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Manila

Quecksilberhaltige Hautaufheller bleiben trotz Verbot auf den Philippinen erhältlich

MANILA – Quecksilberhaltige Hautaufhellungsprodukte werden auf den Philippinen weiterhin verkauft, obwohl solche Kosmetika international und national stark eingeschränkt beziehungsweise verboten sind. – klajoo.com – Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation EcoWaste Coalition berichtet, zwischen Januar und Juli 2026 insgesamt 27 belastete Produkte beschafft und untersucht zu haben.

Teilweise Zehntausende Male über früherem Grenzwert

Die von EcoWaste gefundenen Produkte stammen überwiegend aus dem Ausland und werden vielfach über Online-Marktplätze vertrieben. Frühere Einzeltests der Organisation aus diesem Jahr zeigen, welche Größenordnungen auftreten können: Bei 18 von 20 untersuchten, als in Pakistan hergestellt gekennzeichneten Cremes wurden im April bis zu 33.970 Teile Quecksilber pro Million Teile Produkt (ppm) gemessen. Vier weitere im Mai untersuchte Cremes lagen zwischen 16.670 und 24.690 ppm.

Zum Vergleich: Der Minamata-Konvention über Quecksilber lag für quecksilberhaltige Kosmetika lange eine Schwelle von 1 ppm zugrunde. Die Vertragsstaaten beschlossen später, die Regelung weiter zu verschärfen und zugesetztes Quecksilber in Kosmetika grundsätzlich zu eliminieren. Auch die philippinische Food and Drug Administration (FDA) hat wiederholt Produkte beanstandet, die den früheren Höchstwert von 1 ppm überschritten.

Warum Quecksilber die Haut aufhellt

Quecksilbersalze können die Bildung von Melanin hemmen, also des Pigments, das Haut und Haaren ihre Farbe gibt. Genau dieser Effekt macht Quecksilber für illegale Hautaufhellungsprodukte attraktiv. Die vermeintliche kosmetische Wirkung geht jedoch mit erheblichen Gesundheitsrisiken einher.

Nieren, Nervensystem und Haut können geschädigt werden

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt ausdrücklich vor quecksilberhaltigen Hautaufhellern. Anorganisches Quecksilber aus Cremes und Seifen kann unter anderem die Nieren schädigen und das Nervensystem beeinträchtigen. Genannt werden außerdem Hautausschläge, Verfärbungen und Narbenbildung sowie Beeinträchtigungen des Verdauungs- und Immunsystems. Bei Quecksilberexposition können auch psychische und neurologische Symptome auftreten.

Besonders problematisch ist, dass sich das Risiko nicht auf die Person beschränkt, die die Creme benutzt. Quecksilber kann über die Haut aufgenommen werden; aus belasteten Produkten und kontaminierten Oberflächen können außerdem Quecksilberverbindungen beziehungsweise Dämpfe in die häusliche Umgebung gelangen. WHO und UN-Umweltprogramm weisen darauf hin, dass dadurch auch Familienangehörige und Kinder exponiert werden können.

Schwangerschaft und Kinder erfordern besondere Vorsicht

Quecksilber gehört nach WHO-Einschätzung zu den Chemikalien von großer Bedeutung für die öffentliche Gesundheit. Eine Exposition während Schwangerschaft und früher Kindheit ist besonders problematisch, weil sich das Nervensystem noch entwickelt. WHO weist außerdem darauf hin, dass Säuglinge über Muttermilch belastet werden können, wenn die Mutter Quecksilber aufgenommen hat.

Auch die Umwelt wird belastet

Beim Waschen der Haut oder beim Entsorgen von Produkten gelangt Quecksilber in Abwasser und Umwelt. Das Schwermetall wird nicht biologisch abgebaut und kann sich in Böden, Gewässern und Nahrungsketten anreichern. Damit ist der illegale Handel nicht nur ein Verbraucherschutz- und Gesundheitsproblem, sondern auch ein Umweltproblem.

Onlinehandel erschwert die Kontrolle

EcoWaste beobachtet den Markt seit Jahren und verweist regelmäßig darauf, dass bereits beanstandete Produkte über Onlineplattformen oder kleinere Händler erneut auftauchen. Dabei können Verpackung und Produktbezeichnungen geändert werden, ohne dass sich die Rezeptur tatsächlich verbessert. Die Organisation rät Verbrauchern deshalb, Kosmetika vor dem Kauf im Verifikationsportal der philippinischen FDA zu prüfen und auffällige beziehungsweise nicht zugelassene Produkte zu melden.

Wer Hautaufheller unbekannter Herkunft verwendet hat und Beschwerden wie Hautausschläge, Verfärbungen oder andere ungewöhnliche Symptome entwickelt, sollte die Anwendung beenden und medizinischen Rat einholen. Die bloße Angabe „herbal“, „natural“ oder „no side effects“ auf der Verpackung ist kein Sicherheitsnachweis.

Quellen: EcoWaste Coalition, Untersuchungen Januar bis Juli 2026 sowie Einzeltests vom April und Mai 2026; World Health Organization, „Mercury in skin lightening products“ und Initiative zur Eliminierung quecksilberhaltiger Hautaufheller; UN. RM Environment Programme/Minamata Convention; Philippine Food and Drug Administration. RM

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