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Philippinen fehlen Zehntausende Schulberater – weniger als 1.000 registrierte Fachkräfte für mehr als 45.000 Schulen

MANILA – An den mehr als 45.000 Schulen des philippinischen Bildungsministeriums arbeiten derzeit weniger als 1.000 registrierte Guidance Counselors. – klajoo.com – Die Zahl stammt von DepEd-Unterstaatssekretär Willie Cabral und macht deutlich, wie groß die Lücke bei professioneller Beratung und psychischer Unterstützung von Schülerinnen und Schülern ist. Gerade nach mehreren schweren Gewalttaten an Schulen ist der Ausbau dieser Strukturen stärker in den politischen Fokus gerückt.

Der englische Begriff „Guidance Counselor“ lässt sich dabei nicht sinnvoll mit „Schulpsychologe“ gleichsetzen. Es handelt sich um professionell ausgebildete und registrierte Schulberater, die unter anderem bei persönlichen, sozialen, schulischen und psychischen Problemen unterstützen. Für die klassische Qualifikation als Registered Guidance Counselor sind auf den Philippinen ein Masterabschluss in Guidance and Counseling und eine Berufszulassung erforderlich.

Landesweit gibt es deutlich mehr – aber nur ein kleiner Teil arbeitet bei DepEd

Cabral nannte für Ende Januar 2026 landesweit rund 5.000 registrierte Guidance Counselors und weniger als 3.000 registrierte Psychologen. Im öffentlichen Schulsystem von DepEd seien dagegen weniger als 1.000 registrierte Guidance Counselors tätig. Damit erklärt sich auch, warum frühere Angaben von mehreren Tausend lizenzierten Fachkräften nicht im Widerspruch zur aktuellen Zahl stehen: Die eine Zahl beschreibt den gesamten registrierten Berufsstand, die andere die tatsächlich bei DepEd eingesetzten Fachkräfte.

Das Problem ist zudem nicht neu. DepEd hatte bereits 2020 rund 5.000 Guidance-Counselor-Stellen geschaffen. Nach Cabral wurden davon nur etwa 1.000 besetzt. Schon 2024 waren mehr als 4.400 entsprechende Stellen unbesetzt. Als Ursachen galten unter anderem die hohen formalen Anforderungen, die geringe Zahl geeigneter Hochschulabsolventen und eine im Verhältnis zur Qualifikation wenig attraktive Bezahlung.

10.000 School Counselor Associates sollen die Lücke verkleinern

Als Reaktion auf den Mangel setzt die Regierung inzwischen auf eine neue Personalkategorie. Für 2026 wurden 10.000 reguläre und dauerhafte Stellen für School Counselor Associates geschaffen. Grundlage ist der Basic Education Mental Health and Well-Being Promotion Act, Republic Act 12080. Anders als Registered Guidance Counselors benötigen diese Associates keine entsprechende Berufslizenz.

Bewerber müssen nach den inzwischen genehmigten Qualifikationsregeln einen Abschluss etwa in Psychologie, Guidance and Counseling oder einem verwandten Fach besitzen, mindestens 18 Einheiten in Verhaltenswissenschaften nachweisen und ein beaufsichtigtes Praktikum von mindestens 200 Stunden absolviert haben. Für School Counselor Associate I nennt DepEd ein Grundgehalt von rund 31.000 Peso im Monat zuzüglich 2.000 Peso Personal Economic Relief Allowance.

Die Einstellung läuft bereits. Nach Angaben Cabrals waren von den 10.000 Stellen bis zum 23. August 9.641 öffentlich ausgeschrieben. Für 6.968 Bewerbungen liefen bereits Auswahlverfahren, 2.469 Stellen waren noch offen; bei rund 400 Positionen wartete DepEd noch auf die formale Freigabe über ein Notice of Organization, Staffing and Compensation Action.

Selbst 10.000 zusätzliche Kräfte reichen bei weitem nicht

Die neue Personalkategorie löst das strukturelle Problem allerdings nur teilweise. Bildungsminister Sonny Angara erklärte Anfang August, dass für eine umfassende Umsetzung von Republic Act 12080 rund 45.000 School Counselors und zusätzlich 45.000 School Counselor Associates benötigt würden. Die dafür erforderlichen Ausgaben bezifferte er auf etwa 30 bis 40 Milliarden Peso.

Das Gesetz sieht unter anderem ein Care Center an jeder Schule sowie Mental Health and Well-Being Offices auf Ebene der Schools Divisions vor. In der Praxis wird dieses Ziel nur schrittweise erreichbar sein. Nach Angaben des Vorsitzenden der Minderheit im Repräsentantenhaus, Marcelino Libanan, enthält der vorgeschlagene Staatshaushalt für 2027 weitere 802 Millionen Peso für 2.021 Stellen: 1.800 School Counselor Associates und 221 School Division Counselors.

Mehr Sicherheit ist nicht nur eine Frage von Kontrollen

Die Debatte über Schulberater läuft parallel zu Forderungen nach stärkeren Zugangskontrollen und Sicherheitsmaßnahmen. Die Personalfrage zeigt jedoch, dass Prävention nicht an der Schultür endet. Fachkräfte sollen psychische Belastungen, Konflikte, Mobbing und Warnsignale früh erkennen und Schülerinnen und Schüler an geeignete Hilfen vermitteln. Damit wird die Umsetzung des Mental-Health-Gesetzes zu einem wichtigen Teil der aktuellen Diskussion über Schulsicherheit.

Ob die neuen Stellen den Mangel spürbar lindern, hängt deshalb nicht nur von ihrer Zahl ab. Entscheidend wird sein, wie viele geeignete Bewerber tatsächlich eingestellt und ausgebildet werden, wie die Kräfte auf die mehr als 45.000 Schulen verteilt werden und ob die neuen Beratungsstrukturen dauerhaft funktionieren. Die bisherige Erfahrung mit tausenden unbesetzten Guidance-Counselor-Stellen zeigt, dass die Schaffung von Stellen allein noch keine Versorgung garantiert. – RM

Quellen:

  • The Philippine Star – DepEd: Over 45,000 schools, only 1,000 guidance counselors
  • The Philippine Star – DepEd eyes hiring of 10,000 non-licensed counselors after greenlight from CSC
  • Senate of the Philippines – Republic Act No. 12080
  • The Philippine Star – Angara: Education faces emergency amid school violence
  • Journal News Online – P802M set for 2K new public school guidance counselors
  • The Philippine Star – DepEd struggles to fill over 4K vacant guidance counselor positions

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