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Philippinen verstärken regionale Zusammenarbeit gegen Menschenhandel für Scam-Zentren

MANILA – Das Bureau of Immigration will die internationale Zusammenarbeit gegen Menschenhandel verstärken, bei dem Opfer zur Arbeit in Online-Betrugszentren gezwungen werden. – klajoo.com – Vertreter der Behörde nahmen vom 20. bis 22. Juli an der Bali Process Immigration Officials’ Conference in Indonesien teil.

Im Mittelpunkt stand die sogenannte trafficking for forced criminality. Dabei werden Menschen angeworben, getäuscht oder verschleppt und anschließend gezwungen, selbst Straftaten zu begehen.

Besonders häufig handelt es sich um Onlinebetrug, gefälschte Investitionsangebote, Romance Scams, Kryptowährungsbetrug oder illegales Onlineglücksspiel.

Die Täter werben über Facebook, Telegram, Jobportale und persönliche Kontakte mit angeblich gut bezahlten Stellen in Kundenservice, Online-Marketing, IT oder Datenverarbeitung.

Viele Angebote nennen Thailand, Kambodscha oder andere scheinbar reguläre Arbeitsorte.

Nach der Ankunft werden die Betroffenen teilweise über Grenzen in abgelegene Gebiete gebracht. Pässe und Mobiltelefone werden eingezogen, Bewegungsfreiheit und Kommunikation eingeschränkt.

Die Opfer müssen unter Drohungen und Gewalt festgelegte Betrugsquoten erfüllen. Wer die Vorgaben nicht erreicht oder fliehen will, kann geschlagen, eingesperrt oder an ein anderes Zentrum verkauft werden.

Myanmar, Kambodscha und Laos gelten als Hauptstandorte solcher Betrugszentren. Besonders problematisch sind Grenzgebiete mit schwacher staatlicher Kontrolle und enger Verbindung zu bewaffneten Gruppen oder korrupten Netzwerken.

Das Thema ist für die Philippinen nicht neu.

Bereits seit 2022 und 2023 wurden philippinische Staatsbürger aus Scam-Zentren in Myanmar, Kambodscha und Laos zurückgeholt.

Einige hatten die Philippinen regulär als Touristen verlassen. Andere nutzten falsche Angaben über Familienbesuche oder wurden über Drittstaaten weitertransportiert.

In besonders riskanten Fällen wurden Opfer über sogenannte Backdoor-Routen aus dem Land gebracht.

2025 wurden drei Filipinos aus einem Scam-Zentrum in Kambodscha zurückgeführt, die offenbar ohne registrierte Ausreise mit kleinen Booten von Jolo nach Sabah gebracht worden waren.

Ein besonders großer Fall betraf Myawaddy in Myanmar. Anfang 2025 wurden mehr als 200 Filipinos aus dortigen Scam-Zentren zurückgeführt.

Das Bureau of Immigration berichtete später von 206 repatriierten Filipinos. Weitere Staatsbürger blieben nach Behördenangaben in anderen Einrichtungen gefangen.

Die Betroffenen waren häufig zwischen 20 und 44 Jahre alt. Viele verfügten über einen Hochschulabschluss und waren nicht ausschließlich arbeitslos oder gering qualifiziert.

Die Täter nutzen damit gezielt die Hoffnung auf gut bezahlte digitale Arbeit im Ausland.

Das Bureau of Immigration registrierte 2024 allein 125 Fälle, in denen mutmaßliche Opfer bereits vor der Ausreise abgefangen wurden.

Grenzkontrollen können dennoch nur einen Teil des Problems lösen.

Eine Person mit gültigem Reisepass und glaubwürdiger Reisegeschichte kann nicht allein aufgrund einer Vermutung an der Ausreise gehindert werden.

Zu aggressive Befragungen können ehrliche Reisende belasten und das verfassungsrechtliche Recht auf Reisen einschränken.

Die Behörden setzen deshalb auf risikobasierte Prüfungen. Dabei werden Reiseziel, Buchungen, Kontaktpersonen, Beschäftigungsangaben und mögliche Widersprüche bewertet.

Das BI arbeitet mit dem Inter-Agency Council Against Trafficking zusammen. Weitere beteiligte Stellen sind unter anderem das Department of Migrant Workers, das Außenministerium und Strafverfolgungsbehörden.

Bei der Konferenz in Bali stellte die philippinische Delegation ihre Verfahren zur Dokumentenprüfung, Risikobewertung und Zusammenarbeit zwischen Behörden vor.

Ziel ist ein schnellerer Informationsaustausch mit anderen Staaten.

Das ist notwendig, weil ein einzelner Fall mehrere Länder betreffen kann: Die Anwerbung erfolgt auf den Philippinen, der Flug führt nach Thailand, das Opfer wird nach Myanmar gebracht und muss Personen in Europa oder Nordamerika betrügen.

Geld wird anschließend über Bankkonten, E-Wallets oder Kryptowährungen in weiteren Staaten verschoben.

Der Bali Process wurde 2002 von Indonesien und Australien ins Leben gerufen. Er dient der regionalen Zusammenarbeit gegen Menschenhandel, Schleusung und verwandte grenzüberschreitende Kriminalität.

Die Philippinen sind bereits länger in diesem Prozess aktiv. Neu ist daher nicht die grundsätzliche Kooperation, sondern der stärkere Fokus auf erzwungene Onlinekriminalität.

Im Oktober 2024 fand bereits ein thematischer Dialog zwischen philippinischen Behörden und dem Regional Support Office des Bali Process statt.

Im April 2026 tauschten sich philippinische und kambodschanische Stellen in Manila über Menschenhandel und Scam-Zentren aus.

Die neue Konferenz baut somit auf bestehenden Kontakten und früheren Fällen auf.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Tätern und Opfern. Menschen, die unter Gewalt zur Beteiligung an Betrug gezwungen wurden, können zugleich Straftaten ausgeführt und Opfer von Menschenhandel sein.

Behörden müssen prüfen, wie freiwillig die Beteiligung war und ob die Person die Möglichkeit hatte, den Ort zu verlassen.

Nicht jede Person in einem Scam-Zentrum ist automatisch unschuldig. Manche arbeiten freiwillig für die kriminellen Netzwerke oder übernehmen später selbst Leitungs- und Anwerbefunktionen.

Eine pauschale Einordnung würde deshalb sowohl tatsächliche Opfer als auch die Strafverfolgung gefährden. – Quelle: Bureau of Immigration; Inter-Agency Council Against Trafficking; Bali Process; United Nations Office on Drugs and Crime / RM

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