MANILA – Das National Bureau of Investigation (NBI) hat in Makati City sechs Frauen aus einem mutmaßlichen Menschenhandelsfall befreit. – klajoo.com – Unter ihnen sind fünf russische Staatsangehörige sowie eine Filipina, die nach Angaben des NBI früher an Schönheitswettbewerben teilgenommen hat. Ein 42-jähriger Mann wurde bei der verdeckten Operation festgenommen.
Die Ermittler werfen dem Mann vor, Frauen gegen hohe Geldbeträge für sexuelle Dienstleistungen angeboten zu haben. NBI-Direktor Melvin Matibag erklärte, die Ermittlungen seien nach einem Hinweis auf die mutmaßlichen Aktivitäten aufgenommen worden. Bei dem Zugriff soll der Verdächtige markiertes Geld von einem verdeckt eingesetzten Ermittler angenommen haben.
Russische Frauen waren als Touristen eingereist
Die fünf russischen Frauen gaben nach Angaben der Ermittler an, als Models auf die Philippinen gekommen zu sein. Das NBI stellte jedoch fest, dass sie einreiserechtlich als Touristen geführt wurden. Die Behörde stimmt sich deshalb auch mit der russischen Botschaft ab.
Alle sechs Frauen befinden sich inzwischen in der Obhut von Sozialarbeitern in Makati. Angaben dazu, wie lange sie bereits auf den Philippinen waren, unter welchen Bedingungen sie angeworben wurden und ob ihnen bei der Einreise andere Tätigkeiten versprochen worden waren, lagen zunächst nicht vollständig vor.
Gerade diese Fragen sind für die Einordnung des Falls wichtig. Dass jemand mit einem Touristenstatus eingereist ist, beweist für sich genommen noch keinen Menschenhandel. Entscheidend ist vielmehr, ob Personen durch Täuschung, Zwang, Ausnutzung einer Notlage oder andere gesetzlich erfasste Mittel in eine Form der Ausbeutung gebracht wurden. Welche Umstände bei den einzelnen Frauen vorlagen, müssen die Ermittlungen klären.
NBI spricht von qualifiziertem Menschenhandel
Nach Angaben des NBI soll der festgenommene Mann wegen qualifizierten Menschenhandels belangt werden. Eine Anklage oder spätere gerichtliche Entscheidung darf dabei nicht vorweggenommen werden. Bislang handelt es sich um den Vorwurf der Ermittlungsbehörde gegen einen Verdächtigen.
Auch die Bezeichnung als größeres „Menschenhandelsnetzwerk“ wäre derzeit verfrüht. Öffentlich bestätigt ist bislang die Festnahme eines Mannes. Ob weitere Personen an Anwerbung, Unterbringung, Transport oder Vermittlung beteiligt waren, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen.
Der Fall ist dennoch bemerkenswert, weil neben einer philippinischen Frau mehrere ausländische Staatsangehörige betroffen sind und die Ermittlungen damit auch Fragen nach Einreise, möglicher grenzüberschreitender Rekrutierung und den tatsächlichen Arbeitsbedingungen der Frauen aufwerfen. Die Abstimmung mit der russischen Botschaft könnte zusätzliche Erkenntnisse darüber liefern, wie die fünf Russinnen auf die Philippinen kamen. – RM
Quellen:
- GMA News: Angaben des National Bureau of Investigation zur Operation in Makati
- Philippine Daily Inquirer: Bericht zur NBI-Operation und den sechs geretteten Frauen







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