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Manila Water setzt auf zurückgewonnenes Wasser und neue Quellen – Angat bleibt Risiko für 2027

MANILA – Manila Water verstärkt Maßnahmen, mit denen bereits aufbereitetes oder in das Versorgungsnetz eingespeistes Wasser besser genutzt werden soll. – klajoo.com – Das Unternehmen versorgt die sogenannte East Zone von Metro Manila und angrenzenden Gebieten. Dazu gehören unter anderem Teile von Quezon City, Marikina, Pasig, Mandaluyong, San Juan, Taguig, Makati, Pateros sowie Gemeinden in der Provinz Rizal.

Hintergrund ist der niedrige Wasserstand des Angat-Stausees. Angat liefert rund 90 Prozent des Rohwassers für Metro Manila und bleibt damit trotz neuer Anlagen und zusätzlicher Quellen für die Versorgung der Hauptstadtregion entscheidend.

Zwei unterschiedliche Formen der Rückgewinnung

Der Begriff Rückgewinnung kann im Wassersystem zwei unterschiedliche Maßnahmen beschreiben.

Zum einen versucht Manila Water, sogenanntes Non-Revenue Water zu verringern. Gemeint ist bereits aufbereitetes Wasser, das zwar in das Leitungsnetz eingespeist wird, aber durch Lecks, defekte Zähler, illegale Anschlüsse oder andere Verluste nicht ordnungsgemäß bei zahlenden Verbrauchern ankommt.

Zum anderen wird Wasser zurückgewonnen, das bei der Reinigung und Rückspülung von Filtern in Aufbereitungsanlagen anfällt. Dieses sogenannte Backwash-Wasser kann gesammelt, erneut behandelt und wieder in den Aufbereitungsprozess eingebracht werden.

Beide Verfahren erzeugen keine neue natürliche Wasserquelle. Sie sorgen aber dafür, dass aus derselben Rohwassermenge mehr nutzbares Trinkwasser bei den Verbrauchern ankommt.

Verluste im East-Zone-Netz unter 14 Prozent

Manila Water gibt an, die Quote des nicht abgerechneten Wassers im März 2026 auf 13,92 Prozent begrenzt zu haben.

Das ist im internationalen Vergleich ein vergleichsweise niedriger Wert für ein großes und dicht bebautes Versorgungsgebiet. Das Leitungsnetz des Unternehmens umfasst nach eigenen Angaben mehr als 5.600 Kilometer.

Um Verluste zu reduzieren, werden Leitungsabschnitte kontrolliert, Druckzonen überwacht, unsichtbare Lecks gesucht, defekte Rohre repariert und alte Zähler ersetzt.

Auch kleine Lecks können über längere Zeit erhebliche Wassermengen verlieren. Eine niedrige Verlustquote ist deshalb besonders wichtig, wenn weniger Rohwasser aus Angat zur Verfügung steht.

Die Zahlen stammen vom Unternehmen selbst. Für die langfristige Bewertung ist entscheidend, ob die niedrige Quote auch bei steigendem Netzdruck, wachsender Bevölkerung und alternden Leitungen gehalten werden kann.

Alternative Quellen sollen Angat entlasten

Manila Water hat in den vergangenen Jahren mehrere zusätzliche Wasserquellen erschlossen.

Das Upper-Wawa- und Tayabasan-System kann nach Unternehmensangaben zusammen bis zu 710 Millionen Liter Rohwasser pro Tag bereitstellen.

Die Calawis-Anlage liefert bis zu 80 Millionen Liter täglich. Die Cardona-Anlage am Laguna de Bay besitzt eine Kapazität von rund 110 Millionen Litern pro Tag.

Hinzu kommt die erste Phase der East Bay Water Treatment Plant mit 50 Millionen Litern täglich.

Diese Quellen verringern die Abhängigkeit der East Zone von Angat. Sie können den Stausee jedoch nicht vollständig ersetzen, besonders wenn eine längere Trockenperiode gleichzeitig die Wasserstände mehrerer Flüsse und Reservoirs belastet.

Zwei neue Anlagen für September und Oktober geplant

Im September 2026 soll die zweite Phase der East Bay Water Treatment Plant in Betrieb gehen. Sie soll bis zu 200 Millionen Liter Wasser täglich aus dem Laguna de Bay aufbereiten.

Für Oktober ist die Inbetriebnahme der Kaysakat-Anlage vorgesehen. Sie soll weitere 220 Millionen Liter pro Tag bereitstellen.

Zusammen könnten die beiden Projekte 420 Millionen Liter täglich liefern. Nach Angaben von Manila Water entspricht dies ungefähr 40 Prozent des Bedarfs in seinem Versorgungsgebiet.

Ob die Anlagen die volle Kapazität unmittelbar nach der Inbetriebnahme erreichen, hängt von Tests, Wasserqualität, Leitungsanschlüssen und der schrittweisen Aufnahme des Betriebs ab.

Eine angekündigte Nennleistung ist daher nicht automatisch mit der tatsächlich täglich eingespeisten Menge gleichzusetzen.

