MANILA – Ein seit Jahrzehnten diskutiertes Großprojekt gegen Überschwemmungen rund um Laguna de Bay rückt erneut in den Mittelpunkt. – klajoo.com – Das Department of Agriculture (DA) und die Laguna Lake Development Authority (LLDA) wollen den Parañaque Spillway wieder vorantreiben. Der derzeit genannte Kostenrahmen liegt bei rund 90 Milliarden Peso.
10,5 Kilometer langer Tunnel zur Manila Bay
Nach der aktuellen Planung soll der Spillway rund 10,5 Kilometer lang sein und mindestens etwa 50 Meter unter der Erde verlaufen. Er würde Laguna de Bay mit der Manila Bay verbinden und bei hohen Wasserständen überschüssiges Wasser aus dem See ableiten. Für den Bau wird mit mindestens zehn Jahren gerechnet, sobald das Projekt tatsächlich beginnt.
Der Hintergrund ist ein strukturelles Problem: Laguna de Bay besitzt nur einen begrenzten natürlichen Abfluss über das Pasig-River-System. Gleichzeitig kann über den Manggahan Floodway bei Hochwasser zusätzliches Wasser aus dem Marikina-River-System in den See geleitet werden. Steigt der Pegel stark an, sind zahlreiche tief liegende Ufergebiete über längere Zeit von Überschwemmungen bedroht.
Ein Projekt mit Wurzeln in den 1970er Jahren
Die Idee eines Parañaque-Spillways stammt bereits aus den 1970er Jahren. Damals war er Teil eines größeren Hochwasserschutzkonzepts zusammen mit dem Napindan Hydraulic Control System und dem Manggahan Floodway. Während die beiden anderen Komponenten gebaut wurden, kam der Spillway nicht zur Ausführung.
Das Vorhaben verschwand danach jedoch nie vollständig aus den Planungen. Japanische Fachleute und die Japan International Cooperation Agency (JICA) untersuchten das Projekt mehrfach neu. Eine JICA-Datenerhebung von 2018 und spätere Machbarkeitsarbeiten prüften unter anderem mögliche Tunneltrassen, geologische Bedingungen und die Auswirkungen auf die Wasserstände von Laguna de Bay. Auch das Department of Public Works and Highways (DPWH) führte das Projekt in den vergangenen Jahren wieder als mögliche zentrale Hochwasserschutzmaßnahme.
Hochwasserschutz ist nicht das einzige Ziel
Landwirtschaftsminister Francisco Tiu Laurel Jr. verbindet die Wiederbelebung nicht nur mit dem Hochwasserschutz. DA und LLDA argumentieren, dass ein kontrollierterer Wasseraustausch auch die Wasserqualität des Sees verbessern und Fischerei sowie eine mögliche Nutzung als Rohwasserquelle unterstützen könnte. Laguna de Bay ist ein bedeutendes Fischereigebiet und versorgt insbesondere den Großraum Manila mit großen Mengen Bangus und anderen Fischarten.
Ob sich diese zusätzlichen Vorteile in der erwarteten Größenordnung tatsächlich erreichen lassen, hängt allerdings von der technischen Ausgestaltung und vom Betrieb des Systems ab. Ein Spillway allein beseitigt weder die Verschmutzung des Sees noch alle Ursachen von Überschwemmungen im Einzugsgebiet.
Warum ein Tunnelprojekt dieser Größe schwierig bleibt
Der Kostenrahmen von rund 90 Milliarden Peso und eine Bauzeit von mindestens einem Jahrzehnt machen deutlich, dass es sich nicht um eine kurzfristige Antwort auf die aktuellen Überschwemmungen handelt. Vor einem Baubeginn wären Finanzierung, endgültige Trasse, Umwelt- und Sozialverträglichkeit, Grundstücks- und Zugangslösungen sowie technische Detailplanung zu klären.
Frühere Untersuchungen zeigen zudem, dass die Wirkung des Spillways eng mit anderen Teilen des Hochwasserschutzsystems zusammenhängt. Der Nutzen muss deshalb gemeinsam mit Maßnahmen an Flüssen, Pumpwerken, Rückhalteflächen, Deichen, Entwässerungssystemen und dem Manggahan Floodway bewertet werden.
Aktuelle Überschwemmungen erhöhen den politischen Druck
Die erneute Diskussion fällt in eine Phase, in der starke Monsunregen erneut große Teile von Metro Manila und angrenzenden Provinzen überflutet haben. Das erhöht den politischen Druck, langfristige Lösungen für Laguna de Bay und das gesamte Einzugsgebiet umzusetzen. Gerade die jahrzehntelange Vorgeschichte zeigt aber auch, dass zwischen einer erneuten politischen Ankündigung und einem tatsächlich finanzierten und begonnenen Großprojekt ein erheblicher Unterschied liegt.
Quellen: Department of Agriculture und Laguna Lake Development Authority, aktuelle Angaben zum Parañaque Spillway; BusinessWorld und Philippine Star, 9./10. August 2026; Department of Public Works and Highways; Japan International Cooperation Agency, Studien zum Parañaque Spillway und Hochwasserschutz im Laguna-de-Bay-Becken. RM







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