MINDANAO – Das Mindanao-Stromnetz ist am 3. September unter Red Alert gestellt worden. Die Warnung galt nach Angaben der National Grid Corporation of the Philippines von 12:00 bis 21:00 Uhr; davor und danach wurden Yellow Alerts ausgerufen. – klajoo.com – Für den erwarteten Spitzenbedarf von 2.546 Megawatt standen nur 2.480 Megawatt verfügbare Leistung zur Verfügung.
Damit wurde sichtbar, was sich bereits in den letzten Augusttagen angekündigt hatte. Am 31. August war die Bruttoreserve Mindanaos auf nur noch 98 Megawatt gefallen. Die verfügbare Kapazität lag damals bei 2.533 Megawatt, der tatsächliche Spitzenbedarf bei 2.435 Megawatt. Nur sechs Tage zuvor hatte die Reserve noch 372 Megawatt betragen.
Auffällig ist, dass die Reserve nicht deshalb schrumpfte, weil der Stromverbrauch plötzlich stark stieg. Die Nachfrage ging gegen Monatsende sogar zurück. Die verfügbare Erzeugung sank jedoch schneller. Damit wurde das Netz anfälliger für weitere Kraftwerksausfälle oder unerwartete Lastspitzen.
Beim Red Alert am 3. September nannte NGCP mehrere ausgefallene große Kohlekraftwerke als wesentliche Ursache. Sechs Anlagen in Mindanao befanden sich im September auf Forced Outage, weitere Anlagen waren bereits seit früheren Monaten nicht verfügbar. Zusätzlich arbeiteten sieben Kraftwerke nur mit reduzierter Leistung. Insgesamt fehlten dem Netz nach NGCP-Angaben 841,6 Megawatt Erzeugungskapazität.
Ein Red Alert bedeutet nicht automatisch flächendeckende Stromabschaltungen. Er zeigt aber, dass die verfügbare Versorgung nicht ausreicht, um Nachfrage und notwendige Betriebsreserve gleichzeitig vollständig abzudecken. Lokale Versorger können deshalb zu Lastabwürfen oder anderen Maßnahmen aufgefordert werden, wenn sich die Lage weiter verschlechtert.
Der Monatsdurchschnitt zeigt zugleich, dass Mindanao nicht permanent unter Strommangel leidet. Von Januar bis August lag die durchschnittliche tatsächliche Nachfrage bei 2.442 Megawatt, die durchschnittlich verfügbare Kapazität bei 3.264 Megawatt. Daraus ergab sich im Mittel eine Bruttoreserve von 822 Megawatt.
Genau dieser Unterschied ist wichtig: Das Problem ist derzeit weniger eine dauerhaft zu geringe installierte Leistung als die starke Schwankung der tatsächlich verfügbaren Erzeugung. Ein Netz kann auf dem Papier ausreichend Kraftwerke besitzen und trotzdem kritisch werden, wenn mehrere größere Anlagen gleichzeitig ausfallen oder gedrosselt arbeiten.
Für Mindanao sollte deshalb neben neuen Kraftwerksprojekten stärker beobachtet werden, wie zuverlässig bestehende Anlagen verfügbar sind, wie schnell Wartungs- und Störungsfälle behoben werden und wie gut Strom über die Verbindungen zu den Visayas ausgetauscht werden kann. Die 98-Megawatt-Reserve Ende August und der Red Alert wenige Tage später zeigen jedenfalls, wie schnell ein scheinbar komfortabler Jahresdurchschnitt in eine akute Engpasslage umschlagen kann. – RM
Quellen:
- SunStar Davao – Mindanao power generation declines faster than demand
- GMA News – Visayas, Mindanao grids placed on red alert on September 3, 2026







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