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Schwache Industrie begrenzt Löhne und privaten Konsum auf den Philippinen

MANILA – Die vergleichsweise schwache Entwicklung des verarbeitenden Gewerbes begrenzt nach Einschätzung von Oxford Economics das Lohnwachstum und damit langfristig auch den privaten Konsum auf den Philippinen. – klajoo.com – Der Konsum der Haushalte ist eine der wichtigsten Säulen der philippinischen Wirtschaft.

Er wird durch Löhne, Überweisungen aus dem Ausland, Kredite und eine junge wachsende Bevölkerung gestützt.

Dieses Modell stößt jedoch an Grenzen, wenn nicht genügend produktive und gut bezahlte Arbeitsplätze entstehen.

Das verarbeitende Gewerbe kann eine besondere Rolle spielen, weil industrielle Unternehmen häufig größere Investitionen tätigen, längere Lieferketten aufbauen und technisch qualifizierte Beschäftigte benötigen.

Erfolgreiche Industriecluster schaffen nicht nur Arbeitsplätze in Fabriken. Sie erzeugen auch Nachfrage nach Logistik, Wartung, Energie, Verpackung, Software, Finanzierung und weiteren Dienstleistungen.

Auf den Philippinen ist die Elektronik- und Halbleiterindustrie zwar ein bedeutender Exportsektor. Viele Betriebe konzentrieren sich jedoch auf Montage, Prüfung und Verpackung importierter Bauteile.

Diese Tätigkeiten sind wichtig, erzeugen aber häufig weniger lokale Wertschöpfung als Forschung, Chipdesign, Materialherstellung oder Produktion hochkomplexer Komponenten.

Andere südostasiatische Staaten haben ihre industrielle Basis teilweise stärker ausgebaut.

Vietnam wurde zu einem bedeutenden Produktionsstandort für Elektronik, Smartphones, Textilien und Maschinen.

Thailand besitzt große Cluster in Fahrzeugbau, Elektronik und Lebensmittelverarbeitung.

Malaysia ist stark in Halbleitern, Elektronik, Chemie und Medizintechnik.

Indonesien versucht, Nickel und andere Rohstoffe zunehmend im eigenen Land zu verarbeiten und Batteriewertschöpfung aufzubauen.

Die Philippinen verfügen über gut ausgebildete englischsprachige Arbeitskräfte, einen großen Binnenmarkt und eine strategische Lage. Investoren verweisen jedoch immer wieder auf hohe Strompreise, Infrastrukturprobleme, langsame Genehmigungen und wechselnde Regeln.

Auch Logistikkosten sind erheblich. Als Inselstaat benötigt das Land effiziente Häfen, Fähren, Straßen und Kühlketten.

Wenn Vorprodukte und fertige Waren mehrfach zwischen Inseln transportiert werden müssen, steigen Kosten und Lieferzeiten.

Industrieunternehmen sind außerdem auf eine stabile Stromversorgung angewiesen. Wiederkehrende Netzalarme und hohe Endkundenpreise erschweren besonders energieintensive Produktion.

Ein weiterer Faktor ist die berufliche Qualifikation. Unternehmen benötigen Techniker, Maschinenführer, Ingenieure und Fachkräfte für Automatisierung und Wartung.

Das Bildungssystem bringt viele Hochschulabsolventen hervor, aber nicht immer genügend Arbeitskräfte mit den konkret benötigten technischen Fähigkeiten.

Viele Filipinos arbeiten deshalb in Dienstleistungen, Handel, Verkehr oder weniger produktiven informellen Tätigkeiten.

Der stark gewachsene IT-Business-Process-Management-Sektor bietet zwar gute Arbeitsplätze, konzentriert sich aber auf bestimmte Städte und Berufsgruppen.

Eine breitere industrielle Basis könnte auch außerhalb von Metro Manila, Cebu und wenigen anderen Zentren mehr formelle Beschäftigung schaffen.

Schwaches Lohnwachstum wirkt unmittelbar auf den Konsum. Haushalte können steigende Preise für Lebensmittel, Strom, Kraftstoff und Verkehr nur begrenzt ausgleichen.

Ein Teil reagiert mit geringeren Ausgaben, zusätzlichen Krediten oder der Suche nach Arbeit im Ausland.

Überweisungen von Overseas Filipino Workers stabilisieren den Konsum, ersetzen aber keine inländische produktive Beschäftigung.

Eine zu starke Abhängigkeit von Auslandsüberweisungen bedeutet zudem, dass Familien getrennt leben und die Wirtschaft von Arbeitsmärkten anderer Staaten abhängig bleibt.

Auch kreditfinanzierter Konsum besitzt Grenzen. Steigen Zinsen oder fallen Einkommen, können Haushalte ihre Ausgaben nicht dauerhaft durch neue Schulden aufrechterhalten.

Eine stärkere Industriepolitik müsste deshalb mehrere Bereiche gleichzeitig verbessern.

Dazu gehören günstigere und verlässlichere Energie, schnellere Genehmigungen, bessere Häfen, funktionierende Lieferketten und gezielte berufliche Ausbildung.

Wichtig ist außerdem die Einbindung lokaler Zulieferer. Eine ausländische Fabrik erzeugt nur begrenzte zusätzliche Wertschöpfung, wenn fast alle Komponenten importiert und Gewinne überwiegend ins Ausland übertragen werden.

Programme wie Pax Silica können neue Investitionen anziehen. Ihr Erfolg muss aber daran gemessen werden, ob sie Technologie, Fachwissen und lokale Produktionsstufen aufbauen.

Auch Agrarverarbeitung bietet Potenzial. Kokos, Kakao, Kaffee, Fisch, Früchte und andere lokale Produkte könnten stärker im Land verarbeitet werden, statt überwiegend als Rohstoff oder gering verarbeitete Ware exportiert zu werden.

Das würde zugleich die Abhängigkeit von importierten Lebensmitteln und Industrieprodukten verringern.

Industrieentwicklung darf jedoch nicht allein an Produktionsmengen gemessen werden. Umweltauflagen, Arbeitsschutz und faire Löhne bleiben notwendig.

Niedrige Löhne können Investoren kurzfristig anziehen, stärken aber nicht den privaten Konsum und führen nicht automatisch zu nachhaltigem Wohlstand.

Das Ziel muss deshalb höhere Produktivität sein. Unternehmen können dann bessere Löhne zahlen, ohne ihre Wettbewerbsfähigkeit vollständig zu verlieren.

Die Analyse ergänzt die aktuellen Forderungen ausländischer Wirtschaftskammern, sollte aber nicht mit ihnen zusammengeführt werden.

Die Kammern benennen konkrete Gesetze aus Sicht ihrer Mitgliedsunternehmen. Die Industrieanalyse beschreibt dagegen ein grundlegendes Entwicklungsproblem, das über einzelne Gesetzesvorhaben hinausgeht. – Quelle: Oxford Economics; Philippine Statistics Authority; Philippine Daily Inquirer / RM

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