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Manila

Philippinen stoppen Export von frischem Ube – Regierung will eigenes Pflanzmaterial schützen

MANILA – Die Philippinen haben den Export von frischem Ube vorerst gestoppt. – klajoo.com – Das Bureau of Plant Industry (BPI) setzte die Ausfuhr von frischer Purpur-Yamswurzel (Dioscorea alata) und entsprechendem Vermehrungsmaterial bis auf Weiteres aus. Die Quarantänestellen des BPI stellen dafür keine phytosanitären Exportzertifikate mehr aus. Verarbeitete Produkte wie Ube-Pulver, Pasten oder Halaya sind von der Maßnahme nicht grundsätzlich erfasst.

Landwirtschaftsminister Francisco Tiu Laurel Jr. begründet den Schritt vor allem mit der knappen Versorgung mit geeignetem Pflanzmaterial im eigenen Land. Die Regierung will verhindern, dass größere Mengen vermehrungsfähiger Knollen ins Ausland gelangen, dort zur Ausweitung einer konkurrierenden Produktion genutzt werden und den ohnehin angespannten philippinischen Saat- und Pflanzgutmarkt zusätzlich schwächen. Das BPI verweist zugleich auf laufende Überarbeitungen der Regeln für die Ausfuhr.

Damit entsteht ein bemerkenswerter Gegensatz zur bisherigen Exportstrategie. Noch im August begrüßte das Landwirtschaftsministerium die Gründung der United Ube PH Association, die Produzenten, Verarbeiter, Händler, Exporteure, Forschung und Behörden zusammenbringen und Ube zu einem stärkeren philippinischen Exportprodukt entwickeln soll. Der weltweite Trend rund um die intensiv violette Knolle gilt als große Marktchance. Gleichzeitig reicht die heimische Produktion offenbar nicht aus, um Nachfrage, Verarbeitung und den Bedarf an Vermehrungsmaterial gleichzeitig problemlos zu bedienen.

Die Regierung hat für 2027 zusätzlich rund 300 Millionen Peso für die Entwicklung der Ube-Branche vorgesehen. Ein wesentlicher Teil soll in Baumschulen beziehungsweise Vermehrungsstrukturen fließen, damit mehr hochwertiges Pflanzmaterial zur Verfügung steht. Die Ausfuhrbeschränkung ist deshalb weniger als Abkehr vom Exportziel zu verstehen als als Versuch, zunächst die Produktionsbasis im eigenen Land zu sichern.

Für die Branche ist das dennoch ein schwieriger Balanceakt. Frischer Ube erzielt gerade wegen der internationalen Nachfrage einen wachsenden Wert. Ein Exportstopp kann kurzfristig Anbieter treffen, die bereits Absatzkanäle im Ausland aufgebaut haben. Umgekehrt wäre eine Exportoffensive ohne ausreichendes Pflanzmaterial riskant: Steigende Preise für Setz- und Pflanzmaterial könnten den Ausbau der heimischen Produktion bremsen und ausländischen Produzenten Zeit geben, eigene Lieferketten aufzubauen.

Der Fall zeigt damit ein grundsätzliches Problem schnell wachsender Agrarnischen auf den Philippinen. Internationale Nachfrage allein schafft noch keine stabile Exportindustrie. Entscheidend sind ausreichend Pflanzmaterial, planbare Mengen, Qualität, Verarbeitungskapazitäten und verlässliche Lieferketten. Erst wenn diese Basis wächst, kann die Regierung gleichzeitig mehr Ube exportieren und verhindern, dass ausgerechnet der Export die eigene Produktionsgrundlage schwächt. – RM

Quellen:

  • BusinessMirror – PHL bans exports of purple yam as global demand soars – 11.09.2026
  • Department of Agriculture – United Ube PH bonds industry for export push – 17.08.2026
  • Department of Agriculture – Regional Field Office XII – Marcos approves P300-million budget for ube industry, eyes PH to become world’s top ube producer – 18.07.2026

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