MANILA – Die Philippinen haben ihren nationalen Notfallplan für nukleare und radiologische Ereignisse weiter überarbeitet. – klajoo.com – Fast 100 Vertreter staatlicher Behörden und weiterer Einrichtungen überprüften Zuständigkeiten und Abläufe von der ersten Gefahrenmeldung bis zur langfristigen Wiederherstellung.
Der Plan soll sicherstellen, dass Polizei, Katastrophenschutz, Gesundheitsbehörden, Feuerwehr, Streitkräfte, Wissenschaftler, lokale Regierungen und weitere Stellen bei einem radiologischen Notfall koordiniert handeln.
Berücksichtigt werden vier zentrale Szenarien. Das erste ist ein Unfall in einer kerntechnischen Anlage. Dazu könnte künftig ein Zwischenfall in einem Kernkraftwerk gehören, aber auch ein schwerwiegendes Ereignis in einer Forschungs- oder anderen Anlage mit radioaktiven Stoffen.
Das zweite Szenario betrifft verlorene, gestohlene oder unkontrollierte radioaktive Quellen. Solche Stoffe werden auf den Philippinen bereits heute in Krankenhäusern, Forschungseinrichtungen und Industriebetrieben eingesetzt.
In der Medizin kommen radioaktive Materialien unter anderem bei Krebstherapien, Diagnostik und Sterilisation zum Einsatz. In der Industrie werden sie beispielsweise für Materialprüfungen, Messgeräte oder die Kontrolle von Produktionsprozessen verwendet.
Geht eine solche Quelle verloren oder wird sie mit gewöhnlichem Metallschrott verwechselt, können Menschen einer hohen Strahlendosis ausgesetzt werden, ohne die Gefahr zu erkennen. Radioaktivität ist weder sichtbar noch riechbar und kann nur mit geeigneten Messgeräten zuverlässig festgestellt werden.
Das dritte Szenario ist ein vorsätzlicher radiologischer Angriff. Dazu gehört die sogenannte schmutzige Bombe. Dabei handelt es sich nicht um eine Atombombe. Konventioneller Sprengstoff wird genutzt, um radioaktives Material in der Umgebung zu verteilen.
Die unmittelbare Explosion einer schmutzigen Bombe wäre in erster Linie mit anderen Sprengstoffanschlägen vergleichbar. Zusätzliche Gefahren entstehen durch radioaktive Kontamination, aufwendige Evakuierungen, wirtschaftliche Schäden und mögliche langfristige Sperrungen.
Das vierte Szenario ist ein grenzüberschreitender Nuklearunfall. Radioaktive Stoffe können abhängig von Wetterlage, Wind und Niederschlag über große Entfernungen transportiert werden. Ein Unfall außerhalb der Philippinen kann deshalb Überwachung, Lebensmittelkontrollen oder Schutzmaßnahmen im Land erforderlich machen.
Ein nuklearer Unfall und ein radiologischer Notfall sind nicht dasselbe. Bei einem nuklearen Unfall laufen Prozesse in Kernbrennstoffen oder Reaktoren außer Kontrolle. Ein radiologischer Notfall kann dagegen bereits durch eine einzelne medizinische oder industrielle Strahlenquelle entstehen.
Der Notfallplan regelt unter anderem Alarmierung, Strahlenmessung, Evakuierung, medizinische Behandlung, Dekontamination, Information der Bevölkerung, Sicherung von Lebensmitteln und Trinkwasser sowie die spätere Wiederherstellung betroffener Gebiete.
Mit dem Philippine National Nuclear Energy Safety Act wurde zudem die unabhängige Regulierungsbehörde PhilAtom geschaffen. Sie soll Genehmigung, Kontrolle und Sicherheit nuklearer und radioaktiver Anwendungen institutionell von der Förderung und Nutzung der Technologie trennen.
Die Planung ist auch dann erforderlich, wenn auf den Philippinen noch kein kommerzielles Kernkraftwerk Strom erzeugt. Radioaktive Stoffe werden bereits genutzt, Transporte finden statt und grenzüberschreitende Ereignisse lassen sich nicht ausschließen. – Quelle: PhilAtom / Department of Energy / DOST-Philippine Nuclear Research Institute / RM







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