MANILA – Die Philippinen wollen 2027 erstmals eine Flüssigtreibstoff-Rakete von eigenem Boden starten. Der geplante Test soll 2027 in der Provinz Cagayan im Nordosten der Insel Luzon stattfinden. – klajoo.com – Er soll technische Erfahrungen für spätere Raketenstarts vermitteln und den Aufbau eines möglichen philippinischen Weltraumbahnhofs vorbereiten.
Bei dem Flug handelt es sich um eine Höhenforschungsrakete. Sie soll eine auf den Philippinen entwickelte Nutzlast von höchstens zwei Kilogramm auf eine Höhe von mindestens fünf Kilometern bringen.
Damit wird die Rakete weder einen Satelliten in die Erdumlaufbahn transportieren noch die Philippinen bereits zu einem eigenständigen Anbieter orbitaler Starts machen.
Höhenforschungsraketen steigen für kurze Zeit auf und kehren anschließend zur Erde zurück. Sie werden für technische Tests, wissenschaftliche Messungen und die Ausbildung von Fachkräften eingesetzt.
Orbitale Trägerraketen müssen dagegen eine wesentlich höhere Geschwindigkeit erreichen, damit Satelliten nicht wieder unmittelbar zur Erde fallen.
Der Test wird von der Philippine Space Agency, dem Department of Information and Communications Technology und der Cagayan Economic Zone Authority vorbereitet.
Beteiligt sind außerdem das philippinische Flughafen- und Luftfahrtunternehmen Ascend International Gateway sowie das südkoreanische Raumfahrtunternehmen Perigee Aerospace.
Perigee entwickelt Flüssigtriebwerke, Raketen und Komponenten für Raumfahrzeuge. Für den philippinischen Test soll die Plattform Blue Whale verwendet werden.
Ausgewählte philippinische Ingenieure erhalten im Rahmen eines Wissenstransfer- und Ausbildungsprogramms praktische Schulungen an der Technik.
Die Zusammenarbeit mit Perigee begann bereits 2022. Im März 2026 wurde beim Philippines–Korea Business Forum eine weitere Vereinbarung unterzeichnet.
Für Raketenstarts auf den Philippinen existiert bislang noch kein vollständig erprobtes Genehmigungssystem. PhilSA arbeitet deshalb an vorläufigen Richtlinien für Start, Luftraumsicherung, Gefahrenzonen, Bergung und Haftung.
Auch bei einem Flug auf nur fünf Kilometer Höhe müssen Flugverkehr, Schifffahrt und das Gebiet rund um den Startplatz geschützt werden.
Die Behörden müssen festlegen, wann Lufträume oder Seegebiete gesperrt werden und wie die Rakete beziehungsweise ihre Teile nach dem Flug geborgen werden.
Cagayan besitzt aus Sicht von PhilSA mehrere Standortvorteile. Östlich der Provinz liegt der Pazifik, sodass Raketen in eine Richtung gestartet werden könnten, in der weniger dicht besiedeltes Land überflogen wird.
Die Lage vergleichsweise nahe am Äquator kann bei späteren orbitalen Starts ebenfalls vorteilhaft sein. Die Erdrotation liefert dort eine höhere zusätzliche Geschwindigkeit als an weiter nördlich gelegenen Standorten.
Dieser Vorteil gilt allerdings nicht für jede gewünschte Umlaufbahn gleichermaßen. Satelliten in polaren oder sonnensynchronen Bahnen benötigen andere Flugrichtungen und Sicherheitskorridore.
Der geplante Test ist deshalb zunächst vor allem ein Ausbildungs- und Demonstrationsprojekt.
Langfristig verfolgt PhilSA die Idee eines kommerziellen Weltraumbahnhofs. Dieser soll nach bisheriger Planung privatwirtschaftlich betrieben und staatlich ermöglicht sowie überwacht werden.
Die Regierung argumentiert, dass die weltweite Zahl von Raketenstarts steigt und bestehende Weltraumbahnhöfe nicht alle künftigen Kunden bedienen könnten.
Ob Cagayan tatsächlich einen nennenswerten Anteil dieses Marktes gewinnen kann, hängt jedoch von wesentlich mehr als der geografischen Lage ab.
Erforderlich wären zuverlässige Genehmigungsverfahren, sichere Start- und Bergungsgebiete, Wetter- und Überwachungssysteme, Transportwege, Treibstoffanlagen, qualifiziertes Personal und internationale Versicherbarkeit.
Auch Umweltfolgen und die Interessen lokaler Gemeinden und Fischer müssen berücksichtigt werden.
Der Test 2027 ist daher noch kein Baubeginn für einen vollständig ausgestatteten Weltraumbahnhof. Er soll zeigen, ob die beteiligten Behörden und Unternehmen einen Raketenstart sicher planen und durchführen können.
Für die philippinische Raumfahrt ist das Projekt dennoch bedeutsam. Das Land hat sich bislang vor allem auf Satellitenentwicklung, Erdbeobachtung und die Nutzung ausländischer Startanbieter konzentriert.
Mit dem Raketenprogramm entsteht erstmals praktische Erfahrung bei Flüssigtriebwerken, Startbetrieb und der Regulierung von Raumfahrtaktivitäten auf philippinischem Boden. – Quelle: Philippine Space Agency und Philippine Information Agency / RM







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