DAVAO CITY – Während die allgemeine Zahl von Teenagergeburten auf den Philippinen in mehreren Statistiken zurückgeht, entwickelt sich die jüngste Altersgruppe in die entgegengesetzte Richtung. – klajoo.com – In der Davao Region stieg die Zahl registrierter Geburten bei Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren nach Angaben der Commission on Population and Development (CPD) von 220 im Jahr 2022 auf 284 im Jahr 2024. Das entspricht einem Anstieg um rund 29 Prozent innerhalb von zwei Jahren.
Die CPD will deshalb gemeinsam mit Städten und Gemeinden genauer ermitteln, in welchen Barangays sich die Fälle konzentrieren. Statt nur regionaler Durchschnittswerte sollen lokale Hotspots identifiziert und dort soziale, gesundheitliche und Schutzmaßnahmen gezielter eingesetzt werden.
Das Problem betrifft nicht nur Davao
Ein Blick auf Metro Manila zeigt dieselbe ungewöhnliche Trennung zwischen älteren und sehr jungen Jugendlichen. Nach Angaben der CPD stieg die Zahl registrierter Geburten bei 10- bis 14-Jährigen in der National Capital Region von 286 im Jahr 2020 auf 374 im Jahr 2024.
Gleichzeitig gingen die gesamten Geburten bei 10- bis 19-jährigen Müttern in Metro Manila von 2023 auf 2024 um 7,7 Prozent zurück. Innerhalb dieser insgesamt rückläufigen Entwicklung stieg aber ausgerechnet die Zahl der Geburten bei 14-jährigen Müttern um 26,5 Prozent – von 230 auf 291. Die jüngste Mutter in der NCR-Statistik 2024 war zwölf Jahre alt.
Damit zeigt sich ein Muster, das auch national von Bevölkerungsbehörden beschrieben wird: Erfolge bei älteren Teenagern bedeuten nicht automatisch, dass das Problem bei Kindern unter 15 Jahren ebenfalls zurückgeht.
Davao und Metro Manila lassen sich nicht einfach über absolute Zahlen vergleichen
Die 284 Fälle in der Davao Region und die 374 Fälle in Metro Manila sind zunächst absolute Geburtenzahlen. Daraus lässt sich nicht ohne Weiteres ableiten, in welcher Region das individuelle Risiko höher ist, weil die Zahl der dort lebenden Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren unterschiedlich groß ist. Für einen sauberen Risikovergleich wäre eine einheitlich berechnete Rate pro 1.000 Mädchen dieser Altersgruppe notwendig.
Die absoluten Zahlen zeigen dennoch, dass die Entwicklung nicht nur ein ländliches oder nur ein Mindanao-Problem ist. Selbst in der dicht besiedelten Hauptstadtregion, in der die allgemeine Teenagergeburtenzahl zuletzt sank, nahm die Zahl bei sehr jungen Mädchen über mehrere Jahre zu.
Für Metro Cebu fehlen aktuell gleichwertige 2024-Daten nur für die 10- bis 14-Jährigen
Für Metro Cebu ist die öffentliche Datenlage weniger gut vergleichbar. Die CPD Central Visayas veröffentlichte auf Grundlage von PSA-Daten für 2022 insgesamt 1.505 Geburten bei 10- bis 19-jährigen Müttern in Cebu City, 586 in Lapu-Lapu City und 475 in Mandaue City. Für diese drei Kernstädte von Metro Cebu liegt in den aktuell auffindbaren Veröffentlichungen jedoch keine gleichwertige 2024-Aufschlüsselung ausschließlich für 10- bis 14-Jährige vor.
Diese Zahlen dürfen deshalb nicht direkt neben die 284 Fälle aus Davao gestellt werden. Sie umfassen eine breitere Altersgruppe und ein anderes Jahr. Sie zeigen lediglich, dass auch Metro Cebu seit längerem eine erhebliche Zahl von Geburten bei Minderjährigen registriert und dass die dortige CPD ausdrücklich vor immer jüngeren Fällen warnt.
Landesweit rund zehn Geburten täglich bei Mädchen unter 15
Für 2024 werden landesweit 3.612 registrierte Lebendgeburten bei Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren genannt – im Durchschnitt fast zehn pro Tag. Damit entfielen auf die Davao Region rechnerisch knapp acht Prozent und auf Metro Manila gut zehn Prozent dieser landesweiten Fälle. Auch diese Anteile sind keine Risikoraten, machen aber die Größenordnung sichtbar.
Bei 10 bis 14 Jahren geht es nicht nur um Sexualaufklärung
Die CPD in Davao bezeichnet die Entwicklung ausdrücklich als Frage des Kinderschutzes. Bei sehr jungen Mädchen geht es nicht lediglich darum, ob Informationen zu Verhütung vorhanden sind. Behörden müssen auch prüfen, ob Zwang, Missbrauch, Ausbeutung, große Altersunterschiede zu Partnern oder mangelnder Schutz im familiären und sozialen Umfeld eine Rolle spielen.
Die in der aktuellen PIA-Meldung wiedergegebenen Prozentangaben zum Alter der Partner sind allerdings rechnerisch widersprüchlich und werden deshalb hier nicht übernommen. Für eine belastbare Bewertung dieses Punktes müssen CPD beziehungsweise PSA die zugrunde liegenden Daten eindeutig aufschlüsseln.
Hotspot-Karten können helfen – wenn anschließend konkrete Hilfe folgt
Die geplante lokale Kartierung in der Davao Region ist deshalb sinnvoll, wenn sie über das bloße Zählen hinausgeht. Entscheidend wäre, ob Gemeinden anschließend erkennen können, welche Schulen und Barangays besonders betroffen sind, ob Kinder nach einer Schwangerschaft die Schule verlassen, ob medizinische und psychosoziale Hilfe erreichbar ist und ob Hinweise auf sexuellen Missbrauch konsequent untersucht werden.
Der Vergleich mit Metro Manila zeigt zugleich, dass das Problem nicht mit einer einzigen regionalen Kampagne gelöst werden kann. Die landesweit sinkenden Zahlen bei älteren Jugendlichen können einen Fortschritt darstellen – die wachsenden Geburtenzahlen bei Kindern unter 15 Jahren bleiben aber ein eigenständiges und deutlich schwerwiegenderes Schutzproblem. – RM
Quellen:
- Philippine Information Agency – CPD-XI to intensify partnership with LGUs to address pregnancy among aged 10 to 14 children
- Commission on Population and Development NCR – Metro Manila’s People as the Heart of the Region’s Development
- Philippine Statistics Authority NCR – Registered Live Births involving Adolescent Mothers in NCR: 2024
- SunStar Cebu – CPD calls for action to prevent teenage pregnancy amid rising birth rates
- Philippine Information Agency – CPD puts education first amid rising teen pregnancy cases







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