MANILA – Eine von Südkorea finanzierte und erstellte Machbarkeitsstudie zur Kernenergie auf den Philippinen kommt nach Angaben des philippinischen Energieministeriums zu grundsätzlich positiven Ergebnissen. – klajoo.com – Energieministerin Sharon Garin stellte die Einschätzung am 20. Oktober 2026 vor. Der vollständige Studienbericht mit Kosten, Annahmen und Standortbewertungen wurde dabei nicht veröffentlicht.

Die Karte zeigt die Gemeinde Morong in der Provinz Bataan, wo sich das nie in Betrieb genommene Bataan Nuclear Power Plant befindet. Der rote Punkt markiert das Gemeindezentrum, nicht das Kraftwerksgelände.
Nach Garins Angaben untersucht die Studie mehrere Wege: die Wiederherstellung beziehungsweise Nutzung des bestehenden Bataan Nuclear Power Plant (BNPP), einen neuen konventionellen Reaktor mit einer Leistung zwischen 600 und 1.200 Megawatt sowie Small Modular Reactors (SMR). Damit werden verschiedene technische und wirtschaftliche Optionen verglichen. Die genannten Leistungen sind Modell- beziehungsweise Projektgrößen und keine bereits genehmigten neuen Erzeugungskapazitäten.
Der Sonderfall Bataan verlangt eine besonders sorgfältige Bewertung. Das in der Gemeinde Morong errichtete Atomkraftwerk wurde zwar weitgehend fertiggestellt, nahm aber nie den kommerziellen Betrieb auf. Vor einer möglichen Reaktivierung müssten der Zustand der jahrzehntealten Anlage, die Einhaltung heutiger Sicherheitsstandards, Ersatzteile, Personal, Netzanbindung, Standortgefahren, Finanzierung und Entsorgung radioaktiver Abfälle umfassend neu geprüft werden. Die Existenz des Gebäudes macht einen späteren Betrieb weder automatisch billiger noch schneller.
Bei einem Neubau oder kleineren modularen Reaktoren stellen sich wiederum Fragen nach Kapitalbedarf, Stromgestehungskosten, Genehmigungsdauer, verfügbarer Lieferkette und regulatorischer Aufsicht. Die Wirtschaftlichkeit lässt sich erst bewerten, wenn die Studie ihre Annahmen zu Bauzeit, Finanzierung, Risikozuschlägen und tatsächlicher Stromproduktion offenlegt. Für die philippinische Stromversorgung müssen Kernenergieprojekte außerdem mit Alternativen wie Photovoltaik, Windenergie, Geothermie, Netzausbau und Batteriespeichern auf vergleichbarer Grundlage betrachtet werden.
Die positive Einschätzung ist deshalb zunächst ein weiterer Planungsschritt und keine Entscheidung für den Bau oder die Wiederinbetriebnahme eines Atomkraftwerks. Wer Investitionssummen, Fertigstellungstermine oder künftige Strompreise nennt, braucht hierfür belastbare Projektunterlagen. Diese liegen mit der bislang veröffentlichten Kurzbewertung noch nicht vor. – RM
Quellen:
- BusinessMirror – Study done, funded by South Korea on PHL nuke energy positive, 20.10.2026
- International Atomic Energy Agency – Country Nuclear Power Profiles, Hintergrundquelle







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