MANILA – Die philippinische Regierung will den Bau fester Evakuierungszentren deutlich ausweiten. – klajoo.com – Nach Angaben des Präsidentenpalasts sieht der bisherige Vorschlag des Department of Public Works and Highways (DPWH) ein Ziel von rund 210 Zentren vor. Noch 2026 sollen 16 weitere Einrichtungen entstehen, für 2027 sind weitere 32 vorgesehen.
Hintergrund ist ein seit Jahren bekanntes Problem des philippinischen Katastrophenschutzes: Bei Taifunen, Überschwemmungen, Erdrutschen und anderen Katastrophen werden häufig Schulen vorübergehend als Notunterkünfte genutzt. Das unterbricht den Unterricht und bedeutet zugleich, dass Gebäude genutzt werden müssen, die nicht in erster Linie für längerfristige Unterbringung ausgelegt sind.
Ligtas Pinoy Centers Act schafft gesetzlichen Rahmen
Grundlage des Ausbaus ist Republic Act No. 12076, der sogenannte Ligtas Pinoy Centers Act. Das Gesetz sieht grundsätzlich feste Evakuierungszentren für Städte und Gemeinden vor. Weil nicht alle Standorte gleichzeitig gebaut werden können, erstellt der National Disaster Risk Reduction and Management Council (NDRRMC) eine Prioritätenliste. Diese dient dem DPWH als Grundlage für die jährliche Planung und Budgetierung.
Die Zahl von rund 210 Zentren ist damit als derzeitiges Ausbauziel der Regierung zu verstehen und nicht als endgültige Zahl aller Einrichtungen, die das Gesetz langfristig vorsieht.
Risiko und Einsatzbereitschaft entscheiden über die Reihenfolge
Wie Standorte ausgewählt werden, zeigt das Auswahlverfahren des Office of Civil Defense in Western Visayas. Bewertet werden unter anderem Bevölkerungsdichte, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Kommune, vorhandene Evakuierungskapazitäten und die Belastung durch Gefahren wie Überschwemmungen, Sturmfluten, Erdrutsche und Vulkanausbrüche. Hinzu kommt, wie häufig in den vergangenen fünf Jahren amtliche Katastrophenwarnungen ausgegeben wurden.
Ein weiterer Faktor ist die konkrete Baureife. Kommunen müssen ein geeignetes Grundstück außerhalb kritischer Gefahrenzonen nachweisen und zeigen, dass sie das spätere Zentrum organisatorisch betreiben können. Wegen begrenzter Mittel kann in der laufenden Auswahlrunde zunächst nur eine Kommune je Region für einen sofortigen Bau berücksichtigt werden.
Mehr als nur eine Halle für Feldbetten
Die geplanten Ligtas Pinoy Centers sollen als zweigeschossige, widerstandsfähige Gebäude ausgeführt werden. Vorgesehen sind unter anderem geschlechtergerechte Sanitäranlagen, Isolationsbereiche, Räume zum Stillen sowie eine Notstromversorgung. Damit sollen sie auch bei längeren Evakuierungen besser geeignet sein als improvisierte Unterkünfte.
Der Ausbau kann das Problem der Schulnutzung allerdings nur schrittweise lösen. Während der jüngsten Unwetter wurden nach Regierungsangaben erneut hunderte Schulen als Evakuierungsunterkünfte benötigt. Entscheidend wird deshalb neben der Zahl neuer Gebäude sein, ob sie tatsächlich in den besonders gefährdeten Kommunen entstehen, ausreichend groß sind und während einer Katastrophe zuverlässig mit Wasser, Strom, Sanitärversorgung und Personal funktionieren. – RM
Quellen:
- Philippine News Agency: Marcos admin eyes 210 evacuation centers nationwide
- Philippine Information Agency: OCD rolls out ‘Ligtas Pinoy Centers’ selection criteria for W. Visayas LGUs
- Supreme Court E-Library: Republic Act No. 12076







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