MANILA – Auf den Philippinen dürfen seit dem 1. August 2026 wieder neue Online-Kreditplattformen registriert werden. – klajoo.com – Die Securities and Exchange Commission hat damit ein fast fünf Jahre geltendes Moratorium beendet.
Seit November 2021 durften grundsätzlich keine neuen Online-Kreditplattformen mehr in die behördlichen Verzeichnisse aufgenommen werden.
Die damalige Beschränkung war eine Reaktion auf die rasche Verbreitung von Kredit-Apps, Beschwerden über extrem hohe Kosten, undurchsichtige Vertragsbedingungen und aggressive Methoden beim Eintreiben von Schulden.
Mit der erneuten Öffnung des Marktes will die Börsen- und Unternehmensaufsicht digitale Finanzangebote zulassen, ohne zu den früheren weitgehend unkontrollierten Verhältnissen zurückzukehren.
Die Zulassung einer neuen App erfolgt nicht automatisch.
Nur bei der Securities and Exchange Commission registrierte Finanzierungs- und Kreditunternehmen dürfen eine Online-Kreditplattform betreiben.
Sie müssen einen Geschäftsplan vorlegen, eine Betriebserlaubnis besitzen und erhöhte Anforderungen an Kapital, Organisation, Verbraucherinformationen und den Umgang mit Kreditnehmern erfüllen.
Für neue Finanzierungsgesellschaften gilt ohne Online-Plattform ein eingezahltes Mindestkapital von 15 Millionen Peso.
Bei Kreditunternehmen beträgt die entsprechende Grundanforderung fünf Millionen Peso.
Betreibt eine Finanzierungsgesellschaft eine Online-Kreditplattform, steigt das erforderliche Kapital auf mindestens 20 Millionen Peso.
Für zwei Plattformen sind 40 Millionen Peso notwendig, für drei 60 Millionen und so weiter.
Bei Kreditunternehmen werden für eine Plattform mindestens zehn Millionen Peso verlangt. Für jede weitere Plattform steigt die Anforderung um weitere zehn Millionen Peso.
Ein Unternehmen darf höchstens fünf Online-Kreditplattformen betreiben.
Die Aufsicht begründet diese Grenze damit, dass Unternehmen ihre Apps tatsächlich kontrollieren, Beschwerden bearbeiten und Risiken für Kunden überwachen können müssen.
In der Vergangenheit betrieben einzelne Unternehmen zahlreiche Apps unter unterschiedlichen Namen.
Für Kreditnehmer war dadurch häufig kaum erkennbar, welches Unternehmen rechtlich hinter einem Angebot stand.
Die neuen Regeln gelten nicht nur für neu gegründete Anbieter.
Auch bereits bestehende Finanzierungs- und Kreditunternehmen müssen ihre Plattformen, Geschäftsabläufe, Verträge und Datenschutzverfahren anpassen.
Unternehmen, die mehr als fünf Apps oder digitale Marken betreiben, müssen ihre Zahl reduzieren.
Eine Plattform wird nicht nur über die technische App definiert.
Entscheidend ist auch, ob sie unter einem eigenen Namen, einer eigenen Marke oder einer anderen nach außen erkennbaren Identität Kredite anbietet.
Die Plattformen müssen den Kreditnehmern deutlich mitteilen, welches zugelassene Unternehmen hinter der jeweiligen App steht.
Eine professionell gestaltete App im Google Play Store oder Apple App Store ist kein Beweis dafür, dass der Anbieter legal arbeitet.
Betrügerische und nicht registrierte Plattformen verwenden teilweise Namen oder Logos, die etablierten Finanzunternehmen ähneln.
Kreditnehmer sollten deshalb sowohl das Unternehmen als auch die konkrete Plattform in den offiziellen Verzeichnissen der Securities and Exchange Commission überprüfen.
Die neuen Vorschriften sollen außerdem verhindern, dass Nutzer einem Kredit zustimmen, ohne die tatsächlichen Gesamtkosten zu kennen.
Vor Vertragsabschluss müssen unter anderem Zinssatz, Gebühren, Laufzeit, Rückzahlungsbetrag und Folgen verspäteter Zahlungen verständlich offengelegt werden.
Die Aufsicht verlangt verantwortungsvolle Kreditvergabe.
Ein Unternehmen soll nicht allein deshalb möglichst viel Geld auszahlen, weil es anschließend hohe Gebühren oder Verzugszahlungen verlangen kann.
