MANILA – Eine Aussage des früheren Fernsehmoderators Jay Sonza über das Verfahren des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) gegen Ex-Präsident Rodrigo Duterte führt die Öffentlichkeit in die Irre. – klajoo.com – Sonza stellte es so dar, als seien zunächst 253 einzelne Tötungsvorfälle und anschließend weitere Fälle aus der Anklage gestrichen worden. Der Faktencheck von VERA Files vom 29. Oktober kommt zu einem anderen Ergebnis: Die Zahl 253 bezieht sich auf Beweisstücke in einer überarbeiteten Beweismittelliste, nicht auf 253 Tötungen.
Nach den vom Faktencheck ausgewerteten ICC-Verfahrensakten wurde bislang ein einzelner im Anklagekomplex genannter Vorfall, Incident 57, aus dem betreffenden Anklagezeitraum entfernt. Die Strafverfolger hatten ihren sogenannten Trial Brief nach einer gerichtlichen Entscheidung vom 9. Oktober entsprechend angepasst. Andere Aktenstücke können dennoch als Hintergrundbeweise relevant bleiben.
Die Unterscheidung ist juristisch zentral: Eine Änderung der Beweisliste sagt zunächst nur, welche Unterlagen die Anklage für den Prozess heranziehen will. Sie bedeutet nicht automatisch, dass die zugrunde liegenden Tatvorwürfe fallen gelassen oder widerlegt sind. Auch aus der Streichung eines einzelnen Vorfalls lässt sich kein Urteil über die übrigen Anklagepunkte ableiten.
Für die öffentliche Debatte ist daher entscheidend, Verfahrensvorfälle, Zeugenangaben und Beweisstücke getrennt zu zählen. Eine Zahl ohne präzise Bezeichnung kann den Umfang eines Verfahrens erheblich verzerren. – RM
Quellen:
- VERA Files, „FACT CHECK: Jay Sonza MISLEADS on number of incidents dropped in Duterte’s ICC case claim“, 29.10.2026
- International Criminal Court, „Public Redacted Version of “Prosecution’s submission of its List of Evidence dated 6 October 2026”, 7 October 2026, ICC-01/21-01/25-517-Conf“, 12.10.2026







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