MANILA – Die philippinische Verkehrsgruppe Manibela und weitere Organisationen wollen vom 10. bis 12. August 2026 erneut einen dreitägigen Verkehrsstreik durchführen. – klajoo.com – Die Gruppen fordern angesichts der stark gestiegenen Treibstoff- und Betriebskosten eine vorläufige Erhöhung der Fahrpreise. Die Ankündigung folgte auf eine Anhörung des Land Transportation Franchising and Regulatory Board, kurz LTFRB, zu mehreren Tarifanträgen.
Das LTFRB will dem Präsidentenpalast noch in dieser Woche eine Empfehlung zu einer vorübergehenden Fahrpreisanpassung übermitteln.
Wie stark der öffentliche Nahverkehr tatsächlich beeinträchtigt wird, hängt davon ab, welche Verbände, Regionen und einzelnen Routen sich beteiligen. Eine vollständige aktuelle Liste wurde bislang nicht veröffentlicht.
Forderung nach ein bis zwei Peso mehr
Manibela fordert eine vorläufige Erhöhung der Fahrpreise um ein bis zwei Peso.
Nach Darstellung des Vorsitzenden Mar Valbuena reichen die Einnahmen vieler Jeepney-Fahrer nicht mehr aus, um Diesel, Fahrzeugwartung, Kredit- oder sogenannte Boundary-Zahlungen und den Lebensunterhalt zu finanzieren.
Beim Boundary-System zahlt ein Fahrer dem Eigentümer des Fahrzeugs einen festen Tagesbetrag. Erst die darüber hinausgehenden Einnahmen stehen ihm für Treibstoff und persönlichen Verdienst zur Verfügung.
Steigen die Betriebskosten, ohne dass sich der Fahrpreis verändert, trägt der Fahrer einen erheblichen Teil des Risikos.
Valbuena erklärte, Fahrer müssten für eine verhältnismäßig kleine Tariferhöhung ein langes Anhörungsverfahren durchlaufen, während Mineralölunternehmen ihre Preise kurzfristig verändern könnten.
Kleine Preissenkung gleicht frühere Erhöhungen nicht aus
Für die aktuelle Woche wurden die Preise für Benzin um 0,73 Peso und für Diesel um 0,60 Peso je Liter gesenkt. Kerosin wurde um 2,09 Peso billiger.
Die Verkehrsgruppen halten diese Rückgänge für unzureichend. Allein im Juli waren die Preise nach den aktuellen Berechnungen unter dem Strich um mehr als 13 Peso je Liter Benzin, 26 Peso bei Diesel und 21 Peso bei Kerosin gestiegen.
In Metro Manila und anderen hoch urbanisierten Städten überschritten Benzin- und Dieselpreise zeitweise erneut die Marke von 100 Peso je Liter.
Manibela nennt für viele Fahrer tatsächliche Dieselpreise von 85 bis 95 Peso je Liter. Je nach Strecke, Verbrauch und Zahl der täglichen Fahrten können dadurch große Teile der Einnahmen allein für Kraftstoff aufgewendet werden.
Schon im Juli gestreikt
Der angekündigte Ausstand ist nicht der erste Verkehrsstreik des Jahres und auch nicht der erste innerhalb weniger Wochen.
Manibela hatte bereits am 22. und 23. Juli einen zweitägigen Streik wegen der hohen Treibstoffpreise und der Forderung nach einer Erhöhung des Mindestfahrpreises um zwei Peso organisiert.
In Metro Manila stellten einige Hochschulen auf Online-Unterricht um. Die Stadtverwaltungen von Manila und Malabon boten kostenlose Ersatzfahrten für betroffene Pendler an.
Die Beteiligung war jedoch regional sehr unterschiedlich. In Teilen des Landes fuhren Jeepneys weitgehend normal weiter. Aus Cagayan de Oro berichteten Medien beispielsweise, dass trotz des landesweit angekündigten Ausstands keine größeren Einschränkungen sichtbar waren.
Der damalige Streik führte dazu, dass das Verkehrsministerium das LTFRB aufforderte, die Tarifanträge erneut zu prüfen. Die nun bevorstehende Empfehlung an den Palast ist damit auch eine Folge dieser früheren Proteste.
