MINDANAO – Bei einer Überwachung der Küstengewässer vor Kalamansig in der Provinz Sultan Kudarat haben Mitarbeiter der philippinischen Umweltbehörde am 21. Oktober sechs Dugongs und fünf Grüne Meeresschildkröten dokumentiert. – klajoo.com – Die Tiere wurden nach Angaben des zuständigen Community Environment and Natural Resources Office (CENRO) mit einer Drohne entlang der Küste von Poral beobachtet. Der erfasste Bereich liegt bei den Barangays Santa Maria und Cadiz.
Dugongs, auch Seekühe genannt, sind Meeressäuger, die sich überwiegend von Seegras ernähren. Die Grüne Meeresschildkröte nutzt ebenfalls flache Küstengebiete als Nahrungshabitat. Dass beide geschützten Arten bei einer Erhebung gemeinsam in diesem Meeresraum auftauchten, unterstreicht die Bedeutung einer intakten Küstenumgebung. Der Befund sagt jedoch noch nichts darüber aus, wie groß der Bestand im gesamten Moro-Golf oder in den philippinischen Gewässern ist.
Die Behörden stellten einen Vergleich zu einer früheren halbjährlichen Erhebung her, bei der nur ein Dugong beobachtet worden war. Daraus sollte kein gesicherter Bevölkerungszuwachs abgeleitet werden. Sichtungen hängen von Erfassungszeit, Wetter, Drohneneinsatz, Suchgebiet und den Bewegungen der Tiere ab. Für eine belastbare Bestandsentwicklung bräuchte man eine wiederholbare Erhebungsmethode und ausreichend lange Datenreihen.
Der zweite Blick richtet sich deshalb auf die Lebensräume. Seegraswiesen sind Nahrungsgrundlage für Dugongs, bieten zahlreichen Meerestieren Schutz und können zugleich Küstensedimente stabilisieren. Sie stehen mancherorts durch Sedimenteinträge, Verschmutzung, ungeeignete Fischereipraktiken und bauliche Eingriffe unter Druck. Welche dieser Belastungen in Kalamansig tatsächlich nachgewiesen sind, lässt sich aus der aktuellen Sichtungsmeldung allein nicht ableiten. Für eine fundierte Bewertung wären lokale Seegras-Kartierungen und Angaben über Schutzmaßnahmen nötig.
Das Umweltministerium erinnert daran, dass Dugongs und Meeresschildkröten durch das philippinische Wildlife Resources Conservation and Protection Act (Republic Act No. 9147) geschützt sind. Bürger sollen Sichtungen, Strandungen oder mögliche Verstöße den zuständigen Stellen melden. Gerade bei verletzten oder gestrandeten Tieren sollten Helfer die Behörden einschalten, statt unkoordiniert einzugreifen.
Die nächste interessante Frage lautet somit nicht, ob Kalamansig plötzlich deutlich mehr Dugongs hat. Entscheidend ist, ob wiederholte Untersuchungen die regelmäßige Nutzung der Küstengewässer nachweisen und welche konkrete Schutzarbeit daraus folgt. Die neueste Drohnenbeobachtung liefert dafür einen wertvollen, aber zeitlich begrenzten Datenpunkt. – RM

Orientierungskarte: Kalamansig am Moro-Golf (Mindanao). Die Sichtung erfolgte vor Poral; mangels genauer Koordinaten ohne Fundpunkt. Geodaten: klajoo-GIS-Bestand 2026.
Quellen:
- GMA News / DENR Soccsksargen: Mga dugong at pawikan, namataan sa baybayin ng Kalamansig, Sultan Kudarat (24. Oktober 2026)
- Daily Tribune: Six dugongs, five green sea turtles spotted off Sultan Kudarat coast (25. Oktober 2026)







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