talent allein garantiert allerdings keine international erfolgreichen Studios. Eigene Spiele benötigen Finanzierung über mehrere Jahre, Marketing, Vertrieb, internationale Plattformkontakte und die Bereitschaft, Fehlschläge zu tragen. Outsourcing ist für Unternehmen oft kalkulierbarer, weil ein Auftraggeber bereits vorhanden ist. Ein eigenes Produkt kann wesentlich profitabler werden – trägt aber auch das volle Entwicklungs- und Marktrisiko.

Die ICon ist deshalb vor allem dann wirtschaftlich interessant, wenn aus der Veranstaltung dauerhaft mehr entsteht als Sichtbarkeit: lokale Studios, investierbare Projekte, eigene IP und Unternehmen, die ihre Produkte aus Cebu heraus international verkaufen. Erst dann wandert ein größerer Teil der Wertschöpfung von der Auftragsarbeit in philippinisches Eigentum. – RM

Quellen:

  • BusinessMirror – Industry leader pushes stronger game-development ecosystem – 14.09.2026
  • Sugbo Highlights – Leveling Up the Visayas: CIT-U launches the Imaginators Convention (ICon 2026)

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