MANILA – Kunden der Manila Electric Company, besser bekannt als Meralco, müssen sich auf einen zusätzlichen Rechnungsposten einstellen. – klajoo.com – Die Energy Regulatory Commission, kurz ERC, hat dem Versorger erlaubt, 8,7 Milliarden Peso an bislang nicht vollständig eingezogenen Durchleitungskosten über drei Jahre nachzufordern. Die zusätzliche Belastung beträgt durchschnittlich 0,08 Peso je verbrauchter Kilowattstunde.
Für einen Haushalt mit monatlich 200 Kilowattstunden bedeutet das etwa 16 Peso zusätzlich. Bei 300 Kilowattstunden sind es rund 24 Peso, bei 500 Kilowattstunden etwa 40 Peso pro Monat.
Warum Meralco Geld nachfordern darf
Die 8,7 Milliarden Peso sind keine nachträglich genehmigte Erhöhung des eigentlichen Meralco-Verteilungsentgelts.
Es handelt sich um sogenannte Pass-through charges, also Kosten, die Meralco zunächst für andere Beteiligte des Stromsystems einzieht. Dazu gehören unter anderem Kosten der Stromerzeugung, der Übertragung über das Hochspannungsnetz, zulässige Netzverluste und bestimmte Steuern.
Nach Angaben der ERC umfassen die nun bestätigten Unterdeckungen Kosten aus Stromerzeugung, Übertragung, Systemverlusten und der Grundsteuer. Allein 595 Millionen Peso entfallen auf Systemverlustkosten. Der geprüfte Zeitraum reicht von Februar 2011 bis Dezember 2022.
Solche Beträge gelten nicht als Gewinn von Meralco. Der Versorger zieht sie auf der Stromrechnung ein und leitet sie an Stromerzeuger, Netzbetreiber oder staatliche Stellen weiter.
Warum Unter- und Überdeckungen entstehen
Die tatsächlich von Kunden eingezogenen Beträge stimmen nicht immer genau mit den später bestätigten zulässigen Kosten überein.
Ein Grund liegt darin, dass einzelne Rechnungsposten zunächst auf früheren Verbrauchs-, Verkaufs- und Kostendaten beruhen. Erst nach Ablauf des betreffenden Zeitraums kann geprüft werden, wie viel Strom tatsächlich verkauft wurde und welche Kosten wirklich angefallen sind.
Bei diesem sogenannten True-up-Verfahren werden die Einnahmen mit den von der ERC anerkannten Kosten verglichen.
Hat ein Versorger zu wenig eingezogen, kann er eine Nachforderung beantragen. Hat er zu viel eingenommen, muss er den überschüssigen Betrag an die Kunden zurückgeben.
Die ERC erklärte, jeder einzelne Betrag werde dabei gegen die zulässigen tatsächlichen Kosten geprüft.
Kleine Rückerstattung in derselben Entscheidung
In derselben 51-seitigen Entscheidung ordnete die ERC auch eine Rückerstattung von rund 30,13 Millionen Peso an.
Diese betrifft Überdeckungen bei der Subvention für sogenannte Lifeline-Kunden, dem Nachlass für Senioren und der kommunalen Franchise-Steuer.
Der Betrag von 30,13 Millionen Peso ist wesentlich kleiner als die genehmigte Nachforderung über 8,7 Milliarden Peso. Beide Teile gehören jedoch zur selben Überprüfung der weitergereichten Kosten.
Laufende Rückerstattung über 14,17 Milliarden Peso
Davon getrennt läuft eine wesentlich größere Rückerstattung aus der Überprüfung der eigentlichen Meralco-Verteilungsentgelte.
Die ERC ordnete im April 2026 an, den noch offenen Betrag von 14,17 Milliarden Peso innerhalb von zwölf Monaten statt wie ursprünglich vorgesehen über drei Jahre zurückzugeben.
Diese Rückerstattung betrifft den Zeitraum von Juli 2022 bis Dezember 2024 und beruht auf dem Vergleich zwischen dem tatsächlich erhobenen durchschnittlichen Tarif und dem von der ERC bestätigten zulässigen Tarif.
