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Fast 9.600 Klassenzimmer nach Unwettern beschädigt – Schäden treffen auf bestehenden Raummangel

MANILA – Die jüngsten Taifune und der verstärkte Südwestmonsun haben nach Angaben des Department of Education (DepEd) landesweit 1.594 Schulen beschädigt. Betroffen sind 9.597 Klassenzimmer mit leichten bis schweren Schäden. – klajoo.com – Für größere Reparaturen und Wiederaufbau veranschlagt das Bildungsministerium derzeit rund 2,6 Milliarden Peso, umgerechnet etwa 36 Millionen Euro.

Besonders stark betroffen ist Central Luzon. Dort meldet DepEd 3.596 beschädigte Klassenzimmer in 412 Schulen. Das entspricht rechnerisch rund 37 Prozent der landesweit gemeldeten beschädigten Klassenzimmer. Pampanga weist mit 1.689 beschädigten Klassenzimmern den höchsten Einzelwert auf, gefolgt von Bulacan mit 933.

Schulen sind gleichzeitig Unterrichtsort und Evakuierungszentrum

Zusätzlich werden 1.066 Klassenzimmer in 291 Schulen derzeit als Evakuierungsunterkünfte genutzt. Dort sind nach DepEd-Angaben 9.068 vertriebene Familien untergebracht. Allein in Central Luzon dienen 237 Klassenzimmer in 78 Schulen als vorübergehende Unterkünfte für 1.951 Familien.

Damit entsteht ein doppelter Engpass. Ein Klassenraum kann auch dann für den Unterricht ausfallen, wenn das Gebäude selbst nicht schwer beschädigt ist, aber als Schutzraum für Evakuierte gebraucht wird. Gleichzeitig müssen Familien bei schweren Überschwemmungen irgendwo sicher untergebracht werden. Gerade in Gemeinden mit wenigen geeigneten öffentlichen Gebäuden sind Schulen deshalb regelmäßig Teil des Katastrophenschutzsystems.

Für kleinere Reparaturen und Aufräumarbeiten nennt DepEd zunächst rund 318 Millionen Peso. Für größere Reparaturen werden 359 Millionen Peso veranschlagt, für Wiederaufbau rund 2,25 Milliarden Peso. Die beiden letztgenannten Positionen ergeben zusammen rund 2,6 Milliarden Peso.

Die Detailzahlen lassen sich nicht einfach addieren

Bei den veröffentlichten Angaben fällt allerdings eine Unschärfe auf. DepEd nennt 718 Schulen für größere Reparaturen und 898 Schulen für Wiederaufbau. Zusammen wären das 1.616 Schulen und damit mehr als die insgesamt als beschädigt angegebenen 1.594 Schulen. Aus der Mitteilung geht nicht hervor, ob sich die Kategorien überschneiden oder ob unterschiedliche Erfassungsstände zugrunde liegen. Die beiden Schulzahlen sollten deshalb nicht als Zahl voneinander getrennter Einrichtungen addiert werden.

Das ändert nichts an der Größenordnung des Problems, zeigt aber, wie wichtig eine spätere aktualisierte Schadensliste ist. Auch die 9.597 beschädigten Klassenzimmer reichen von leichten Schäden bis zu Fällen, die einen Wiederaufbau erforderlich machen. Sie sind deshalb nicht mit 9.597 vollständig zerstörten Räumen gleichzusetzen.

Die Schäden treffen ein System mit bereits mehr als 144.000 fehlenden Klassenzimmern

Die Unwetter kommen zu einem strukturellen Problem hinzu. DepEd bezifferte den landesweiten Mangel im April auf mehr als 144.000 Klassenzimmer. Das Ministerium und das Department of Public Works and Highways haben deshalb eine gemeinsame Planung für Neubau, Ersatz, Reparatur und Rehabilitation vereinbart.

Die aktuellen 9.597 beschädigten Räume dürfen nicht einfach auf diese Fehlzahl aufgeschlagen werden. Ein Teil wird kurzfristig reparierbar sein, ein Teil bleibt nutzbar und andere Räume fallen nur vorübergehend aus. Praktisch verschärft jeder länger nicht nutzbare Raum aber die ohnehin knappe Situation: größere Klassen, Schichtunterricht oder alternative Lernformen werden wahrscheinlicher.

In Central Luzon gingen durch die Unwetter nach DepEd-Angaben teilweise bis zu zwölf Unterrichtstage verloren. Mehr als 23.000 beschädigte Selbstlernmodule müssen ersetzt werden. Das Ministerium setzt deshalb neben Reparaturen auf flexible Lernformen und eine schrittweise, möglichst schulgenaue Rückkehr zum Präsenzunterricht.

Entscheidend wird die Reparaturgeschwindigkeit

Für die weitere Lage ist nicht nur die Schadenssumme relevant. Entscheidend ist, wie viele der beschädigten Klassenzimmer innerhalb von Wochen wieder genutzt werden können und wie viele in längerfristige Bauprogramme rutschen. Bei einem bereits großen strukturellen Rückstand kann eine langsame Wiederherstellung die Folgen einer einzelnen Unwetterperiode weit in das Schuljahr hinein verlängern.

Die nächsten belastbaren Vergleichswerte sollten deshalb zeigen, wie viele Schulen wieder vollständig geöffnet sind, wie viel der beantragten Mittel tatsächlich freigegeben wurde und wie viele Unterrichtsräume dauerhaft ersetzt werden müssen. – RM

Quellen:

  • Philippine Information Agency / Department of Education – Angara: Mahigit 9,500 silid-aralan naapektuhan ng bagyo at habagat; – DepEd kumikilos na
  • Philippine News Agency – Over P2-B disaster response fund needed for 9.5K damaged classrooms
  • Department of Education – DepEd at DPWH, pinagtibay ang pagtutulungan para sa karagdagang classrooms sa bansa
  • Bangko Sentral ng Pilipinas – Exchange Rate

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