CEBU CITY – Die Provinzregierung von Cebu will 15 Infrastrukturprojekte der vorherigen Verwaltung im Gesamtwert von rund 120 Millionen Peso an das Office of the Ombudsman zur weiteren Untersuchung übergeben. Parallel ist eine separate Weiterleitung an das National Bureau of Investigation (NBI) vorgesehen.
Im Mittelpunkt stehen nach Angaben des Provincial Legal Office fehlende oder unvollständige Beschaffungsunterlagen. Drei Projekte weisen nach der bisherigen Prüfung überhaupt keine auffindbaren Dokumente auf. Bei elf weiteren fehlen einzelne zentrale Unterlagen; ein weiteres Projekt verfügt zwar über Akten, weist aber mehrere Mängel auf.
Drei Projekte ohne auffindbare Unterlagen
Zu den drei Fällen ohne auffindbare Projektunterlagen gehören zwei Vorhaben für Beton-Laternenmasten sowie ein Straßenbauprojekt in Aloguinsan. Die genannten Kosten dieser drei Projekte liegen bei 550.000 Peso, 2,4 Millionen Peso und 4,7 Millionen Peso.
Bei elf weiteren Projekten fehlen nach Angaben der Provinz unter anderem Performance Bonds, Unterlagen des Department of Labor and Employment oder Versicherungsnachweise. Diese Fälle sind noch nicht endgültig bewertet: Falls Auftragnehmer oder frühere Beschaffungsstellen beglaubigte Kopien nachreichen können, könnten einzelne Mängel noch behoben werden.
Die Provinz hat deshalb bislang keine Zahlungen für die 15 Projekte geleistet und sie auch noch nicht an die Commission on Audit weitergeleitet. Hintergrund ist das Risiko, dass Zahlungen ohne ausreichende Unterlagen später beanstandet oder nicht anerkannt werden.
Prüfung läuft bereits seit 2025
Die aktuelle Entwicklung ist nicht der Beginn der internen Prüfung. Gouverneurin Pamela Baricuatro hatte bereits am 28. Juli 2025 eine Untersuchung angeordnet. Im September 2025 wurden Projekte aus dem Komplex ausgesetzt. Die Prüfung umfasste zunächst 125 Vorhaben, wurde dann auf 20 und schließlich auf die jetzt noch strittigen 15 Projekte eingegrenzt.
Nach Angaben der Provinz erschwert auch eine unvollständige Übergabe der Akten zwischen der früheren und der heutigen Bids and Awards Committee die Bewertung. Das ist für die juristische Einordnung wichtig: Fehlende Unterlagen können auf schwere Beschaffungsmängel hinweisen, sie beweisen aber nicht automatisch, dass Gelder veruntreut wurden oder Korruption stattgefunden hat.
Ombudsman und NBI sollen mögliche Verantwortlichkeit klären
Das Provincial Legal Office will die Vorgänge deshalb an unabhängige Ermittlungsstellen weitergeben. Der Ombudsman ist für mögliche Verfehlungen von Amtsträgern zuständig; die NBI-Weiterleitung soll separat erfolgen. Welche konkreten Personen betroffen sein werden, wurde bislang nicht öffentlich genannt.
Für die weitere Berichterstattung sind deshalb drei Stufen auseinanderzuhalten: dokumentierte Aktenmängel, eine mögliche behördliche Feststellung von Beschaffungsverstößen und erst danach eine mögliche strafrechtliche Verantwortlichkeit. Der derzeitige Stand liegt noch bei Untersuchung und Beweissicherung. – RM
Quellen:
- The Freeman / Philstar – From previous administration: Ombudsman probe on 15 projects sought – 15.09.2026






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