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Philippinische Reisesteuer vor dem Aus: Wer 1.620 Peso spart – und wer die Einnahmelücke tragen müsste

MANILA – Die Abschaffung der philippinischen Travel Tax ist deutlich näher gerückt. Das Repräsentantenhaus hat House Bill 8464 bereits im März in dritter und letzter Lesung verabschiedet. – klajoo.com – Nun erklärte Senatspräsident Sherwin Gatchalian, der Senat wolle die Reisesteuer noch vor Ende 2026 abschaffen. In Kraft ist die Abschaffung aber noch nicht: Bis ein entsprechendes Gesetz das gesamte Verfahren durchlaufen hat und wirksam wird, gelten die bisherigen Zahlungen und Befreiungen weiter.

Für normale Economy-Reisende ist die Rechnung einfach. Die volle Travel Tax beträgt derzeit 1.620 Peso je Ausreise. Das sind bei einem Kurs von rund 72 Peso je Euro etwa 22,50 Euro. In der First Class werden 2.700 Peso fällig, rund 37,50 Euro.

Eine vierköpfige Familie spart fast 90 Euro – wenn alle voll steuerpflichtig sind

Bei vier voll steuerpflichtigen Personen in der Economy Class summiert sich die Abgabe auf 6.480 Peso pro Ausreise, knapp 90 Euro. Gerade bei preisgünstigen Regionalflügen kann die Steuer damit einen spürbaren Anteil an den Gesamtkosten ausmachen. Der unmittelbare Vorteil einer Abschaffung wäre deshalb bei Familien und häufig Reisenden am größten.

Auch Geschäftsreisende, Studenten ohne Befreiung und Filipinos, die privat Angehörige im Ausland besuchen, würden direkt profitieren. Die oft genannte politische Begründung, Auslandsreisen seien längst nicht mehr ausschließlich Luxus, trifft gerade auf diese Gruppen zu.

OFWs profitieren deutlich weniger – sie sind bereits befreit

Nicht jeder Reisende spart nach einer Abschaffung 1.620 Peso. Overseas Filipino Workers sind bei qualifizierenden Reisen zu ihrem Arbeitsort bereits heute von der Travel Tax befreit. Auch philippinische Daueraufenthaltsberechtigte im Ausland, die weniger als ein Jahr auf den Philippinen bleiben, sowie Kinder bis zwei Jahre gehören zu den Befreiungsgruppen.

Für bestimmte Angehörige von OFWs gibt es bislang einen privilegierten reduzierten Satz von 300 Peso in der Economy Class und 400 Peso in der First Class. Ihre zusätzliche Entlastung durch eine vollständige Abschaffung wäre entsprechend kleiner als bei einem normalen voll steuerpflichtigen Passagier.

Die Kehrseite: rund sechs Milliarden Peso Einnahmen

Gatchalian beziffert den erwarteten Einnahmeausfall auf rund sechs Milliarden Peso. Beim aktuellen Wechselkurs sind das ungefähr 83 Millionen Euro pro Jahr. Die Summe verschwindet mit der Steuer nicht automatisch aus den staatlichen Aufgaben, denn die Einnahmen sind bisher gesetzlich verteilt.

Nach Angaben der Tourism Infrastructure and Enterprise Zone Authority, kurz TIEZA, gehen 50 Prozent der Einnahmen an TIEZA, 40 Prozent an die Commission on Higher Education für tourismusbezogene Bildungsprogramme und zehn Prozent an die National Commission for Culture and the Arts. Wird die Steuer gestrichen und sollen diese Aufgaben unverändert weiterlaufen, muss das Geld aus einer anderen Quelle kommen.

Abolition bedeutet daher auch eine Haushaltsentscheidung

Der vom Repräsentantenhaus verabschiedete Entwurf sieht vor, die betroffenen Programme künftig über den regulären Staatshaushalt zu finanzieren. Damit würde die Belastung nicht einfach verschwinden, sondern von einer zweckgebundenen Abgabe beim Ausreisenden in die allgemeine Haushaltsfinanzierung verlagert.

Genau diese Richtung empfiehlt auch das Senate Economic Planning Office in einer 2026 veröffentlichten Analyse. Es bewertet die heutige Struktur als problematisch, weil sie stark auf Economy-Reisenden lastet, die Einnahmen schwanken und die Abgabe nur noch begrenzt zu ihrem ursprünglichen Zweck passt. Der Policy Brief schlägt einen schrittweisen Übergang zur Finanzierung über den General Appropriations Act vor, verbunden mit stärkerer Transparenz und Kontrolle.

Wer gewinnt – und wer bezahlt am Ende?

Der direkte Gewinner ist der heute steuerpflichtige Auslandsreisende. Je häufiger jemand fliegt und je mehr voll steuerpflichtige Familienmitglieder mitreisen, desto größer die Entlastung. Wer bereits befreit ist, hat dagegen kaum oder keinen zusätzlichen Vorteil.

Auf der anderen Seite verteilt eine Haushaltsfinanzierung die Kosten breiter auf die Allgemeinheit. Das kann sachgerecht sein, wenn Tourismusinfrastruktur, Hochschulprogramme und Kulturförderung als allgemeine Staatsaufgaben verstanden werden. Es macht aber auch sichtbarer, dass die Abschaffung der Travel Tax kein kostenloses Geschenk ist: Entweder werden rund sechs Milliarden Peso an anderer Stelle im Budget bereitgestellt, die bisherigen Programme werden gekürzt oder der Staat erschließt andere Einnahmen.

Für Reisende ist deshalb vorerst vor allem eines wichtig: Noch gilt die Travel Tax. Politische Aussagen über eine Abschaffung bis Jahresende sind ein Ziel, keine bereits wirksame Regel. Erst ein endgültig beschlossenes und in Kraft getretenes Gesetz ändert, was beim nächsten Abflug tatsächlich bezahlt werden muss. – RM

Quellen:

  • Tourism Infrastructure and Enterprise Zone Authority – Travel Tax
  • Tourism Infrastructure and Enterprise Zone Authority – Travel Tax Exemption
  • News5 – Senate eyes to scrap travel tax in 2026
  • Senate Economic Planning Office / SERP-P – The Price of Mobility: Rethinking the Philippine Travel Tax
  • Manila Bulletin – Travel tax abolition bill gets final House nod

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