MANILA – In den Philippinen werden Menschen, die zu Hause oder an einem Unfallort versterben, primär deshalb in ein Krankenhaus gebracht, weil gesetzlich nur ein approbierter Arzt den offiziellen Tod feststellen und den Totenschein (Death Certificate) ausstellen darf. – klajoo.com – Ohne dieses Dokument darf ein Leichnam rechtlich weder einbalsamiert, aufbahrt noch bestattet werden.
Dahinter stehen wesentliche rechtliche, medizinische und bürokratische Gründe:
Offizielle Todesfeststellung (Pronouncement of Death)
Selbst wenn der Tod für Laien offensichtlich ist, besitzen Ersthelfer, Verwandte oder die Polizei nicht die rechtliche Befugnis, jemanden für tot zu erklären. Die Person gilt bis zur Untersuchung durch medizinisches Personal offiziell als “Emergency Patient” (Notfallpatient). Im Krankenhaus stellt ein Arzt den Herz- und Hirntod fest.
Ausstellung des Totenscheins
Das Death Certificate ist das wichtigste Dokument für alle weiteren Schritte. Krankenhäuser verfügen über die nötige Infrastruktur, um dieses Dokument zügig auszustellen. Es dokumentiert die offizielle Todesursache und ist zwingend erforderlich für:
- Die Freigabe des Körpers an ein Bestattungsunternehmen (Funeral Parlor).
- Die Genehmigung für die traditionell sehr langen Totenwachen (Wake) oder eine Bestattung innerhalb von 24 Stunden (wie im Islam -vorgeschrieben).
- Behördengänge, Testamentseröffnungen und die Beantragung von Sterbegeldern (z. B. über das staatliche System PhilHealth).
Ausschluss von Fremdverschulden und Meldepflicht
Tritt ein Tod unerwartet oder außerhalb einer medizinischen Einrichtung ein, müssen Ärzte prüfen, ob Anzeichen für ein Verbrechen, einen Unfall oder eine meldepflichtige Infektionskrankheit vorliegen. Besteht der Verdacht auf Fremdverschulden, schaltet das Krankenhaus die Polizei ein, die eine gerichtsmedizinische Autopsie veranlasst.
Einlagerung in der Leichenhalle (Morgue)
Da die Philippinen ein tropisches Land mit hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen sind, setzt die Verwesung sehr schnell ein. Krankenhäuser bieten die notwendige Kühlung (Cold Storage) in ihren Leichenhallen, bis die Familie ein Bestattungsunternehmen organisiert hat.
Wichtiger rechtlicher Hinweis zum Verbleib im Krankenhaus
In der Vergangenheit gab es Fälle, in denen Krankenhäuser Leichen wegen unbezahlter Behandlungskosten einbehielten. Dies ist inzwischen durch den Republic Act No. 9439 (Anti-Hospital Detention Law) strengstens verboten. Krankenhäuser müssen den Leichnam und den Totenschein auch dann an die Angehörigen herausgeben, wenn die Rechnung noch offen ist – stattdessen wird in der Regel ein Schuldanerkenntnis (Promissory Note) unterzeichnet. – KR







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