Es muss prüfen, ob ein Kreditnehmer voraussichtlich in der Lage ist, den Kredit zurückzuzahlen.
Besonders problematisch waren in der Vergangenheit sehr kurzfristige Kleinkredite.
Nutzer erhielten teilweise nur einen deutlich geringeren Betrag als den offiziell vereinbarten Kredit, weil Gebühren bereits vor der Auszahlung abgezogen wurden.
Zurückzahlen mussten sie trotzdem den vollständigen Nennbetrag zuzüglich weiterer Kosten.
Auch automatische Kreditauszahlungen und Verlängerungen ohne eine eindeutige Zustimmung des Kunden sollen verhindert werden.
Ein Kredit darf nicht allein deshalb ausgezahlt werden, weil ein Nutzer eine App geöffnet, seine Daten eingegeben oder einer allgemeinen Nutzungsbedingung zugestimmt hat.
Vor jeder konkreten Auszahlung muss erkennbar sein, welchem Betrag, welchen Kosten und welchem Rückzahlungstermin der Kunde zustimmt.
Das Gleiche gilt für Verlängerungen und Umschuldungen.
Eine Verlängerung kann kurzfristig eine fällige Zahlung verschieben, erhöht aber häufig die Gesamtkosten erheblich.
Die Unternehmen dürfen außerdem keine unfairen oder einschüchternden Methoden beim Eintreiben von Schulden verwenden.
Online-Kreditplattformen gerieten in der Vergangenheit besonders in die Kritik, weil sie auf die Kontaktlisten von Mobiltelefonen zugriffen.
Anschließend wurden teilweise Verwandte, Freunde, Arbeitskollegen oder Arbeitgeber über angebliche Schulden informiert.
Manche Schuldner berichteten über Drohungen, Beleidigungen, öffentliche Bloßstellung und manipulierte Bilder in sozialen Netzwerken.
Die Öffnung des Adressbuchs eines Telefons ist für die technische Bearbeitung eines Kredites grundsätzlich nicht erforderlich.
Kreditnehmer sollten einer App deshalb keinen Zugriff auf Kontakte, Fotos, Nachrichten, Mikrofon oder soziale Netzwerke erlauben, wenn die Funktion für den Kreditvertrag nicht zwingend notwendig ist.
Auch eine behördlich registrierte Plattform darf personenbezogene Daten nicht beliebig verwenden.
Die Registrierung bei der Securities and Exchange Commission bedeutet lediglich, dass ein Unternehmen grundsätzlich eine erlaubte Geschäftstätigkeit ausübt.
Sie garantiert nicht, dass jeder Kredit günstig ist oder dass es niemals zu Verstößen kommt.
Vor der Aufnahme eines Kredites sollte deshalb der tatsächlich ausgezahlte Betrag mit der insgesamt zurückzuzahlenden Summe verglichen werden.
Ein Angebot über 5.000 Peso ist beispielsweise deutlich teurer, wenn dem Kunden wegen vorab abgezogener Gebühren nur 4.000 Peso ausgezahlt werden, er aber innerhalb weniger Wochen mehr als 5.000 Peso zurückzahlen muss.
Wichtig ist auch, Belege zu sichern.
Dazu gehören Bildschirmfotos der Kostenübersicht, der ausdrücklichen Zustimmung, der Auszahlung, des Rückzahlungsplans und sämtlicher Nachrichten des Anbieters.
Bei Streitigkeiten können diese Unterlagen entscheidend sein.
Beschwerden über nicht registrierte Apps, verschleierte Kosten oder aggressive Inkassomethoden können bei der Securities and Exchange Commission und bei Datenschutzverstößen zusätzlich bei der National Privacy Commission eingereicht werden.
Die Aufhebung des Moratoriums kann den Wettbewerb und den Zugang zu kurzfristigen Krediten vergrößern.
Sie birgt aber auch das Risiko, dass erneut zahlreiche Plattformen um finanziell unter Druck stehende Kunden werben.
Ein leichterer Zugang zu Geld ist nicht automatisch ein Vorteil, wenn die Kredite sehr teuer sind und innerhalb kurzer Zeit zurückgezahlt werden müssen.
Die Wirksamkeit der neuen Regeln wird deshalb davon abhängen, wie streng die Aufsicht neue Plattformen prüft, Beschwerden verfolgt und Verstöße sanktioniert. – Quelle: Securities and Exchange Commission, Memorandum Circular Nr. 20 aus dem Jahr 2026 und begleitende Erläuterungen / RM







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