Manila Water verspricht weiter rund um die Uhr Versorgung

Das Unternehmen erklärte im Juli, die Verbraucher in der East Zone weiterhin rund um die Uhr versorgen zu können.

In höher gelegenen Teilen von Antipolo und anderen Gebieten kann es jedoch zu niedrigerem Wasserdruck kommen. Um solche Probleme auszugleichen, setzt Manila Water zusätzliche Druckverstärker und lokale Netzmaßnahmen ein.

Eine Versorgung rund um die Uhr bedeutet deshalb nicht zwangsläufig, dass zu jeder Tageszeit überall derselbe Druck verfügbar ist.

Verbraucher in höher gelegenen oder am Ende eines Leitungsabschnitts gelegenen Gebieten können Einschränkungen früher bemerken als Haushalte in niedrigeren und zentralen Netzbereichen.

Angat im Juli auf sehr niedrigem Stand

Der Pegel des Angat-Stausees lag am 23. Juli 2026 bei etwa 151,45 Metern.

Nach Angaben der Philippine Atmospheric, Geophysical and Astronomical Services Administration, kurz PAGASA, war dies der niedrigste Stand seit 2010.

Der normale hohe Betriebswasserstand liegt bei 210 Metern. Dieser Wert ist nicht nur für die Versorgung während der Regenzeit wichtig, sondern als Reserve für die trockeneren Monate des folgenden Jahres.

PAGASA warnte, dass sich der Pegel bis Ende Oktober nach den damaligen Berechnungen lediglich auf ungefähr 172,74 Meter erholen könnte.

Selbst eine regenreiche Phase würde den Stausee damit noch nicht automatisch bis zum Jahresende auf ein ausreichendes Reserveniveau bringen.

Mögliche Wasserknappheit 2027

Besonders problematisch wäre eine schwache Erholung, wenn sich Anfang 2027 erneut ein starkes El-Niño-Ereignis entwickelt.

PAGASA hält einen Super-El-Niño zu Beginn des Jahres 2027 für möglich. Ein solches Ereignis kann auf den Philippinen zu unterdurchschnittlichen Niederschlägen, längeren Trockenperioden und einer schnelleren Abnahme von Stauseen führen.

Erreicht Angat bis zum Jahresende keine ausreichende Reserve, könnte Metro Manila 2027 mit geringeren Wasserzuteilungen, niedrigerem Druck oder zeitweisen Unterbrechungen konfrontiert werden.

Sinkt der Pegel unter kritische Marken, muss das National Water Resources Board die verfügbaren Mengen zwischen Trinkwasserversorgung, Bewässerung, Stromerzeugung und anderen Nutzungen neu verteilen.

Neue Anlagen lösen nicht jedes Problem

Die zusätzlichen Wasserquellen von Manila Water erhöhen die Widerstandsfähigkeit der East Zone.

Metro Manila wird jedoch von zwei großen Versorgern bedient. Maßnahmen eines Unternehmens sichern deshalb nicht automatisch die gesamte Hauptstadtregion ab.

Außerdem wachsen Bevölkerung, Gewerbe und Wasserbedarf weiter. Neue Kapazitäten können dadurch teilweise von zusätzlicher Nachfrage aufgezehrt werden.

Auch Laguna de Bay und andere alternative Quellen sind nicht unbegrenzt verfügbar. Ihre Nutzung erfordert aufwendige Aufbereitung, weil Rohwasserqualität, Algen, Sedimente und Verschmutzungen schwanken können.

Langfristige Versorgungssicherheit benötigt daher mehrere Bausteine:

  • weniger Leitungsverluste,
  • zusätzliche und geografisch verteilte Rohwasserquellen,
  • zuverlässige Aufbereitungsanlagen,
  • Schutz der Wassereinzugsgebiete,
  • Speicherkapazitäten,
  • sowie einen sparsamen und transparenten Umgang mit Wasser.

Was Verbraucher beobachten sollten

Für Haushalte sind in den kommenden Monaten vor allem die tatsächlichen Wasserstände in Angat und die Inbetriebnahme der neuen Anlagen entscheidend.

Zu prüfen ist,

  • ob die East-Bay-Erweiterung im September planmäßig Wasser einspeist,
  • ob Kaysakat im Oktober den Betrieb aufnimmt,
  • wie viel Wasser beide Anlagen tatsächlich liefern,
  • ob der Angat-Pegel bis Jahresende deutlich steigt,
  • und ob das National Water Resources Board die Zuteilung für Metro Manila verändert.

Manila Waters Rückgewinnungs- und Ausbauprogramme können das Risiko verringern. Ob sie ausreichen, um eine mögliche Wasserknappheit 2027 zu verhindern, lässt sich im August 2026 noch nicht zuverlässig beurteilen.

Quellen: Manila Water Company; Metropolitan Waterworks and Sewerage System; Philippine Atmospheric, Geophysical and Astronomical Services Administration; Philippine News Agency; Philippine Information Agency / RM

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