NEGROS – Die New People’s Army (NPA) hat auf Negros Occidental eine weitere Tötung für sich beansprucht. Nach Angaben eines regionalen Medienberichts bekannte sich die bewaffnete Gruppe auch zu einem Vorfall vom 12. Oktober in Cauayan. – klajoo.com – Damit verdichten sich die Hinweise, dass auf der Insel trotz gegenteiliger Erfolgsmeldungen der Sicherheitsbehörden weiterhin mehrere NPA-Aktivitäten gemeldet werden.
Die folgende Karte zeigt die Orte der in den vergangenen Wochen bekannt gewordenen Aktivitäten auf Negros Occidental. Sie bezieht ausdrücklich auch die Fälle ein, über die klajoo bereits am 13. Oktober berichtet hatte: Toboso, Escalante, Binalbagan und Cauayan.

Karte: Gemeldete NPA-Aktivitäten, 22. September bis 12. Oktober 2026. Die Markierungen zeigen die Ortszentren, nicht die Tatorte.
Bereits im früheren klajoo-Artikel waren vier Vorgänge zusammengeführt worden: ein von der NPA beanspruchter bewaffneter Überfall in Toboso am 22. September, eine ebenfalls beanspruchte Entwaffnung in Escalante am 29. September, die von der Gruppe reklamierte Tötung eines Landwirts in Cauayan am 4. Oktober sowie eine weitere beanspruchte Tötung in Binalbagan am 5. Oktober. Hinzu kam am 29. September ein Gefecht in Escalante, bei dem nach Militärangaben ein Angehöriger einer Hilfstruppe starb und zwei Soldaten verletzt wurden.
Neu hinzugekommen ist nun der Fall vom 12. Oktober in Sitio Gabok, Barangay Basak, Cauayan. Nach Darstellung der NPA sei dort ein weiterer Mann getötet worden, den die Gruppe mit einem Landkonflikt und der Tötung eines Bauern im Juli in Verbindung bringt. Die Polizei bestätigte laut Medienbericht, dass drei bewaffnete Täter vor dem Wohnhaus des Opfers das Feuer eröffneten und anschließend flohen. Unabhängig belegt sind damit die Tat und der Ort, nicht jedoch die inhaltlichen Vorwürfe der NPA gegen das Opfer.
Die gemeldeten Vorfälle in vier Gemeinden zeigen, dass die verbliebenen NPA-Gruppen auf Negros Occidental offenbar weiterhin aktiv sind. Dabei reichen die Aktivitäten von gezielten Tötungen über Entwaffnungen bis zu bewaffneten Überfällen. Zugleich ist Vorsicht bei der Einordnung geboten: Nicht jede von der NPA beanspruchte Aktion lässt sich unabhängig bestätigen, und nicht jede bestätigte Gewalttat erlaubt bereits Rückschlüsse auf Stärke, Mitgliederzahl oder strategische Handlungsfähigkeit der Gruppe.
Bemerkenswert ist auch der Widerspruch zur offiziellen Linie aus dem Frühjahr. Nach schweren Gefechten in Toboso und Cauayan hatten Militär und Regierungsstellen wiederholt erklärt, die NPA auf Negros sei entscheidend geschwächt oder sogar „vollständig besiegt“. Die nun gemeldeten Vorfälle widerlegen nicht zwingend diese Gesamtbewertung, sie zeigen aber, dass weiterhin bewaffnete Reststrukturen aktiv oder zumindest handlungsfähig sein können.
Für die weitere Beobachtung sind daher vor allem drei Fragen wichtig: ob es in denselben Gemeinden weitere Vorfälle gibt, ob Polizei und Militär die einzelnen Fälle miteinander in Verbindung bringen und ob lokale Land- oder Sicherheitskonflikte als Auslöser eine Rolle spielen. Gerade der jüngste Fall in Cauayan deutet darauf hin, dass politische Gewalt, lokale Fehden und agrarbezogene Konflikte auf Negros weiterhin ineinandergreifen können. – RM
► Negros Occidental: NPA beansprucht Tötungen und Überfälle für sich
Quellen:
- klajoo – „Negros Occidental: NPA beansprucht Tötungen und Überfälle für sich“, 13.10.2026
- Negros Now Daily – „NPA says land dispute led to Cauayan farmer’s death“, 16.10.2026
- Negros Now Daily – „NPA claims more killings in Negros“, 12.10.2026
- Negros Now Daily – „NPA claims killing of Cauayan farmer“, 09.10.2026
- Negros Now Daily – „Army to support family of slain CAFGU member“, 02.10.2026
- Philippine News Agency – „NPA ‘totally defeated’ in Negros – NTF-ELCAC exec“, 24.05.2026







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