CEBU – Die philippinische Rechnungsprüfungsbehörde Commission on Audit (COA) hat nach aktuellen Medienberichten mehrere Mängel beim Umgang mit öffentlichen Hilfsgeldern und Sachspenden in der Provinz Cebu festgestellt. – klajoo.com – Betroffen sind unter anderem Naga City, Lapu-Lapu City und Balamban. Die Fälle unterscheiden sich deutlich: Es geht um nicht abschließend abgerechnete Überweisungen, eine beanstandete Auszahlungsmethode und fehlende Berichte über Katastrophenhilfe. Aus keiner dieser Feststellungen folgt automatisch, dass Geld oder Hilfsgüter veruntreut wurden.
In Naga City im Süden von Cebu standen laut einem Bericht der Zeitung The Freeman zum 31. Dezember 2025 rund 35,8 Millionen Peso (etwa 509.000 Euro) an Finanzhilfen für Barangays und lokale Jugendräte ohne abschließende Abrechnung in den Büchern. Davon entfielen etwa 33 Millionen Peso auf Barangays und 2,8 Millionen Peso auf die Jugendvertretungen. Die Prüfer kritisierten nach dem Bericht unter anderem, dass formelle Vereinbarungen über Projektfristen, Dokumentation und Rechenschaftspflichten fehlten.
Mindestens ein Teil des Problems betrifft demnach nicht vollständig eingereichte Belege. Für etwa 3,06 Millionen Peso sollen auf Barangay-Ebene bereits Ausgaben im Jahr 2025 angefallen sein, ohne dass die notwendigen Nachweise ordnungsgemäß an die Stadt weitergeleitet worden waren. Der Bericht erwähnt sogar Finanzhilfen an zwei Jugendräte, die in den Büchern als Forderungen erschienen, obwohl die Empfänger den Scheck noch nicht erhalten beziehungsweise nicht eingelöst hatten. Ein offener Buchungsposten ist daher nicht ohne Weiteres mit verlorenem Geld gleichzusetzen.
In Lapu-Lapu City auf der Insel Mactan beanstandete die COA dagegen eine bestimmte Zahlungsweise im Rahmen des Programms „Garbo sa Lapu-Lapu 2025“. Hier ging es um insgesamt 3,05 Millionen Peso (rund 43.000 Euro) für zwölf Barangays. Nach Darstellung von The Freeman wurden Schecks auf die Namen einzelner Orts- oder Jugendfunktionsträger statt auf die zuständigen öffentlichen Empfänger ausgestellt. Dadurch sei schwerer nachvollziehbar, ob die Gelder vollständig bei den vorgesehenen Stellen ankamen und wie sie verwendet wurden.
Die Stadtkämmerei begründete die Praxis laut Bericht damit, dass Zuschüsse für gemeinsame Gruppen mehrerer Barangays abgewickelt worden seien. Die Prüfer hielten dennoch an ihrer Forderung nach direkten Auszahlungen an die berechtigten öffentlichen Empfänger oder deren ordnungsgemäß bevollmächtigte Zahlstellen fest. Die Beanstandung betrifft damit zunächst ein Kontroll- und Dokumentationsrisiko, nicht den Nachweis einer strafbaren Bereicherung.
Ein dritter Fall betrifft die Gemeinde Balamban und Sachspenden für Betroffene des Taifuns Tino vom November 2025. Die Hilfsgüter hatten nach Angaben der Gemeinde einen Wert von rund 76,17 Millionen Peso (etwa 1,08 Millionen Euro). Die COA kritisierte laut SunStar, dass vorgeschriebene Monatsberichte verspätet abgegeben und die Sachspenden nicht ausreichend im Jahresabschluss erläutert worden seien. Auch Empfangsbestätigungen von Spendern hätten gefehlt.
Die Gemeindeverwaltung widersprach dem Eindruck verschwundener Hilfsgüter. Sie erklärte am 13. Oktober 2026, die Waren seien vollständig an betroffene Familien verteilt worden. Interne Listen und Ausgabebücher seien vorhanden; die vollständigen Berichte habe man am 22. April 2026 beim Katastrophenschutzamt eingereicht. Zugleich räumte die Verwaltung die verspätete formelle Meldung ein. Ob die spätere Dokumentation alle ursprünglichen Prüfungsfragen ausräumt, muss anhand der Unterlagen beurteilt werden.
Die drei Fälle zeigen ein gemeinsames Verwaltungsproblem, aber kein einheitliches Delikt. Öffentliche Mittel und private Sachspenden müssen so dokumentiert werden, dass Empfänger, Ausgaben und Ergebnisse auch Jahre später nachprüfbar sind. Für eine strafrechtliche Bewertung wären darüber hinaus eigene Ermittlungen und Beweise nötig. Die hier beschriebenen Einzelheiten beruhen auf journalistischen Auswertungen von Prüfungsfeststellungen und der veröffentlichten Stellungnahme Balambans; die zugrunde liegenden vollständigen Prüfberichte liegen dieser Auswertung nicht durchgängig im Original vor. – RM
Quellen:
- The Freeman – P35.8M unliquidated financial aid to barangays, SKs in Naga, 11.10.2026
- The Freeman – COA flags P3 million aid to barangays, 12.10.2026
- SunStar Cebu – Balamban: Tino relief goods accounted for, 13.10.2026







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