MANILA – Das National Bureau of Investigation will die Ermittlungen zu mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten bei den Südostasienspielen 2019 wieder aufnehmen. – klajoo.com – Das Justizministerium und der Präsidentenpalast unterstützen die erneute Prüfung.
Im Mittelpunkt stehen die Organisation der Spiele, staatlich finanzierte Sportstätten, Beschaffungen und die Rolle der Philippine Southeast Asian Games Organizing Committee Foundation, kurz PHISGOC.
Die Philippinen richteten die Südostasienspiele vom 30. November bis 11. Dezember 2019 aus. Tausende Athleten aus elf Staaten nahmen an Wettbewerben in Metro Manila, Clark, Subic und weiteren Austragungsorten teil.
Sportlich waren die Spiele für die Philippinen ein großer Erfolg. Das Gastgeberland gewann erstmals seit 2005 wieder die Gesamtwertung. Organisatorisch geriet die Veranstaltung jedoch bereits vor der Eröffnung in die Kritik.
Internationale Mannschaften berichteten über verspätete Transporte, ungeeignete Unterkünfte, Wartezeiten und Probleme bei der Verpflegung. Besonders bekannt wurden Bilder von Athleten, denen als Mahlzeit einfache Kombinationen aus Reis, Ei und Kikiam angeboten worden sein sollen. Einige Berichte erwiesen sich später als ungenau oder übertrieben, andere Probleme wurden von Delegationen und Organisatoren bestätigt.
Größere politische Fragen betrafen nicht nur organisatorische Pannen, sondern die Finanzierung. Der Staat stellte Milliarden Peso für Sportstätten, Logistik und Durchführung bereit. Aufmerksamkeit erregte unter anderem ein großer dekorativer Kessel bei New Clark City, dessen Kosten als unangemessen hoch kritisiert wurden.
PHISGOC wurde vom damaligen Speaker Alan Peter Cayetano geleitet. Kritiker fragten, weshalb eine private Stiftung eine so zentrale Rolle bei einer mit öffentlichen Mitteln finanzierten Veranstaltung erhielt und wie Aufträge, Überweisungen und Zuständigkeiten verteilt wurden.
Der Senat und andere Stellen forderten bereits 2019 und 2020 Untersuchungen. Dabei standen mögliche Verstöße gegen Vergabevorschriften, die Nutzung staatlicher Gelder und die Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen PHISGOC, Philippine Sports Commission, Bases Conversion and Development Authority und weiteren Einrichtungen im Mittelpunkt.
Ein Teil der Beschwerden richtete sich gegen Vince Dizon, der damals die Bases Conversion and Development Authority leitete. Ihm und weiteren Personen wurden Unregelmäßigkeiten beim Bau und bei der Finanzierung von Sportanlagen in New Clark City vorgeworfen.
Der Ombudsmann stellte dieses konkrete Verfahren 2021 wegen unzureichender Beweise ein. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass sämtliche Vorgänge rund um die Spiele abschließend untersucht oder alle beteiligten Personen entlastet wurden.
Die jetzige Wiederaufnahme geht offenbar auf neue Informationen und ein Treffen des NBI mit Personen zurück, die Angaben zu den damaligen Abläufen machen wollen. Die Behörde beabsichtigt, Direktoren und Verantwortliche von PHISGOC vorzuladen.
Warum geschieht dies erst sieben Jahre später? Einerseits können Ermittlungen wieder aufgenommen werden, wenn neue Zeugen, Unterlagen oder konkrete Hinweise auftauchen. Andererseits fällt der Schritt in eine Phase, in der der Ombudsmann und andere Behörden mehrere ältere Korruptionskomplexe erneut prüfen.
Der Zeitpunkt ist politisch umstritten. Alan Peter Cayetano erklärte, er begrüße eine faire Untersuchung, stellte jedoch die Auswahl der vorgeladenen Personen und mögliche politische Motive infrage. Er fordert, sämtliche staatlichen Stellen und nicht nur PHISGOC zu prüfen.
Für eine belastbare Neubewertung muss das NBI daher klären, welche Vorgänge bereits Gegenstand früherer Beschwerden waren, welche neuen Beweise vorliegen und ob die Verjährungsfristen für mögliche Straftaten noch laufen.
Die erneute Untersuchung bedeutet nicht, dass die Spiele insgesamt betrügerisch organisiert wurden. Sie betrifft konkrete Entscheidungen, Verträge und Geldflüsse. Ebenso wenig ist die sportliche Leistung der philippinischen Athleten Gegenstand des Verfahrens. – Quelle: National Bureau of Investigation; Department of Justice; Office of the Ombudsman / RM







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