MINDANAO – Der Lebensraum des vom Aussterben bedrohten Philippinen-Adlers steht in Ost-Mindanao unter einem bislang genauer bezifferten Nutzungsdruck. – klajoo.com – Eine wissenschaftliche Untersuchung, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Bird Conservation International, vergleicht besonders geeignete Nistgebiete der Art mit genehmigten Bergbaukonzessionen, Schutzgebieten und anerkannten angestammten Territorien indigener Gemeinschaften. Die Ergebnisse liefern eine Grundlage dafür, Bergbauplanung und Artenschutz vor Eingriffen systematisch abzugleichen.
Nach Angaben der an der Untersuchung beteiligten Philippine Eagle Foundation liegen rechnerisch 41 Prozent der modellierten besonders geeigneten Nistlebensräume innerhalb genehmigter Bergbaukonzessionen. Bei den wertvollsten Kerngebieten beträgt dieser Anteil sogar 65 Prozent. Eine Konzession bedeutet dabei nicht, dass auf der gesamten Fläche bereits Bäume gefällt oder Mineralien abgebaut worden sind. Die Zahl bezeichnet eine räumliche Überschneidung von Nutzungsrechten und potenziell wertvollen Lebensräumen.
Für die Studie wurden unter anderem Daten von 48 bekannten Neststandorten und Bewegungsdaten von sieben mit Ortungssendern beobachteten erwachsenen Adlern ausgewertet. Hinzu kamen Informationen über Gelände, Waldstruktur und Vegetation. Aus diesen Daten berechneten die Forscher, wo geeignete Lebensräume wahrscheinlich vorhanden sind. Solche Modelle helfen bei der Priorisierung von Schutzmaßnahmen. Sie sind jedoch kein Beweis dafür, dass auf jeder als geeignet eingestuften Fläche gegenwärtig ein Brutpaar lebt.
Ein zweites zentrales Ergebnis betrifft die Menschen, die in diesen Wäldern leben. Laut Philippine Eagle Foundation überschneiden sich ebenfalls 65 Prozent der besonders geeigneten Kernlebensräume mit angestammten Gebieten indigener Gemeinschaften. Das sind zwei voneinander getrennte Prozentwerte: Aus ihnen lässt sich nicht ableiten, dass es sich jeweils um dieselben Flächen handelt. Die Studie unterstreicht jedoch, warum der Erhalt des Adlerlebensraums mit Landrechten und dem Wissen örtlicher Gemeinschaften verbunden ist.
Für die Behörden ergeben sich aus den Karten konkrete Prüfaufträge. Bei geplanten Bergbauvorhaben sollte geklärt werden, ob ihre Flächen hochwertige Neststandorte oder notwendige Verbindungskorridore berühren, ob ausreichende Schutzabstände vorgesehen sind und wie die betroffenen Gemeinschaften an Entscheidungen beteiligt werden. Die Ergebnisse allein entscheiden weder über die Rechtmäßigkeit einzelner Konzessionen noch über die Zustimmung oder Ablehnung eines bestimmten Projekts.
Die Studie wurde bereits im September 2026 veröffentlicht und im Oktober von der Philippine Eagle Foundation eingeordnet. Sie belegt keine aktuell zerstörten Waldflächen, sondern macht einen Nutzungskonflikt erstmals genauer vermessbar. Wie die Lebensräume geschützt werden, hängt von konkreten Genehmigungen, Schutzmaßnahmen und der Zusammenarbeit mit örtlichen Gemeinschaften ab. – RM
Quellen:
- Bird Conservation International – Directing conservation action for the Critically Endangered Philippine Eagle Pithecophaga jefferyi to mitigate mining impacts and maximise indigenous land management, 15.09.2026
- Philippine Eagle Foundation – Where the Philippine Eagle Still Has a Home: New Study Shows Why Indigenous Guardians and Better Land Decisions Matter, 08.10.2026
- Mongabay – Philippine eagle habitat study maps mining risks and conservation priorities, 30.09.2026







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