Der durchschnittliche Rückerstattungssatz beträgt 0,2511 Peso je Kilowattstunde. Auf der Rechnung wird die Gutschrift als eigener Posten mit der Bezeichnung „AWAT (Refund)/Collect“ ausgewiesen. AWAT steht für Actual Weighted Average Tariff, also den tatsächlich gewichteten Durchschnittstarif.
Die Rückerstattung und die neue Nachforderung heben sich nicht einfach gegenseitig auf. Sie betreffen unterschiedliche Kostenarten, Prüfzeiträume und Berechnungsverfahren.
Für einen einzelnen Haushalt hängt der tatsächliche Saldo außerdem von der Kundengruppe, dem Verbrauch und den jeweils geltenden Rückerstattungssätzen ab.
Weitere Rückerstattung nur beantragt
Meralco hat zusätzlich beantragt, mehr als neun Milliarden Peso aus dem Abrechnungsjahr 2025 zurückzuzahlen.
Die Anträge betreffen rund 4,69 Milliarden Peso für Januar bis Juni 2025 und 4,32 Milliarden Peso für Juli bis Dezember 2025.
Meralco schlug dafür bei Haushaltskunden eine Entlastung von ungefähr 0,09 Peso je Kilowattstunde über drei Jahre vor.
Diese weitere Rückerstattung ist bislang jedoch nur beantragt. Die ERC hatte Anhörungen angesetzt, aber nach dem derzeit öffentlich dokumentierten Stand noch keine endgültige Anordnung über rund 9,01 oder 9,5 Milliarden Peso erlassen.
Eine frühere Darstellung, nach der bereits eine neue Rückerstattung über 9,5 Milliarden Peso angeordnet worden sei, muss deshalb korrigiert werden.
Was Haushalte auf ihrer Rechnung prüfen sollten
Meralco-Kunden können künftig mehrere gegenläufige Tarifkorrekturen auf derselben Rechnung sehen.
Die Nachforderung über 8,7 Milliarden Peso erhöht die Rechnung durchschnittlich um 0,08 Peso je Kilowattstunde.
Die laufende AWAT-Rückerstattung senkt sie dagegen. Daneben können weitere Zu- und Abschläge wie FIT-All, GEA-All, Erzeugungskosten und andere regulatorische Anpassungen erscheinen.
Deshalb lässt sich aus der Differenz zwischen 0,2511 Peso Rückerstattung und 0,08 Peso Nachforderung nicht ohne Weiteres der exakte persönliche Vorteil berechnen. Der AWAT-Wert von 0,2511 Peso ist ein Durchschnitt über verschiedene Kundengruppen; der tatsächliche Satz für Haushaltskunden kann davon abweichen.
Verbraucher sollten insbesondere auf die getrennten Rechnungszeilen achten und prüfen, ab wann die neue Nachforderung erscheint.
Warum alte Kosten erst jetzt abgerechnet werden
Dass ein Teil der überprüften Kosten bis ins Jahr 2011 zurückreicht, zeigt, wie lange regulatorische Prüfungen und Abrechnungsverfahren dauern können.
Für Verbraucher ist dies problematisch, weil heutige Kunden dadurch Kosten aus weit zurückliegenden Zeiträumen mittragen können, während frühere Kunden möglicherweise nicht mehr im Versorgungsgebiet leben.
Die ERC begründet das Verfahren damit, dass weder Versorger auf zulässigen Kosten sitzen bleiben noch Verbraucher mehr als die anerkannten Beträge zahlen sollen.
Die lange Verzögerung wirft dennoch die Frage auf, weshalb solche Abstimmungen nicht schneller erfolgen und warum die daraus entstehenden Nachforderungen erst viele Jahre später auf Stromrechnungen erscheinen.
Quellen: Energy Regulatory Commission; Manila Electric Company; GMA Integrated News; The Philippine Star /RM







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