Startseite » Neue Labore und digitale Kontrollen sollen Lebensmittel sicherer machen
Manila

Neue Labore und digitale Kontrollen sollen Lebensmittel sicherer machen

MANILA – Das philippinische Bureau of Plant Industry hat seine Labore, digitalen Kontrollsysteme und regionalen Dienstleistungen in den vergangenen vier Jahren ausgebaut. – klajoo.com – Ziel ist, gesundheitliche Risiken bei pflanzlichen Lebensmitteln früher zu erkennen und Exportmöglichkeiten für philippinische Agrarprodukte zu verbessern.

Die Behörde ist unter anderem für Pflanzengesundheit, Quarantäne, Saatgut, Lebensmittelsicherheit und die Kontrolle pflanzlicher Ein- und Ausfuhren zuständig.

Zu den größten Investitionen gehört ein Labor zur Analyse von Nitraten und Nitriten im Wert von 55 Millionen Peso.

Nitrate kommen natürlicherweise in Pflanzen und Böden vor und werden auch über Düngemittel eingebracht. Hohe Konzentrationen können bei bestimmten Lebensmitteln und Bevölkerungsgruppen gesundheitliche Risiken verursachen.

Das neue Labor soll Rückstände in pflanzlichen Lebensmitteln untersuchen und überprüfen, ob philippinische Erzeugnisse nationale und internationale Grenzwerte erfüllen.

Für Exporteure ist dies wichtig, weil ausländische Märkte Laborergebnisse und Zertifikate verlangen können. Werden Grenzwerte überschritten oder Kontrollen nicht anerkannt, können Lieferungen zurückgewiesen werden.

Zusätzlich setzt die Behörde ein mobiles Lebensmittelsicherheitslabor ein. Dieses untersuchte bislang 604 Proben aus 16 Provinzen und Städten.

Die Proben wurden unter anderem auf Pestizidrückstände, Schwermetalle und andere Verunreinigungen geprüft. Das mobile Labor kann Märkte, landwirtschaftliche Betriebe, Reismühlen und staatliche Kadiwa-Verkaufsstellen direkt aufsuchen.

Damit müssen Proben nicht immer zunächst zu einem zentralen Labor nach Metro Manila gebracht werden. Das kann Untersuchungen beschleunigen und Regionen einbeziehen, die bisher nur eingeschränkten Zugang zu entsprechenden Analysen hatten.

Wie aussagekräftig die bisherige Zahl von 604 Proben ist, hängt allerdings von der Auswahl der Produkte und Standorte ab. Angesichts der Größe des Landes ersetzt sie keine flächendeckende Kontrolle.

Das Bureau of Plant Industry eröffnete außerdem zusätzliche Außenstellen in Cebu und Cagayan de Oro. Dadurch sollen Dienstleistungen für Produzenten und Exporteure in den Visayas und auf Mindanao leichter erreichbar werden.

Ein digitales System mit dem Namen OSiRiS erfasst nach Angaben der Behörde inzwischen mehr als 1.100 Lebensmittelunternehmen.

Digitale Schädlingsüberwachung soll zudem helfen, Krankheits- und Schädlingsausbrüche bei Pflanzen schneller zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Ein neuer Reisqualitätsanalysator untersucht unter anderem Korngröße, Bruchanteil, Mahlgrad, Verfärbungen und mögliche Vermischungen unterschiedlicher Reissorten.

Damit kann überprüft werden, ob die Angaben auf Verpackungen mit dem tatsächlichen Inhalt übereinstimmen. Die Technik soll auch bei der Kontrolle staatlich angebotenen Reises für 20 Peso je Kilogramm eingesetzt werden.

Das Bureau of Plant Industry verweist außerdem auf neue Exportmöglichkeiten. Frische junge Kokosnüsse dürfen inzwischen nach Jordanien geliefert werden, tiefgekühlte Calamansi-Produkte nach Südkorea.

Solche Marktöffnungen hängen häufig von langwierigen Verhandlungen über Pflanzenschutz, Hygiene, Verpackung und Rückverfolgbarkeit ab.

Die Behörde modernisierte darüber hinaus Saatgutlager und nahm eine nationale Saatgutreserve wieder in Betrieb. Diese soll nach Katastrophen oder Ernteausfällen schneller geeignetes Saatgut bereitstellen.

Ein Teil der staatlichen Einrichtungen wurde mit Solaranlagen ausgestattet, um Energiekosten zu verringern und den Betrieb widerstandsfähiger gegen Stromausfälle zu machen.

Die aktuelle Veröffentlichung ist allerdings eine Leistungsbilanz des Landwirtschaftsministeriums. Sie nennt vor allem Erfolge, aber nur begrenzt bestehende Probleme oder unabhängige Bewertungen.

Für eine umfassende Beurteilung wären unter anderem Zahlen über beanstandete Proben, zurückgewiesene Lieferungen, aufgedeckte Falschdeklarationen und tatsächlich verkürzte Bearbeitungszeiten erforderlich.

Die Investitionen zeigen dennoch, dass Lebensmittelsicherheit und Exportkontrollen zunehmend technisch aufgerüstet werden. Entscheidend bleibt, ob die Systeme regelmäßig genutzt, gewartet und in allen Regionen zugänglich werden. – Quelle: Department of Agriculture und Bureau of Plant Industry, Bilanz für Juni 2022 bis Juni 2026 / RM

Add Comment

Click here to post a comment