MANILA – Fast jedes vierte auf den Philippinen im Jahr 2026 verkaufte Fahrzeug wird vom Energieministerium als Electric Vehicle (EV) erfasst. – klajoo.com – Nach Angaben des Department of Energy (DOE) entfielen von 270.124 bislang verkauften Fahrzeugen 66.685 auf die staatliche EV-Kategorie. Das entspricht 24,68 Prozent.
Die Zahl klingt zunächst nach einem sehr schnellen Wechsel zu reinen Elektroautos. Genau das sagt sie jedoch nicht aus. Nach dem philippinischen Electric Vehicle Industry Development Act (EVIDA) umfasst der Begriff Electric Vehicle ausdrücklich nicht nur batterieelektrische Fahrzeuge, sondern auch Hybridfahrzeuge und Plug-in-Hybride.
EV bedeutet in der philippinischen Statistik nicht automatisch batterieelektrisch
Republic Act No. 11697 definiert ein EV als Fahrzeug mit mindestens einem elektrischen Antrieb. Unter die gesetzliche Kategorie fallen Battery Electric Vehicles (BEV), Hybrid Electric Vehicles (HEV), Plug-in Hybrid Electric Vehicles (PHEV) sowie leichte Elektrofahrzeuge.
DOE-Direktor Patrick Aquino erklärte bei der Vorstellung der aktuellen Verkaufszahlen, dass Plug-in-Hybride und klassische Hybride einen erheblichen Teil der Verkäufe ausmachen. Der Anteil von 24,68 Prozent darf deshalb nicht mit dem Marktanteil reiner batterieelektrischer Autos gleichgesetzt werden.
Die Entwicklung ist dennoch erheblich. Das DOE meldete für 2025 insgesamt 60.906 registrierte EVs und damit mehr als doppelt so viele wie 2024. Verkaufszahlen eines laufenden Jahres und Fahrzeugregistrierungen eines abgeschlossenen Jahres sind allerdings unterschiedliche Kennzahlen und sollten nicht direkt miteinander verrechnet werden.
1.876 Lade- und Batteriewechselpunkte registriert
Parallel wächst die Infrastruktur. Das Energieministerium nennt inzwischen 1.876 registrierte Lade- beziehungsweise Batteriewechselpunkte im Land. Davon sind 878 AC-Ladepunkte, 470 DC-Schnellladepunkte und 528 Batteriewechselstationen.
Das DOE kündigte außerdem ein gemeinsames Rundschreiben mit dem Department of Public Works and Highways, dem Department of the Interior and Local Government und der Anti-Red Tape Authority an. Ziel ist, Genehmigungen für den Bau und Betrieb von Ladestationen zu vereinfachen.
Daneben soll eine weitere Regelung festlegen, welche öffentlichen und privaten Einrichtungen künftig verpflichtend Ladepunkte installieren müssen. Solche Vorgaben sind im EVIDA-Rahmen bereits vorgesehen und würden den Ausbau stärker von freiwilligen Einzelinvestitionen zu einer systematischen Infrastrukturplanung verschieben.
Die entscheidende Zahl ist deshalb nicht nur der EV-Anteil
Für die Bewertung der Elektromobilität auf den Philippinen müssen künftig mehrere Größen getrennt betrachtet werden: reine batterieelektrische Fahrzeuge, Plug-in-Hybride, klassische Hybride, Ladepunkte, regionale Verteilung und die Belastbarkeit der Stromnetze.
Ein hoher Anteil von Hybridfahrzeugen senkt den unmittelbaren Bedarf an öffentlichen Ladestationen stärker als derselbe Anteil reiner Batterieautos. Umgekehrt bestimmt gerade die Verfügbarkeit von Ladeinfrastruktur, ob Käufer außerhalb der großen Metropolregionen problemlos auf vollelektrische Fahrzeuge wechseln können.
Die 24,68 Prozent zeigen deshalb vor allem, wie stark elektrifizierte Antriebe inzwischen im philippinischen Neuwagenmarkt angekommen sind. Für die Frage, wie schnell tatsächlich vom Verbrennungsmotor auf rein elektrische Mobilität umgestellt wird, braucht es künftig eine getrennte Aufschlüsselung nach Antriebsart. – RM
Quellen:
- GMA News – DOE reports over 66,000 electric vehicles sold in 2026 – 15.09.2026
- Lawphil – Republic Act No. 11697 / Electric Vehicle Industry Development Act
- Department of Energy – Comprehensive Roadmap for the Electric Vehicle Industry (CREVI)







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