MANILA – Die Philippinen und Indien wollen ihre Zusammenarbeit in Verteidigung, maritimer Sicherheit und wirtschaftlicher Stabilität weiter ausbauen. – klajoo.com – Vertreter beider Staaten sprachen am Rand der ASEAN-Treffen in Manila über gemeinsame Interessen im Indo-Pazifik und über widerstandsfähigere Lieferketten.
Die sicherheitspolitische Zusammenarbeit besitzt bereits eine konkrete Grundlage. Die Philippinen unterzeichneten 2022 einen Vertrag über das BrahMos-Küstenabwehrraketensystem.
Das gemeinsam von Indien und Russland entwickelte BrahMos-System kann Schiffe auf große Entfernung bekämpfen und soll die philippinische Küstenverteidigung stärken.
Philippinische Soldaten wurden in Indien für Betrieb und Wartung ausgebildet. Die ersten Systeme wurden anschließend an die Philippinen geliefert.
Der Auftrag machte die Philippinen zum ersten ausländischen Kunden des BrahMos-Systems.
Für Indien besitzt das Geschäft ebenfalls strategische Bedeutung. Neu-Delhi will seine Rüstungsexporte ausbauen und sich als Sicherheits- und Technologiepartner in Südostasien etablieren.
Die Philippinen suchen ihrerseits zusätzliche Lieferanten neben den Vereinigten Staaten, Japan, Südkorea und europäischen Staaten.
Eine breitere Lieferantenbasis kann Abhängigkeiten verringern. Sie erzeugt allerdings auch zusätzliche Kosten für Ausbildung, Ersatzteile und die Integration unterschiedlicher Systeme.
Neben Raketen könnten maritime Überwachung, Schiffbau, Ausbildung und gemeinsame Übungen weitere Kooperationsfelder werden.
Indien besitzt eine große Marine und Erfahrungen mit dem Schutz langer Küsten, Inselgebiete und wichtiger Seeverbindungen.
Beide Staaten teilen das Interesse an offenen Schifffahrtswegen und einer regelbasierten Ordnung im Indo-Pazifik.
Indien vermeidet im Südchinesischen Meer häufig eine direkte Übernahme sämtlicher philippinischer Positionen, betont aber die Bedeutung des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen und friedlicher Streitbeilegung.
Auch wirtschaftlich gibt es erhebliche Möglichkeiten.
Indien ist ein bedeutender Hersteller von Arzneimitteln und Generika. Die Philippinen könnten durch stärkeren Wettbewerb von günstigeren Medikamenten und neuen Produktionskooperationen profitieren.
Gleichzeitig müssen Zulassung, Qualität und Versorgungssicherheit durch die Food and Drug Administration gewährleistet bleiben.
Weitere Felder sind digitale Dienstleistungen, Finanztechnologie, Telekommunikation und Cybersicherheit.
Indien verfügt über umfangreiche Erfahrungen mit digitalen Identitäts-, Zahlungs- und Verwaltungsplattformen.
Die Philippinen könnten von technischen Lösungen profitieren, müssen dabei aber Datenschutz und Abhängigkeit von ausländischen Anbietern berücksichtigen.
Auch Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung bieten Potenzial. Indien exportiert unter anderem Reis, Arzneimittel, Maschinen, Chemikalien und Fahrzeuge.
Die Philippinen liefern elektronische Produkte, Mineralien, Agrarerzeugnisse und Dienstleistungen.
Bei kritischen Rohstoffen und Halbleitern können sich die Interessen mit der amerikanisch geführten Pax-Silica-Initiative überschneiden. Indien ist der Initiative bereits beigetreten.
Beide Staaten könnten dadurch an gemeinsamen Lieferketten beteiligt werden, die weniger stark von China abhängig sind.
Die Beziehungen besitzen jedoch auch Grenzen. Das Handelsvolumen bleibt hinter dem Handel der Philippinen mit China, Japan, den Vereinigten Staaten und mehreren ASEAN-Staaten zurück.
Transportwege, fehlende direkte Lieferketten und begrenzte Kenntnisse über den jeweils anderen Markt erschweren einen schnellen Ausbau.
Konkreter Fortschritt wird deshalb daran zu messen sein, ob neue Verträge, Investitionen, Übungen oder Handelsvereinbarungen folgen.
Eine allgemeine Erklärung zur Vertiefung der Beziehungen allein verändert die wirtschaftliche oder militärische Lage noch nicht. –
Quelle: Department of Foreign Affairs; indisches Außenministerium; Department of National Defense; Philippine News Agency / RM







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