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Mindanao

UPDATE – Paolo Duterte verklagt NBI-Chef und Journalisten wegen Berichten über Bargeldlieferungen

MINDANAO – Der philippinische Abgeordnete Paolo „Pulong“ Duterte hat am Freitag, dem 23. Oktober 2026, bei der Staatsanwaltschaft in Davao City Beschwerden wegen Verleumdung und Cyberverleumdung eingereicht. – klajoo.com – Sie richten sich unter anderem gegen den Direktor der Ermittlungsbehörde National Bureau of Investigation (NBI), Melvin Matibag, den früheren Polizisten Rodulfo Gracioso Jr. sowie Führungskräfte und Journalisten des Fernsehsenders GMA Network. Die Einreichung einer Beschwerde ist noch keine Anklageerhebung oder gerichtliche Feststellung einer Straftat.

Hintergrund sind Aussagen von Gracioso, über die GMA am 25. September berichtet hatte. Der ehemalige Sicherheitsmitarbeiter behauptete, im Auftrag aus dem Umfeld des früheren Parlamentspräsidenten Lord Allan Velasco hohe Bargeldsummen an Mitglieder der Duterte-Familie gebracht zu haben. Für Paolo Duterte stand dabei eine angebliche Übergabe von 100 Millionen Peso im Raum, umgerechnet rund 1,4 Millionen Euro. Auch weitere Familienmitglieder waren von Graciosos Vorwürfen betroffen. Unabhängige Belege für diese konkreten Geldübergaben wurden bislang nicht öffentlich vorgelegt.

klajoo hatte am 27. September bereits über die Aussagen und die damals laufende NBI-Untersuchung berichtet. Der neue Vorgang verändert die Lage: Nun müssen sich nicht nur die Geldvorwürfe einer Überprüfung stellen, sondern auch die Art ihrer öffentlichen Darstellung und die Vorwürfe gegenüber Ermittlern und Journalisten.

Paolo Duterte bestreitet, Gracioso zu kennen oder von ihm Bargeld erhalten zu haben. Nach Angaben seines Rechtsanwalts Peter Paul Danao beantragt er zusätzlich Schadenersatz in Höhe von insgesamt 20 Millionen Peso, etwa 281.000 Euro. Danao kritisiert insbesondere, dass noch nicht abgeschlossene Ermittlungen in der Berichterstattung als besonders glaubwürdig erschienen seien. Dies betrifft unter anderem frühere Äußerungen von NBI-Direktor Matibag zur Einschätzung der Aussagen eines Zeugen.

Matibag erklärte nach Einreichung der Beschwerde, es stehe Duterte frei, rechtliche Schritte zu ergreifen. Die Ermittlungen des NBI zu den ursprünglichen Geldvorwürfen dauerten jedoch an. GMA Network teilte zunächst mit, die Beschwerde nach Erhalt prüfen und anschließend Stellung nehmen zu wollen. Damit sind sowohl die strafrechtliche Bewertung der behaupteten Geldtransporte als auch die Beschwerden wegen der Berichterstattung offen.

Der Fall berührt zwei voneinander zu trennende Fragen: Betroffene Politiker haben grundsätzlich das Recht, sich gegen aus ihrer Sicht unwahre Tatsachenbehauptungen zu wehren. Zugleich müssen Medien über Vorwürfe von erheblichem öffentlichem Interesse berichten können, wenn sie Herkunft, Beleglage und Gegenpositionen sorgfältig kennzeichnen. Erst die weitere Prüfung der Beschwerden und die NBI-Ermittlungen werden zeigen, welche Feststellungen sich jeweils tragen lassen. – RM

► NBI prüft Behauptung über mehr als zwei Milliarden Peso in Barzahlungen an Sara Duterte

Quellen:

  • Paolo Duterte – PAOLO Z. DUTERTE FILES COMPLAINT AGAINST MATIBAG AND ASSOCIATES FOR LIBEL AND CYBER LIBEL, 23.10.2026
  • Philstar.com – Paolo Duterte files libel, cyber libel complaints vs NBI chief, Gracioso, GMA execs, 23.10.2026
  • GMA News – Matibag says it is Pulong Duterte’s prerogative to file libel complaint, 23.10.2026
  • klajoo – NBI prüft Behauptung über mehr als zwei Milliarden Peso in Barzahlungen an Sara Duterte, 27.09.2026

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