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Negros Occidental: Frau entdeckt Ehe und Reisepass unter ihrer Identität

NEGROS OCCIDENTAL – Eine Frau aus Binalbagan hat nach einem Bericht von Negros Now Daily bei der Beantragung einer Bescheinigung über ihren Familienstand entdeckt, dass sie in den staatlichen Registern bereits als verheiratet geführt wird. – klajoo.com – Nach dem Bericht soll außerdem 2018 ein philippinischer Reisepass unter ihrem Namen ausgestellt worden sein – allerdings mit dem Foto einer anderen Frau. Der Fall wirft Fragen auf, weil offenbar zwei voneinander getrennte staatliche Verfahren betroffen sind: Personenstandsregister und Passausstellung.

Entdeckung bei Antrag auf Bescheinigung für eigene Hochzeit

Die Betroffene wollte nach Angaben der Lokalzeitung bei der Philippine Statistics Authority (PSA) ein Certificate of No Marriage Record, kurz CENOMAR, für ihre bevorstehende Hochzeit beantragen. Dabei sei festgestellt worden, dass in den PSA-Daten bereits eine Eheschließung aus dem Mai 2018 in Santa Maria in der Provinz Bulacan registriert ist. Als Ehemann sei ein japanischer Staatsangehöriger eingetragen.

Die Frau erklärte dem Bericht zufolge, sie kenne den Mann nicht und habe dieser Eheschließung niemals zugestimmt. Negros Now Daily berichtet außerdem, das Department of Foreign Affairs (DFA) habe bestätigt, dass 2018 unter ihrem Namen, ihrer Adresse und ihrer Unterschrift ein philippinischer Reisepass beantragt beziehungsweise ausgestellt worden sei. Das Foto im Pass zeige jedoch eine andere Frau.

Die Betroffene will den Vorgang nun mit Unterstützung des Büros des Abgeordneten des 5. Distrikts von Negros Occidental zum National Bureau of Investigation bringen und formell Anzeige erstatten. Eine eigenständige öffentliche Mitteilung von PSA, DFA oder NBI zu diesem konkreten Fall war bei der aktuellen Recherche nicht auffindbar. Die fallbezogenen Angaben beruhen deshalb bislang auf der lokalen Berichterstattung und sind noch kein veröffentlichtes Ergebnis einer NBI-Ermittlung.

Ein falscher Heiratseintrag ist mehr als ein Tippfehler

Für die Betroffene ist der Vorgang nicht allein ein mögliches Strafverfahren gegen unbekannte Beteiligte. Solange die Ehe in den Personenstandsunterlagen eingetragen ist, betrifft der Fehler unmittelbar ihren eigenen Familienstand.

Das philippinische Verfahren unterscheidet dabei zwischen einfachen Schreib- oder Tippfehlern und substantiellen Änderungen. Republic Act No. 9048 erlaubt bestimmte rein administrative Korrekturen beim lokalen Standesamt. Die PSA weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass eine Änderung, die den zivilrechtlichen Status einer Person betrifft, nicht als bloßer clerical or typographical error behandelt werden darf. Für die gerichtliche Berichtigung oder Löschung von Einträgen im Personenstandsregister sieht Rule 108 der Rules of Court ausdrücklich auch Heiratseinträge vor.

Das bedeutet nicht, dass der Ausgang dieses konkreten Falls bereits feststeht. Es zeigt aber, warum Identitätsmissbrauch in einem Heiratseintrag für ein Opfer erheblich aufwendiger sein kann als die Korrektur eines falsch geschriebenen Namens.

Passausstellung macht den Fall besonders erklärungsbedürftig

Noch ungewöhnlicher ist die berichtete zweite Ebene. Das heutige philippinische Passverfahren verlangt für reguläre Neuanträge die persönliche Anwesenheit sowie Identitäts- und Personenstandsnachweise; das New Philippine Passport Act von 2024 schreibt außerdem die Erfassung biometrischer und biografischer Daten vor. Der berichtete Vorgang stammt jedoch aus dem Jahr 2018. Aus den bislang öffentlich verfügbaren Angaben lässt sich nicht rekonstruieren, welche Unterlagen damals vorgelegt wurden, wie die Identitätsprüfung konkret ablief oder an welcher Stelle sie versagt haben könnte.

Sollte tatsächlich eine andere Person mit dem Namen, der Adresse und weiteren Daten der Betroffenen einen Pass erhalten haben, muss deshalb geklärt werden, welche Identitätsnachweise damals vorgelegt wurden, wie die persönliche Identitätsprüfung erfolgte und ob die Unterlagen für Pass und Eheschließung aus derselben Quelle stammten. Genau diese Fragen kann die bisherige Lokalmeldung noch nicht beantworten.

Keine Namen und keine sozialen Medien als Beweis

In sozialen Medien kursieren laut Negros Now Daily bereits Behauptungen über eine mögliche Täterin. Solange Ermittlungsbehörden diese Angaben nicht bestätigt haben, eignen sie sich jedoch nicht als Grundlage für eine Namensnennung oder Schuldzuweisung. Auch die Identität der betroffenen Frau ist für das Verständnis des Falls nicht erforderlich.

Redaktionell relevant ist vielmehr die strukturelle Frage: Wie konnte – sofern sich die Angaben bestätigen – dieselbe fremde Identität sowohl in einem Heiratseintrag als auch bei einer Passausstellung verwendet werden, und wie schnell können Behörden die Folgen für ein Opfer korrigieren? Erst die angekündigte NBI-Beschwerde und mögliche Stellungnahmen von DFA und PSA können klären, ob es sich um einen Einzelfall, gefälschte Dokumente oder eine größere Schwachstelle im damaligen Prüfverfahren handelt. – RM

Quellen:

  • Negros Now Daily – Binalbagan woman’s stolen data used for passport, marriage to foreigner
  • Philippine Statistics Authority – Republic Act No. 9048
  • LawPhil – Rules of Court, Rule 108: Cancellation or Correction of Entries in the Civil Registry
  • Department of Foreign Affairs – Basic Requirements for Adult New Passport Applications
  • LawPhil – Republic Act No. 11983, New Philippine Passport Act

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