MANILA – Steigende Energiepreise, ein schwächerer Peso und teurere Baustoffe setzen der philippinischen Bauwirtschaft zu. Nach einer Analyse der Beratungsfirma Hearn & Hearn für das dritte Quartal 2026 haben sich die Kosten für zahlreiche Materialien und Transportleistungen erhöht. – klajoo.com – Gleichzeitig bleibt die Nachfrage schwach. Die Branche stehe unter spürbarem Druck, befinde sich nach Einschätzung des Unternehmens aber noch nicht in einer allgemeinen Krise.
Die Berater berichten für September von einer Inflationsrate von 7,2 Prozent. Der Großhandelspreisindex für Baumaterialien in der National Capital Region (NCR), dem Großraum Metro Manila, lag nach ihren Angaben 3,4 Prozent über dem Vorjahresmonat. Besonders betroffen waren unter anderem Farben, Kraftstoffe, Asphalt, Sand, Kies und Betonprodukte. Importierte Stahlprodukte, technische Anlagen und Ausrüstung werden durch den schwächeren Peso zusätzlich teurer.
Die Angaben beschreiben keine einheitliche Verteuerung aller Bauvorhaben um 7,2 Prozent. Verbraucherpreisinflation, Materialpreisindex und die tatsächlich vereinbarten Preise einzelner Bauprojekte sind unterschiedliche Größen. Hearn & Hearn beziffert den aus den aktuellen Materialbewegungen abgeleiteten möglichen Aufschlag auf gesamte Projektkosten beispielhaft auf etwa 1,5 bis 2 Prozent. Das ist eine Modellabschätzung und hängt erheblich vom Bauvorhaben ab.
Besonders schwierig ist die Lage für Projekte, deren Finanzierung und Preisplanung bereits vor Monaten festgelegt wurden. Bauunternehmen müssen neue Angebote kalkulieren, während Bauherren bei Verzögerungen mit weiteren Kostenänderungen rechnen müssen. Die Beratungsgesellschaft verweist zudem auf eine um 14,8 Prozent gesunkene Bauleistung im zweiten Quartal und geringere staatliche Infrastrukturausgaben. Der Rückgang der Bautätigkeit kann die Weitergabe höherer Einkaufspreise begrenzen, beseitigt die gestiegenen Kosten aber nicht.
Für private Bauherren und Investoren bedeutet das, Angebote genauer nach Leistungsumfang und Preisbindungsdauer zu vergleichen. Entscheidend sind insbesondere Klauseln zu späteren Materialanpassungen, importierte Ausstattungen, Transportkosten sowie ein vertraglich nachvollziehbarer Bauzeitenplan. Die Berater erwarten, dass die Kostenbelastung bis Ende 2026 und möglicherweise ins Jahr 2027 anhält. Eine konkrete Preisentwicklung lässt sich daraus für einzelne Regionen oder Häuser nicht ableiten. – RM
Quellen:
- Hearn & Hearn Consulting: „Q3 2026 Philippine Construction Market Insights“ (28.10.2026)
- BusinessMirror: „PHL construction sector resists escalation into crisis“ (04.11.2026)
- Philstar / AB Capital Securities: „Cement price hikes face weak demand and rising construction costs“ (04.11.2026)







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