MANILA – Stromverbraucher auf den Philippinen müssen ab der August-Abrechnung 2026 eine deutlich höhere Feed-in Tariff Allowance bezahlen. – klajoo.com – Die Energy Regulatory Commission, kurz ERC, hat der staatlichen National Transmission Corporation vorläufig erlaubt, den FIT-All-Satz von bisher 0,2011 Peso auf 0,3359 Peso je Kilowattstunde anzuheben.
Die Erhöhung beträgt 0,1348 Peso je Kilowattstunde beziehungsweise rund 67 Prozent. Sie gilt für alle Verbraucher, die an das philippinische Stromnetz angeschlossen sind, unabhängig davon, welcher örtliche Stromversorger ihre Rechnung ausstellt.
Was FIT-All bedeutet
FIT-All steht für Feed-in Tariff Allowance.
Die Umlage finanziert garantierte Vergütungen für zugelassene Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie. Dazu gehören unter anderem Solar-, Wind-, Biomasse- und kleine Wasserkraftanlagen.
Betreiber solcher Projekte erhalten für einen festgelegten Zeitraum garantierte Vergütungssätze für den eingespeisten Strom. Qualifizierte Projekte können die Förderung bis zu 20 Jahre erhalten.
Die Kosten werden nicht ausschließlich von den Kunden eines bestimmten Stromversorgers getragen. FIT-All ist eine landesweit einheitliche Umlage, die von angeschlossenen Stromverbrauchern eingezogen und an den zuständigen Fonds weitergeleitet wird.
Auswirkungen auf typische Haushalte
Bei einem Verbrauch von 200 Kilowattstunden steigt der gesamte FIT-All-Posten von 40,22 Peso auf 67,18 Peso. Die zusätzliche Belastung beträgt 26,96 Peso.
Bei 300 Kilowattstunden erhöht sich der Posten von 60,33 Peso auf 100,77 Peso. Das sind 40,44 Peso mehr.
Bei 500 Kilowattstunden steigt FIT-All von 100,55 Peso auf 167,95 Peso. Die zusätzliche Belastung beträgt 67,40 Peso.
Die Beträge betreffen ausschließlich die FIT-All-Umlage. Veränderungen bei Erzeugungskosten, Netzentgelten, Steuern oder anderen Rechnungsposten kommen unabhängig davon hinzu.
Warum die Umlage erhöht wird
Die National Transmission Corporation, kurz TransCo, verwaltet den FIT-All-Fonds und verwendet ihn für die Zahlungen an berechtigte Erzeuger erneuerbarer Energie.
TransCo beantragte die Erhöhung, weil dem Fonds der erforderliche Liquiditätspuffer fehlte. Die sogenannte Working Capital Allowance soll sicherstellen, dass Zahlungen an die Anlagenbetreiber auch dann fristgerecht geleistet werden können, wenn Einnahmen und Ausgaben zeitlich auseinanderfallen.
Am 7. Mai 2026 wies dieser Liquiditätspuffer nach Angaben der Regulierungsbehörde einen negativen Stand von 322,9 Millionen Peso auf.
Die ERC sah deshalb eine ausreichende Grundlage, TransCo bereits vor Abschluss des gesamten Verfahrens eine vorläufige Erhöhung zu erlauben.
Nur vorläufig genehmigt
Die neue Umlage ist noch keine endgültige Entscheidung.
Die ERC hat TransCo eine sogenannte provisional authority erteilt. Damit darf der höhere Satz ab der August-Abrechnung vorläufig eingezogen werden, obwohl öffentliche Anhörungen und die abschließende Prüfung des Antrags noch ausstehen.
Die Regulierungsbehörde betont, dass die vorläufige Genehmigung das endgültige Ergebnis nicht vorwegnimmt.
Stellt sich später heraus, dass zu viel oder zu wenig erhoben wurde, kann die ERC eine weitere Anpassung, eine Nachforderung oder eine Rückerstattung anordnen.
FIT-All nicht mit GEA-All verwechseln
Auf philippinischen Stromrechnungen können mehrere Posten mit erneuerbaren Energien zusammenhängen.
FIT-All finanziert ältere und bestehende Projekte, die feste Einspeisevergütungen erhalten.
Daneben gibt es die Green Energy Auction Allowance, kurz GEA-All. Sie dient der Finanzierung von Preisunterschieden aus staatlichen Auktionen für neue erneuerbare Energieprojekte.
GEA-All und FIT-All sind zwei verschiedene Umlagen. Eine Aussetzung oder Veränderung von GEA-All bedeutet deshalb nicht automatisch, dass auch FIT-All entfällt.
Bei Meralco erschien GEA-All zeitweise zusammen mit FIT-All auf der Rechnung, wurde später jedoch als eigener Posten ausgewiesen.
Förderung erneuerbarer Energie und Verbraucherschutz
Garantierte Vergütungen sollen Investitionen in erneuerbare Energie ermöglichen, obwohl der Aufbau neuer Anlagen hohe Anfangskosten verursacht und Einnahmen langfristig abgesichert werden müssen.
Langfristig können zusätzliche Solar-, Wind- und Wasserkraftanlagen die Abhängigkeit der Philippinen von importierten fossilen Brennstoffen verringern.
Die Finanzierung über eine Umlage bedeutet jedoch, dass Verbraucher die Kosten bereits heute auf ihren Rechnungen tragen.
Deshalb muss die ERC nicht nur sicherstellen, dass berechtigte Anlagenbetreiber bezahlt werden. Sie muss auch prüfen, ob die beantragten Beträge korrekt berechnet wurden, ob die Fondsverwaltung effizient ist und ob frühere Über- oder Unterdeckungen nachvollziehbar ausgewiesen werden.
Weitere Belastungen können hinzukommen
Die FIT-All-Erhöhung ist nur eine von mehreren regulatorischen Veränderungen, die sich auf Stromrechnungen auswirken können.
Bei Meralco-Kunden kommt zusätzlich eine neue Nachforderung für ältere Durchleitungs- und Nebenkosten hinzu. Gleichzeitig laufen verschiedene Rückerstattungen, die einzelne Belastungen teilweise ausgleichen können.
Wie sich die Gesamtrechnung im August tatsächlich verändert, hängt deshalb vom Verbrauch, dem örtlichen Versorger, den Erzeugungskosten und weiteren zugelassenen Zu- und Abschlägen ab.
Verbraucher sollten auf ihrer Rechnung kontrollieren, ob FIT-All mit 0,3359 Peso je Kilowattstunde ausgewiesen wird und ob zusätzlich GEA-All oder andere Umlagen erscheinen.
Quellen: Energy Regulatory Commission; National Transmission Corporation; The Philippine Star; Meralco / RM







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