MINDANAO – Eine frühere hochrangige Funktionärin der New People’s Army hat sich in Surigao del Sur der philippinischen Armee gestellt. – klajoo.com – Die 56-jährige Frau war nach Angaben der 4th Infantry Division früher Sekretärin des North Eastern Mindanao Regional Committee.
Sie stellte sich am 24. Juli Angehörigen des 3rd Special Forces Battalion in Barangay Saint Christine in der Gemeinde Lianga.
Nach Angaben des Militärs hatte sie sich seit November 2025 weitgehend aus den Aktivitäten der Organisation zurückgezogen.
Die Armee erklärte, anhaltende Militäreinsätze und die Sorge um ihre eigene Sicherheit hätten zu ihrer Entscheidung beigetragen.
Diese Darstellung stammt ausschließlich von den Streitkräften. Eine unabhängige Erklärung der Frau zu ihren Beweggründen wurde bislang nicht veröffentlicht.
Ihre frühere Stellung ist dennoch von Bedeutung.
Die New People’s Army ist der bewaffnete Arm der Communist Party of the Philippines. Die politische und militärische Organisation war traditionell in regionale Parteikomitees, Unterregionen, Guerillafronten und kleinere bewaffnete Einheiten gegliedert.
Regional Committees koordinierten politische Arbeit, Rekrutierung, Finanzierung und bewaffnete Operationen in größeren Gebieten.
Darunter bestanden Sub-Regional Committees, Guerillafronten, bewaffnete Platoons und sogenannte Sentro de Grabidad. Letztere bildeten bewegliche bewaffnete Kerne, die in mehreren Gemeinden oder Provinzen eingesetzt werden konnten.
Das North Eastern Mindanao Regional Committee war vor allem in der Caraga-Region aktiv.
Dazu gehören Agusan del Norte, Agusan del Sur, Surigao del Norte, Surigao del Sur und die Inselprovinz Dinagat Islands.
Das Gebiet bot der NPA über viele Jahre günstige Bedingungen. Große Wald- und Bergregionen, schwer erreichbare Gemeinden, Bergbaukonflikte, indigene Gemeinschaften und soziale Spannungen erleichterten Rückzugsräume und Rekrutierung.
Besonders Surigao del Sur und Agusan del Sur gehörten lange zu den wichtigsten NPA-Gebieten auf Mindanao.
Die Organisation finanzierte sich nach Angaben der Regierung unter anderem durch Abgaben von Unternehmen, Bauprojekten, Bergbau- und Landwirtschaftsbetrieben. Die NPA selbst bezeichnete solche Zahlungen als revolutionäre Besteuerung.
Unternehmen, die Zahlungen verweigerten, berichteten wiederholt über Drohungen, Brandanschläge auf Maschinen oder andere Angriffe.
Das Militär bezeichnet das North Eastern Mindanao Regional Committee inzwischen als zerschlagen beziehungsweise organisatorisch weitgehend aufgelöst.
Diese Bewertung beruht auf dem Verlust von Führungspersonal, Waffen, Lagern und regionalen Einheiten sowie auf einer großen Zahl von Toten, Festnahmen und Aufgabeerklärungen.
Allein im Mai stellten sich in Caraga mehrere frühere Funktionäre und Mitglieder aus Einheiten des North Eastern Mindanao Regional Committee. Dabei wurden auch Sturmgewehre und weitere Waffen übergeben.
Die Aufgabe einer früheren Regionalsekretärin kann den verbliebenen Strukturen zusätzlich schaden. Ehemalige Führungskräfte verfügen möglicherweise über Kenntnisse zu Personal, Unterstützern, Verbindungen, Geldquellen und früheren Verstecken.
Ob und welche Informationen die Frau den Behörden übermittelt, wurde nicht bekannt gegeben.
Die Schwächung in Caraga bedeutet nicht, dass die NPA landesweit vollständig verschwunden ist.
Nach aktuellen Sicherheitshinweisen und Militärberichten bestehen verbleibende bewaffnete Strukturen vor allem in abgelegenen Teilen von Samar und Leyte, Negros, Mindoro sowie einzelnen Gebieten in Bicol und Mindanao.
Auf Samar waren Anfang 2026 nach Regierungsangaben noch 117 aktive NPA-Mitglieder erfasst.
Auf Negros und in Teilen von Samar kam es auch 2026 weiterhin zu tödlichen Gefechten.
Die US-Botschaft nannte ländliche und bergige Regionen von Leyte, Mindoro, Negros und Samar ausdrücklich als Gebiete mit erhöhtem Risiko durch jüngste Zusammenstöße.
Auf Mindanao konzentrierten sich verbliebene Strukturen zuletzt unter anderem auf Teile von Caraga, Northern Mindanao, Davao Region und die Grenzgebiete zu Soccsksargen.
Die Streitkräfte melden jedoch auch dort einen starken Rückgang der organisierten Guerillafronten.
Von Januar bis Anfang Juni 2026 meldete das Militär landesweit mehr als 700 getötete, festgenommene oder zur Aufgabe bewegte NPA-Mitglieder und Unterstützer.
Der militärische Sammelbegriff „neutralisiert“ umfasst dabei sehr unterschiedliche Fälle: Aufgabe, Festnahme und Tod bei Gefechten. Er darf deshalb nicht mit getöteten Kämpfern gleichgesetzt werden.
Ehemalige NPA-Mitglieder können nach ihrer Aufgabe Unterstützungs- und Wiedereingliederungsprogramme beantragen.
Dazu gehören Soforthilfe, Unterstützung für den Lebensunterhalt, Bezahlung abgegebener Waffen und teilweise zusätzliche kommunale Programme.
Eine Aufgabe beendet jedoch nicht automatisch mögliche Strafverfahren. Für bestimmte politische und konfliktbezogene Delikte können frühere Mitglieder eine Amnestie beantragen. Schwere gewöhnliche Straftaten werden davon nicht grundsätzlich erfasst.
Im aktuellen Fall wurde nicht mitgeteilt, ob gegen die frühere Funktionärin Haftbefehle oder konkrete strafrechtliche Vorwürfe bestehen. – Quelle: 4th Infantry Division, Philippine Army, Philippine News Agency und Regierungsberichte zur Sicherheitslage / RM







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