Mehrere Protestaktionen seit April
Bereits vom 15. bis 17. April hatten Manibela und weitere Gruppen drei Tage lang gegen hohe Kraftstoffpreise, unzureichende Subventionen und Probleme beim staatlichen Service-Contracting-Programm protestiert.
Am 21. April folgte eine weitere gemeinsame Aktion von Manibela und Piston. Dabei forderten die Gruppen unter anderem niedrigere Dieselpreise, eine Aussetzung von Verbrauch- und Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe sowie höhere Fahrpreise.
Der Streik vom 10. bis 12. August ist deshalb Teil einer anhaltenden Auseinandersetzung und keine überraschende Einzelaktion.
Streit über die richtige Entlastung
Die Verkehrsgruppen fordern nicht ausschließlich höhere Fahrpreise.
Zu ihren wiederkehrenden Forderungen gehören:
- größere und breiter zugängliche Kraftstoffnachlässe,
- eine zeitweise Senkung oder Aussetzung von Steuern auf Diesel,
- Unterstützung bei Krediten für modernisierte Fahrzeuge,
- sowie eine Überprüfung staatlicher Programme für öffentliche Verkehrsmittel.
Das Verkehrsministerium verweist dagegen auf Kraftstoffrabatte, Zuschüsse und Service-Contracting-Programme. Es warnt zugleich davor, eine Fahrpreiserhöhung zu beschließen, ohne die Folgen für Pendler und Inflation zu berücksichtigen.
Höhere Fahrpreise helfen den Fahrern unmittelbar, belasten aber Millionen Berufspendler, Schüler und Familien. Besonders betroffen wären Menschen, die täglich mehrere Verkehrsmittel nutzen.
Eine Subvention aus dem Staatshaushalt verteilt die Kosten dagegen auf die Allgemeinheit und kann erhebliche Haushaltsmittel binden.
Welche Strecken sind betroffen?
Manibela hat den dreitägigen Streik landesweit angekündigt. Daraus folgt jedoch nicht, dass der Verkehr in allen Städten und Provinzen zum Erliegen kommt.
Viele Fahrer gehören anderen Verbänden oder Verkehrsgenossenschaften an. Andere unterstützen zwar die Forderungen, können sich einen mehrtägigen Verdienstausfall aber nicht leisten.
Auch im Juli zeigte sich, dass die Beteiligung von Region zu Region und sogar von Route zu Route stark abwich.
Vor dem 10. August sollten deshalb insbesondere folgende Angaben geprüft werden:
- welche weiteren Verbände offiziell teilnehmen,
- welche Städte und Provinzen Schwerpunkte bilden,
- welche Jeepney-, Bus- oder UV-Express-Routen betroffen sein könnten,
- ob Schulen auf Online-Unterricht umstellen,
- und welche Kommunen oder Behörden kostenlose Ersatzfahrten anbieten.
Keine automatische landesweite Stilllegung
Die Bezeichnung “landesweiter Verkehrsstreik” beschreibt die Absicht der Veranstalter, nicht das garantierte Ausmaß der Auswirkungen.
Selbst bei einer geringen Beteiligung können einzelne wichtige Routen stark betroffen sein. Umgekehrt kann der Verkehr in anderen Gebieten weitgehend normal laufen.
Pendler sollten deshalb kurz vor dem 10. August die Hinweise ihrer Stadtverwaltung, des LTFRB, des Verkehrsministeriums und der örtlichen Verkehrsunternehmen prüfen.
Falls der Palast vor Beginn des Streiks einer vorläufigen Fahrpreiserhöhung zustimmt oder eine andere Vereinbarung mit den Verbänden erreicht wird, könnte die Aktion verkürzt, verschoben oder abgesagt werden.
Bis zu einer entsprechenden Erklärung bleibt der Streik für den 10. bis 12. August angekündigt.
Quellen: Land Transportation Franchising and Regulatory Board; Department of Transportation; Manibela; The Philippine Star; GMA Integrated News; Philippine News Agency / RM







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