NEGROS OCCIDENTAL – Große Mengen winziger garnelenartiger Krebstiere haben in Sipalay City mehrere Abschnitte der Küste vorübergehend rosa erscheinen lassen. – klajoo.com – Seit dem 11. Oktober beobachteten Bewohner wiederholt dichte Schwärme, die in den frühen Morgenstunden an den Strand gelangten. Besonders am 14. Oktober sammelten sich viele Menschen am Ufer, um die Tiere einzusammeln.
Wie weit sich das Phänomen ausdehnte, beschreiben die örtlichen Berichte unterschiedlich: Negros Now nennt mehr als 100 Meter Küstenlinie, Digicast Negros spricht von etwa einem halben Kilometer entlang der Barangays 2 bis 5. Die Zahlen sind Momentaufnahmen verschiedener Beobachtungen und keine amtlich vermessene Gesamtfläche. Auch für die Menge der Tiere in Tonnen liegt nach Auskunft der örtlichen Katastrophenschutzstelle keine belastbare Schätzung vor.
Der Mitarbeiter Dionilo Bogtae vom Katastrophenschutz der Stadt erklärte, die kleinen Tiere seien schon in früheren Jahren vor Sipalay aufgetreten. Die Menge sei diesmal jedoch ungewöhnlich groß. Nach örtlichen Beobachtungen wurden die Schwärme etwa ab drei Uhr morgens bei niedrigem Wasserstand sichtbar; mit der steigenden Flut bewegten sie sich wieder in Richtung Meer. Welche Strömungen und Umweltbedingungen die außergewöhnliche Ansammlung ausgelöst haben, ist wissenschaftlich bisher nicht geklärt.
Bei der Bezeichnung gibt es einen wichtigen Unterschied: In einigen englischsprachigen Meldungen werden die Tiere pauschal als Krill bezeichnet. Eine Bildunterschrift des Regionalberichts nennt dagegen ausdrücklich kleine Garnelen der Gattung Acetes. Diese gehören zu den Zehnfußkrebsen und nicht zu den als Krill bekannten Leuchtgarnelen der Ordnung Euphausiacea. Eine gesicherte Bestimmung bis auf die genaue Art wurde bislang nicht veröffentlicht. Für die Berichterstattung ist deshalb von kleinen Garnelen beziehungsweise Acetes die Rede.
Viele Bewohner fingen die Tiere mit Eimern und anderen Behältern. Einige wollten daraus die regional verbreitete Garnelenpaste Ginamos herstellen. Für die Meeresökologie sind die kleinen Krebstiere ebenfalls von Bedeutung, weil sie anderen Tieren als Nahrung dienen; örtliche Berichte nennen unter anderem Thunfische.
Für Touristen mag eine rosa gefärbte Strandlinie ungewöhnlich aussehen. Sie ist für sich allein jedoch weder ein Beleg für Wasserverschmutzung noch für eine gefährliche Algenblüte. Ebenso wenig darf ohne Messungen behauptet werden, dass bestimmte Windverhältnisse, Wassertemperaturen oder Nährstoffmengen die Ursache seien. Die Klärung erfordert geeignete Proben und Untersuchungen von Strömung, Gezeiten und Artzusammensetzung.
Der Fall zeigt, wie auffällig natürliche Schwarmereignisse an Küsten sein können – und wie wichtig die Unterscheidung zwischen lokalen Beobachtungen, plausiblen Erklärungen und nachgewiesenen Ursachen ist. – RM
Quellen:
- Digicast Negros – Sipalay beach turns pink as small shrimps blanket shoreline, 14.10.2026
- Negros Now Daily – ‘Hipon’ swarm turns Sipalay coastline pink, 15.10.2026
- Zoological Journal of the Linnean Society – Phylogeny and classification of the shrimp genera Acetes, Peisos, and Sicyonella (Sergestidae: Crustacea: Decapoda), 2016






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