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Davao Oriental will öffentliche Gebäude gegen schwere Erdbeben verstärken

MINDANAO – Die Provinz Davao Oriental will öffentliche Gebäude überprüfen und bei Bedarf gegen schwere Erdbeben verstärken lassen. – klajoo.com – Gouverneur Nelson Dayanghirang forderte die Bürgermeister der Städte und Gemeinden auf, gemeinsam mit Ingenieuren den baulichen Zustand von Rathäusern, Schulen, Krankenhäusern und weiteren öffentlichen Einrichtungen zu untersuchen.

Hintergrund ist eine Warnung des Philippine Institute of Volcanology and Seismology. Danach kann ein Abschnitt des Philippinengrabens vor der Küste Mindanaos ein Erdbeben mit einer Magnitude von bis zu 8,2 auslösen.

Die Warnung bedeutet nicht, dass ein solches Erdbeben unmittelbar bevorsteht.

Erdbeben lassen sich weder auf einen bestimmten Tag noch auf einen engen Zeitraum vorhersagen. Die Angabe beschreibt das mögliche Ausmaß eines Ereignisses, das an diesem Abschnitt des Philippinengrabens grundsätzlich entstehen kann.

Besonders relevant für Davao Oriental ist Segment 6 des Grabens. Es verläuft vor den Küstengebieten der Provinz und kann bei einer starken Bewegung erhebliche Bodenerschütterungen und möglicherweise auch einen Tsunami auslösen.

Dayanghirang will die vorgeschlagenen Überprüfungen und Nachrüstungen bei einem Treffen mit Bürgermeistern und Ingenieuren beraten.

Bislang wurden jedoch noch keine vollständige Gebäudeliste, kein Zeitplan und kein Finanzierungsrahmen veröffentlicht.

Damit bleibt offen, welche Einrichtungen zuerst untersucht werden und wie schnell erkannte Mängel tatsächlich behoben werden können.

Bei der Priorisierung sollten Gebäude eine besondere Rolle spielen, die während einer Katastrophe weiter funktionieren müssen.

Dazu gehören Krankenhäuser, Gesundheitszentren, Feuerwachen, Polizeistationen, Rathäuser, Kommunikationszentren und ausgewiesene Evakuierungsgebäude.

Auch Schulen sind von besonderer Bedeutung. Sie werden nicht nur täglich von vielen Kindern und Beschäftigten genutzt, sondern dienen nach Katastrophen häufig als Notunterkünfte.

Ein Gebäude, das zwar den normalen Schulbetrieb ermöglicht, einem sehr starken Erdbeben aber nicht standhält, kann daher gleich in zweifacher Hinsicht ausfallen.

Die bloße Sichtprüfung eines Gebäudes reicht für eine verlässliche Bewertung nicht aus.

Ingenieure müssen unter anderem Baupläne, Alter, verwendete Materialien, tragende Bauteile, frühere Umbauten und bereits vorhandene Risse untersuchen.

Besonders gefährdet können ältere Gebäude sein, die nach früheren Baustandards errichtet oder später ohne ausreichende statische Prüfung erweitert wurden.

Auch neuere Gebäude sind nicht automatisch sicher. Baumängel, minderwertige Materialien, Veränderungen an tragenden Wänden und nicht genehmigte Anbauten können ihre Widerstandsfähigkeit verringern.

Eine Nachrüstung kann je nach Gebäude sehr unterschiedlich aussehen.

Möglich sind zusätzliche Stahl- oder Betonverstärkungen, die Stabilisierung von Säulen und Wänden, neue Querverbindungen, die Sicherung von Dächern und Fassaden sowie die Befestigung schwerer Einrichtungsgegenstände.

In Krankenhäusern und Verwaltungsgebäuden müssen außerdem Leitungen, Wassertanks, Generatoren, Regale, medizinische Geräte und Kommunikationsanlagen gesichert werden.

Ein Gebäude kann den ersten Erschütterungen standhalten und trotzdem unbenutzbar werden, wenn die technische Ausstattung zerstört wird oder Fluchtwege blockiert sind.

Die Provinz hat in den vergangenen Jahren mehrfach erlebt, wie verletzlich öffentliche Infrastruktur bei Erdbeben ist.

Nach stärkeren Erschütterungen müssen Gebäude häufig kurzfristig gesperrt werden, bis Ingenieure ihre Sicherheit bestätigt haben. Selbst kleinere sichtbare Schäden können den Betrieb von Schulen oder Behörden für längere Zeit unterbrechen.

Bei einem Erdbeben der Magnitude 8,2 wären die Belastungen erheblich größer.

Die tatsächlichen Auswirkungen würden allerdings nicht allein von der Magnitude abhängen. Entscheidend wären auch Tiefe und Lage des Erdbebenherdes, Entfernung zu den Gemeinden, Beschaffenheit des Bodens und Qualität der Gebäude.

Lockere oder mit Wasser gesättigte Böden können Erschütterungen verstärken. In Küstenbereichen besteht zusätzlich die Gefahr von Bodenverflüssigung, bei der der Untergrund vorübergehend an Tragfähigkeit verliert.

Eine weitere Gefahr ist ein möglicher Tsunami.

Küstengemeinden benötigen deshalb nicht nur stabile Gebäude, sondern auch klar gekennzeichnete Fluchtwege, erreichbare höher gelegene Gebiete und regelmäßig geübte Evakuierungsabläufe.

Bei einem nahen starken Seebeben können zwischen der Erschütterung und dem Eintreffen einer Welle nur wenige Minuten liegen.

Die Bevölkerung darf in einem solchen Fall nicht ausschließlich auf eine offizielle Warnmeldung warten.

Wer an der Küste ein langes oder sehr starkes Erdbeben spürt, sollte sich nach den geltenden Sicherheitshinweisen unverzüglich auf höheres Gelände oder möglichst weit ins Landesinnere begeben.

Die geplante Bestandsaufnahme in Davao Oriental ist deshalb nur ein Teil der notwendigen Vorsorge.

Neben der baulichen Verstärkung müssen Gemeinden prüfen, ob Evakuierungszentren tatsächlich außerhalb gefährdeter Küsten- und Hangbereiche liegen, ob Zufahrtsstraßen nach einem Erdbeben passierbar bleiben und ob Notstrom, Wasser und Kommunikation funktionieren.

Entscheidend wird sein, ob aus der Ankündigung ein verbindliches Programm entsteht.

Dafür wären eine öffentliche Liste der untersuchten Gebäude, eine Einstufung nach Dringlichkeit, Kostenschätzungen und ein Zeitplan für die Nachrüstung erforderlich.

Ohne eine solche Priorisierung besteht die Gefahr, dass zwar zahlreiche Gebäude überprüft werden, besonders gefährliche Einrichtungen aber wegen fehlender Mittel jahrelang unverändert bleiben. – Quelle: Provinzregierung Davao Oriental, Philippine Information Agency und Philippine Institute of Volcanology and Seismology / RM

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