MANILA – Auch Jungen und Männer können Opfer schwerer sexualisierter Gewalt werden. Das hat der Oberste Gerichtshof der Philippinen in einer am 30. Oktober 2026 öffentlich bekannt gewordenen Entscheidung ausdrücklich hervorgehoben. – klajoo.com – Der zugrunde liegende Beschluss stammt bereits vom 4. Februar 2026 und betrifft die Verurteilung einer Frau wegen eines Übergriffs gegen ihren damals elfjährigen Neffen im Jahr 2018.
Das Gericht bestätigte die strafrechtliche Verantwortung der Angeklagten. Zugleich zeigte es eine Lücke in der früheren gesetzlichen Einordnung auf: Die damaligen Bestimmungen unterschieden nach Art der Handlung und Geschlecht der Beteiligten, weshalb der Sachverhalt rechtlich nicht unter derselben Bezeichnung behandelt wurde wie ein vergleichbarer Übergriff mit vertauschten Geschlechtern.
Die Angeklagte hatte im Verfahren unter anderem vorgebracht, der Junge habe eingewilligt. Dies wies das Gericht zurück: Mit elf Jahren war er nach dem im Tatjahr geltenden Recht nicht einwilligungsfähig. Die Richter betonten, dass das Verhalten eines Kindes während oder nach einem Übergriff nicht nach stereotypen Erwartungen beurteilt werden dürfe. Der Schutz der Identität des Betroffenen ist in der Berichterstattung vorrangig.
Die Entscheidung betrifft einen älteren Fall und darf nicht als neues Verbrechen vom Oktober dargestellt werden. Für die gesetzliche Einordnung sind außerdem die seitdem geänderten Altersgrenzen des Sexualstrafrechts zu beachten. Die Debatte unterstreicht den Bedarf an verlässlichen Beratungs- und Schutzangeboten für alle betroffenen Kinder. – RM
Quellen:
- Philippine News Agency, „SC: Sexual violence affects all genders“, 30.10.2026
- PhilSTAR Life, „Men can also be victims of sexual violence: Supreme Court“, 30.10.2026
- SunStar Cebu, „SC upholds aunt’s conviction, sees gap in rape law for male victims“, 25.10.2026







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