MANILA – Das Department of Migrant Workers (DMW) hat am 4. September die ANECON Tourism Consultancy Services Inc. beziehungsweise ANECON Study Abroad in Ortigas, Pasig City, geschlossen. – klajoo.com – Die Behörde wirft dem Unternehmen vor, Filipinos für Beschäftigung in Bulgarien, Deutschland und Großbritannien angeworben zu haben, obwohl keine DMW-Lizenz für die Vermittlung von Arbeitskräften ins Ausland vorlag.
Nach Angaben von DMW Assistant Secretary Jerome Alcantara wurde die Untersuchung durch einen Hinweis des Bureau of Immigration ausgelöst. Dabei ging es um 83 Personen, die ANECON vermittelt haben soll, überwiegend nach Bulgarien. In veröffentlichten DMW-Angaben ist von 70 Personen die Rede, die ausreisen konnten, und zehn weiteren, die vom Bureau of Immigration gestoppt wurden. Diese veröffentlichten Teilzahlen ergeben zusammen 80 und erklären damit nicht vollständig die genannte Gesamtzahl von 83.
Nach Darstellung des DMW wurden unter anderem Tätigkeiten als Zimmerpersonal, Köche, Servicekräfte und Freizeitparkmitarbeiter angeboten. Die Angebote seien mit Begriffen wie Au-pair, Ausbildung, Praktikum, kultureller Austausch oder Study Abroad verbunden worden. Andere Berichte unter Berufung auf die DMW-Ermittlungen nennen Gebühren zwischen 200.000 und 400.000 Peso – grob 2.750 bis 5.500 Euro – je nach Programm. Versprochen worden seien teils Monatsverdienste von 150.000 bis 300.000 Peso.
Der Fall ist gerade wegen des Deutschlandbezugs interessant. Begriffe wie Ausbildung und Au-pair bezeichnen reale und grundsätzlich legale Wege für Aufenthalt, Qualifizierung oder kulturellen Austausch. Sie sind aber nicht automatisch eine Erlaubnis für eine philippinische Beratungsfirma, Arbeitnehmer ins Ausland zu vermitteln. Genau an dieser Schnittstelle setzt die DMW-Warnung an: Wer ein angebliches Ausbildungs-, Studien- oder Austauschprogramm mit einem garantierten Arbeitsplatz verbindet, sollte prüfen, ob die Firma für Arbeitsvermittlung tatsächlich beim DMW zugelassen ist.
Bemerkenswert ist auch die Selbstdarstellung des Unternehmens. Auf der eigenen Website bezeichnet sich ANECON als Bildungs- und Tourismusberatung und ausdrücklich als Berater, nicht als Recruiter. Gleichzeitig nennt die Seite unter den angebotenen Leistungen auch Unterstützung bei Beschäftigungsmöglichkeiten, sofern verfügbar. Der DMW-Vorwurf lautet nun gerade, dass die tatsächliche Tätigkeit die Grenze zur nicht lizenzierten Arbeitsvermittlung überschritten habe.
Die Schließung durch das DMW ist eine behördliche Maßnahme und keine strafrechtliche Verurteilung. Persönliche Verantwortlichkeit sollte deshalb derzeit nicht aus öffentlichen Firmenprofilen abgeleitet werden. Die DMW-Berichte nennen die Firma, aber keinen bestimmten Inhaber als Beschuldigten. Für Betroffene ist praktischer, sich bei der DMW-Verifizierung zu vergewissern, ob ein Anbieter eine gültige Lizenz für Auslandsvermittlung besitzt, bevor Geld gezahlt oder Reisedokumente übergeben werden. – RM
Quellen:
- Department of Migrant Workers – Mitteilung zur Schließung von Anecon Tourism Consultancy, gespiegelt über GovServ
- Daily Tribune – DMW shuts down Ortigas firm over alleged illegal recruitment
- ANECON – öffentliche Unternehmenswebsite / Selbstdarstellung







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